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Schutzengel für Kongo

© missio Aachen

Die Demokratische Republik Kongo ist seit 1996 Schauplatz der blutigsten Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Besonders Frauen und Familien leiden unter der unglaublichen Brutalität. Hoffnung geben Hilfsprojekte der Kirche.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind die Menschen ihres Lebens nicht mehr sicher. Da gibt es ruandische Rebellen, die Mai-Mai-Kämpfer und die kongolesischen Regierungssoldaten. Sie kämpfen gegeneinander und gleichzeitig haben sie einen gemeinsamen Feind: Die Zivilbevölkerung.

Für Frauen gilt das Land als der gefährlichste Ort der Welt. Die Vereinten Nationen bezeichnen den Kongo als das Zentrum der Vergewaltigungen. „Im August 2009 haben wir begonnen, in den Pfarreien mit Hilfe von missio sogenannte Trauma-Zentren aufzubauen”, erläutert Thérèse Mema, Mitarbeiterin des katholischen Büros für „Gerechtigkeit und Frieden“. Hier finden die Familien Zuflucht und Hilfe. Wie zum Beispiel jenes junge Paar, das sich gerade verlobt hatte als Rebellen ihr Dorf überfielen.

Sie verloren alles. Aber wenigstens kamen sie mit dem nackten Leben davon. Die Hochzeit jedoch wurde abgesagt, weil – so bestimmten die Eltern – ihr Sohn Chini Mushiji keine Vergewaltigte heiraten könne. Das sei eine Schande. Seine Verlobte Ni Mushengeji Namoni war verzweifelt. In dem Moment als das junge Paar die Unterstützung ihrer Familien am stärksten benötigte, ernteten sie nur Verachtung.

„Ihr müsst zusammenhalten“, ermutigte Thérèse Mema die beiden. Es war ein langer Prozess, die seelischen Wunden zu heilen und sich dem Willen der Familie zu widersetzen. Inzwischen leben die beiden gemeinsam in einer escheidenen Hütte mit ihren kleinen Kindern.

Mit acht Jahren wurden Mafille und ihre Mutter überfallen und vergewaltigt.

Hunderte Menschen erhalten Hilfe

Bislang konnten 16 Trauma-Zentren in der gefährdeten Region um Bukavu errichtet werden. Die Koordination dieser Organisation liegt in den Händen von Priester Justin Nkunzi. „In den vier von missio unterstützten Trauma-Zentren konnten wir bislang rund 500 Menschen direkt helfen“, berichtet Priester Justin.

Die Einrichtung von Trauma-Zentren ist eine von zahlreichen Aktivitäten für Frieden und Versöhnung der katholischen Kirche. Besonders Erzbischof François-Xavier Maroy gehört zu den mutigen Stimmen in der von Gewalt beherrschten Region im Osten Kongos.

Erzbischof Maroy spricht offen über die Ursachen des Krieges und die Verstrickungen der westlichen Welt. Das bitterarme Land Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Diamanten und Gold kommen von hier. Eine wahre Schatzgrube sind die Coltan-Minen. Dieses seltene Erz wird weltweit für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt. Erzbischof Maroy klagt an, dass die Rebellen gezielt jene Gebiete erobern, wo das wertvolle Coltan zu finden sei. Vergewaltigungen werden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten zu vertreiben.

Wie Handys den Krieg finanzieren

Die brutalen Soldaten schrecken weder vor Frauen und Männern noch vor Kindern zurück. Das Mädchen Mafille war acht Jahre alt, als sie und ihre Mutter von Rebellen überfallen und vergewaltigt wurden. Thérèse Mema will sich um das Kind kümmern. Einige Zeit später erzählt die völlig verstörte Mafille: „Es ist wieder passiert. Unser Nachbar hat mich vergewaltigt.“ Thérèse umarmt das weinende Kind, tröstet es und trocknet die Tränen. Nach einigen Minuten sagt sie. „Warte mal eine Minute, Mafille. Ich muss ganz schnell telefonieren.“ Thérèse Mema geht für einen Moment aus dem Raum. Dann lässt sie ihren Tränen freien Lauf. „Ich kann dem Mädchen nicht zeigen, wie nahe mir sein Schicksal geht. Ich muss stark sein für sie“, flüstert sie sich selbst zu. Dann spricht sie ein Gebet und geht wieder in den Raum zurück. „Mafille, wir schaffen das schon.“

Inzwischen ist Mafille 14 Jahre. „Ich danke für die Hilfe, die ich im Trauma-Zentrum bekommen habe. Und ich bin froh, dass ich von den Vergewaltigungen nicht schwanger geworden bin.“ Ablenkung findet Mafille auch in ihrer neuen Leidenschaft. Sie singt im Kirchenchor. Beim Klang der Musik fühlt sie sich ganz entspannt und geborgen. Über ihre Zukunft hat sie sich auch schon Gedanken gemacht. „Ich habe hier in der Kirche und dem Trauma-Zentrum so viele Menschen wie Thérèse und die Ordensschwestern getroffen, die Gutes tun. So wie ein Schutzengel“, sagt Mafille. „Vielleicht werde ich ja auch Ordensschwester oder habe einmal wie Thérèse eine eigene Familie und helfe anderen Menschen in Not ...“

Linktipps:

  • "DR Kongo: Eine Bilanz der Gewalt"

    In dieser Publikation geht es nicht darum, eine vollständige Darstellung des Kriegsgeschehens zu liefern, noch eine systematische Bestandsaufnahme der sexuellen Gewalt und anderer Menschenrechtsverletzungen in der Region vorzunehmen. Die Autoren dieser Studie beleuchten vielmehr einzelne Aspekte der Gewalt und ihre Folgen, sie zeigen konkrete Möglichkeiten und Initiativen zur Heilung der geschlagenen Wunden auf.

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  • Flagge der Demokratischen Republik Kongo. Erstellt laut den Angaben der Staatsverfassung von 2006.

    DR Kongo

    Der Vielvölkerstaat im Herzen Afrikas hat etwa 70 Millionen Einwohner, die rund 200 Volksgruppen angehören, die jeweils unterschiedliche Sprachen bzw. Dialekte sprechen. Etwa die Hälfte der Einwohner bekennt sich zur katholischen Kirche, die andere Hälfte verteilt sich auf Kimbanguisten, andere christliche Kirchen, traditionelle Religionen und den Islam.

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