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Kongo, Krieg und Handys

Frank Poulsen, 37, hat sich in das Rebellengebiet im Kongo gewagt, um die Herkunft des Coltans für Handys zu recherchieren. © Frank Poulsen

Mit einer Dokumentation enthüllt der Filmemacher Frank Poulsen, wie unsere Handys den Krieg im Kongo finanzieren. In einem Interview erläutert er die Zusammenhänge.

„Klebt an meinem Handy Blut?“, diese Frage hat Sie in ihrem Dokumentarfilm „Blood in the mobile“ beschäftigt. Was haben Sie herausgefunden?

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich in unseren Mobiltelefonen Mineralen wie Coltan aus Konfliktregionen befinden.

Sie sind in den Osten des Kongo gereist, wo große Vorkommen des wertvollen Coltans lagern. Was haben Sie erlebt?

Ich war schon oft in Bürgerkriegsregionen, aber was ich im Dschungel des Kongos gesehen habe, ist die Hölle auf Erden. Der Krieg im Kongo hatte ursprünglich soziale und ethnische Gründe. Als die Handybranche boomte und die Preise für diese notwendigen Rohstoffe in den Himmel schossen, begann sich der Krieg auch um diese Mineralien zu drehen. Die Kriegsherren hatten plötzlich eine Lizenz zum Gelddrucken entdeckt, weil sie an dieses Coltan sehr einfach kamen. Einige dieser Warlords sind Geschäftsleute geworden. Das Coltan ist nicht der einzige Grund für den Krieg, aber es ist eine Geldquelle für die Rebellen. Wenn man verhindern kann, dass dieses Geld weiterhin zu den bewaffneten Gruppen fließt, dann würde dies Wirkung zeigen.

Wie reagieren die Mobilfunkhersteller auf den Vorwurf, dass ihre Handys den Krieg im Kongo finanzieren? Oder können Nokia und andere Hersteller garantieren, dass ihre Handys sauber sind?

Für die Recherchen zu meinem Film habe ich über ein Jahr lang jede Woche bei Nokia angerufen, ich wurde von einer Stelle zur nächsten weitergeleitet. Inzwischen schreibt Nokia auf seiner Website, dass sie gute Absichten haben, aber bis heute können sie nicht garantieren, dass sie dieses Coltan nicht auch in ihren Mobilfunkgeräten verwenden. Ich meine, die Handy-Unternehmen müssen doch wissen, woher ihre Materialien kommen. Ein Supermarkt weiß ja auch, wo seine Ware herkommt.

Dann geht es also eigentlich um etwas ganz anderes?

Letztendlich geht es nur um den Preis. Wenn das Mobiltelefon durch illegales Coltan billiger produziert werden kann, dann kann man günstiger als die Konkurrenz sein. Und die Käufer von Mobiltelefonen schauen auf die Preise.

Mir hat mein Film gezeigt, dass wir von den großen Unternehmen nicht erwarten können, dass sie das Problem lösen. Wir müssen es fordern, damit sich etwas ändert.

Jörg Nowak

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