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BRIGITTE-Reportage löst Hilfswelle aus

Meike Dinklage von BRIGITTE gemeinsam mit missio-Projektpartnerin Therese Mema im Kongo

Für die Frauenzeitschrift BRIGITTE reiste die Chefreporterin Meike Dinklage in den Kongo und wagte sich in der Bürgerkriegsregion zu einem -Projekt. Ihr Schreiben über das Leiden der Frauen berührte die Leserinnen und löste eine Welle der Solidarität aus. Über die Folgen ihres dramatischen Artikels zeigt sich die 49-Jährige Journalistin selber überrascht und erfreut.

Es begann mit einem Unbehagen. Mein Smartphone ging kaputt, und obwohl ich versuche, möglichst „fair“ einzukaufen – keine Kleidung aus Dumpinglohn-Fabriken, keine Billig-Rosen aus Kenia – gibt es bei Handys kaum Alternativen; nur lärmend große Anzeigen in den Werbebeilagen mit impliziter Drohung, digital den Anschluss zu verpassen, wenn man nicht über die neueste Technik verfügt. Dass aber ein Zusammenhang besteht zwischen unserem Spaß an der Technik und der Art, wie die Mineralien, die in den Handys verarbeitet werden, produziert werden – darüber hört und liest man wenig. Denn dieser Zusammenhang ist viel komplizierter als der zwischen Arbeitslöhnen und Rosen.

Ich hatte bereits von den Blut-Erzen gehört, als ich 2012 zum ersten Mal im Ostkongo war, für eine BRIGITTE-Reportage über ein Projekt, das vergewaltigten Frauen – der Kongo ist laut UNO das gefährlichste Land der Welt für Frauen – hilft, über das Erlebte zu sprechen. Viele der Frauen erzählten damals, dass die Männer, die sie missbrauchten, aus dem Busch gekommen seien, Soldaten, Rebellen. Manche berichteten auch von Zwangsarbeit in den Minen. Wie das mit meinem Handy zusammenhing, war mir damals allerdings noch nicht klar.

Begegnung mit missio-Projektpartnerin Therese Mema

Das verstand ich, als ich Therese Mema kennenlernte, eine Kongolesin Anfang 30, Trauma-Therapeutin und Sozialarbeiterin, eine kleine Frau mit einer Fröhlichkeit, mit der sie andere Menschen erreichen kann. Sie arbeitet in Bukavu, der Hauptstadt des Süd-Kivu, in einer Beratungsstelle der katholischen Organisation „Justice and Peace“, die missio unterstützt. Sie hörte den Frauen, die vergewaltigt worden und aus den Dörfern in die Stadt geflohen waren, aufmerksam zu und stellte fest, dass die, die auch von Verschleppungen berichteten, alle aus Gegenden kamen, in denen Coltan-Minen liegen.

Therese Mema fährt in die Dörfer. Dörfer, in denen fast jede Frau vergewaltigt worden ist. Sie spricht mit ihnen. Sie hört die Geschichten von den Überfällen, der Zwangsarbeit in den Minen. Die Frauen mussten Coltan und andere, für Elektronik wichtige Erze abbauen, jeden Tag viele Stunden in den Minen schuften und nachts ihren Peinigern zu Diensten sein. Wer Flucht oder Verweigerung wagt, wird getötet.

missio unterstützt Traumazentren im Kongo

missio-Projektpartnerin Therese Mema © Bettina Flittner / missio

Gemeinsam mit Jörg Nowak von missio und dem Fotografen Claudius Schulze fuhren wir zu Therese und begleiteten sie eine Woche lang zu den Frauen, die so furchtbare Gewalt erlebt hatten, dass ich einiges von dem, was sie mir erzählten, nicht aufschreiben mochte. Therese hat in 18 Dörfern südlich von Bukavu Traumazentren eingerichtet, sie heißen „Centre d’Ecoute“, Orte des Zuhörens. Wir haben beobachtet, wie Therese durch Geduld und einer grundpositiven Haltung zum Leben es geschafft hat, einen Zugang zu den Frauen zu finden. Oft saß sie still neben einer Frau und legte einfach ihre Hand auf ihren Arm.

Therese wusste auch, welche Dörfer wir sicher besuchen konnten und in welchen Rebellen oder Ex-Soldaten das Sagen haben, was für uns unangenehm hätte werden können. Wenn wir durch so ein Dorf kamen, wies sie den Fahrer an, Gas zu geben. An einem Tag fuhren wir in eine so genannte freie Mine, in der jeder Kongolese auf eigene Faust und ohne Genehmigung schürfen darf. Viele der Schürfer hielten uns Weiße für Vertreter internationaler Firmen, die sich derzeit nach und nach die Rechte an den Minen sichern, dann ihre eigenen Trupps einfliegen und die Minen für Kongolesen sperren. Es war gut, dass wir gemeinsam mit einem Priester aus der Region unterwegs waren, zu ihm hatten die Menschen Vertrauen.

Große Resonanz und Hilfsbereitschaft bei BRIGITTE-Leserinnen

Die Reportage erschien im Mai 2014 – und mobilisierte unsere Leserinnen. Viele schrieben bewegende Briefe und Mails, und viele wollten Therese Mema unterstützen. Die Leserinnen spendeten bis heute 21.227 Euro für Thereses Arbeit. Auch die Telekom reagierte. Cornelia Szyszkowitz, Leiterin des Bereichs Information und Nachhaltigkeit, schreib mir, sie habe den Artikel einigen Kollegen empfohlen und sei sicher, dass er das Bewusstsein für die Konfliktmineralien-Thematik weiter fördern werde. Für missio sind „saubere Handys“ an langfristiges Anliegen. Mit Aktionen und Petitionen appelliert das Hilfswerk an die Hersteller, künftig zu garantieren, keine direkten oder indirekten Geschäfte mit Rebellen zu machen.

Besonders freut mich, dass Therese Mema aufgrund des BRIGITTE-Artikels im Juni den Shalom-Preis 2015 des Arbeitskreises für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt erhalten wird. Der Preis ist einer der höchst dotierten Menschenrechtspreise in Deutschland und wird jedes Jahr an ein Projekt oder einen Menschen vergeben, der sich in besonderer Weise für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Eine der Jurorinnen hatte beim Zahnarzt die BRIGITTE gelesen, war auf Thereses Geschichte gestoßen und so auf die Problematik im Kongo aufmerksam geworden. Der Arbeitskreis wurde 1981 von Studierenden gegründet, in den letzten Jahren konnten jeweils über 20.000 Euro als Preisgeld gesammelt werden.

"Es ist großartig, dass Therese Mema für ihre Arbeit diese Art der Wertschätzung erfährt – und dass das Preisgeld helfen wird, die Trauma-Projekte, die sie aufgebaut hat, am Leben zu erhalten".

Meike Dinklage

Meike Dinklage, 49, ist Chefreporterin und Leiterin des Ressorts Zeitgeschehen bei der Zeitschrift BRIGITTE (BRIGITTE erscheint 14-tägig im Verlag Gruner + Jahr).

Linktipp:
Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit
Aktion Saubere Handys
Petition Saubere Handys unterzeichnen

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