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Interview mit Pater Shay Cullen

Aktion Schutzengel

Vor 34 Jahren wurden Sie als Seelsorger nach Olongapo City in die Philippinen entsandt. Was brachte Sie dazu, sich aus dem Gelände von St. Joseph´s zu wagen und auf den Straßen zu engagieren?

Shay Cullen: Wir unterhielten damals auch eine Schule und niemandem konnten die familiären und Drogenprobleme entgehen, die die Kinder hatten. Die soziale Situation in Olongapo City – damals der Heimathafen der US-Militärbasis in Subic Bay – war katastrophal wegen der ausufernden Sexindustrie, die Frauen und Kinder ausbeutete und an die Marines verkaufte. Als ein 14-Jähriger Junge dann bei mir seine letzte Beichte ablegen und Selbstmord begehen wollte, wusste ich, was meine wirkliche Mission war: Von diesem Moment an kümmerte ich mich nicht nur um die Sakramente und die Seelsorge, sondern ging raus aus unserem Gelände, in die Straßen – für die damalige Zeit etwas ganz Ungewöhnliches.

Ihre 10-jährige Kampagne gegen die US-Militärbasis war erfolgreich. Doch nach den Marines sind es nun die Sextouristen und Pädophilen, die die Kinder in Olongapo City mißbrauchen. Ihr Kampf scheint kein Ende zu nehmen – entmutigt Sie das nicht manchmal?

Shay Cullen: Ganz und gar nicht! Unsere Arbeit ist ja von Erfolg gekrönt: Nachdem die Navy Base 1992 geschlossen wurde, brach der Sexindustrie die Kundschaft weg. Durch die Umwandlung in einen Industriepark, an dessen Konzeption wir mitgewirkt haben, können die 16.000 Filipinos heute einer menschenwürdigen Arbeit nachgehen.

Auch unser heutiger Kampf gegen Sextouristen und die Sexmafia vor Ort ist nicht vergeblich: Immer wieder gelingt es uns, Beweise zusammenzustellen, die zur Verurteilung pädophiler Touristen, darunter auch Deutsche, führen.

Außerdem: Wenn wir uns nicht für die schutzlosen Kinder einsetzen – wer dann??

Die Kindersexindustrie versucht Ihrem Ruf zu schaden. Immer wieder werden Sie belästigt, bedroht und vor Gericht gebracht – wo Sie allerdings jeden Prozess gewonnen haben. Stört es Sie, dass Sie von vielen Menschen als Störenfried angesehen werden?

Shay Cullen: Ich sehe mich da in der Nachfolge Jesu. Auch er hat sich für die Schwächsten der Gesellschaft, für Frauen und Kinder, für Gerechtigkeit und Menschenrechte eingesetzt. Weil er unbequem war, war er den damaligen Eliten und Machthabern ein Dorn im Auge, wurde vor Gericht gestellt und getötet.

Welche Botschaft möchten Sie uns denn mitgeben?

Shay Cullen: Mein Wunsch ist es, dass sie ihr Christ-Sein untersuchen und in Frage stellen. Es geht hierbei nicht nur um den Glauben und eine himmlische Zukunft, sondern eben auch um Action auf Erden. Ich hoffe, dass dieser Glaube die Leser dazu inspiriert, dass sie vom Geist beseelt sind, die Welt zu verändern. Das kann sich dann in einer Spende äußern, aber sollte dort nicht aufhören. Ich wünsche mir, dass die Katholiken Lobbying betreiben, sich Menschenrechtsorganisationen anschließen oder an die Bundesregierung schreiben, damit diese sich für eine veränderte Gesetzgebung auf den Philippinen einsetzt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Pater Shay Cullen

Zur Person: Shay Cullen

Geboren in der Nähe von Dublin, Irland

1961 Eintritt in den Orden der Missionsgemeinschaft St. Columban

1969 Entsendung in die Stadt Olongapo/Philippinen

1974 Gründung von PREDA (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance Foundation, Inc.)

1982 Beginn einer Kampagne gegen die dortige US-Militärbasis, die eine ausufernde Sexindustrie auslöst: 16.000 Kinder und Frauen werden sexuell ausgebeutet und an die Marines verkauft

1992 Erfolg nach 10-jährigem Kampf: Umwandlung der Militärbasis in ein Gewerbegebiet mit High-Tech und anderen Betrieben, in dem die Filipinos einer menschenwürdigen Arbeit nachgehen können.

2000 Menschenrechtspreis der Stadt Weimar

2003 Nach 2001 von mehreren deutschen Bundestagsabgeordneten zum zweiten Mal für den Friedensnobelpreis nominiert.

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