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„Bildung ist ein Menschenrecht!“

v.l.n.r.: Markus Offner (Kindermissionswerk), Professor Norbert Frieters-Reermann, missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer © KNA

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und missio Aachen präsentieren Studien zu Bildungschancen junger Flüchtlinge

4. Dezember 2013

„Mehr als die Hälfte der Deutschen auf der Flucht“ – das ist eine erschreckende, wenn auch erfundene Schlagzeile. Sie macht aber eine Zahl fassbarer, die sonst abstrakt bleibt: Denn tatsächlich zählt das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) weltweit 45,2 Millionen Flüchtlinge. Knapp die Hälfte davon ist jünger als 18 Jahre. Besonders sie und ihre Familien in Not brauchen einen Anwalt in der internationalen und nationalen Politik, weil ihnen durch die Flucht mit das Wichtigste genommen wird: Ihr Recht auf Bildung.

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen wollten nun wissen, wo und wie überall dieses Recht verletzt wird und was dagegen getan werden kann. Dafür haben sie eine Doppel-Studie initiiert, die die Situation von minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland und dem afrikanischen Malawi kritisch analysiert. In Zusammenarbeit mit Professor Norbert Frieters-Reermann von der Katholischen Hochschule NRW in Aachen und dem Centre for Social Concern in Malawi entstand die Studie mit dem Titel „Für unser Leben von morgen. Eine kritische Analyse von Bildungsbeschränkungen und -perspektiven minderjähriger Flüchtlinge“. Sie wurde jetzt im Medienhaus in Bonn vorgestellt.

Beispiel Flüchtlingslager Dzaleka in Malawi

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen und des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, bezeichnete bei der Vorstellung einen angemessenen Zugang zu Bildung als ein Menschenrecht. Zudem sei dies „der Schlüssel für eine bessere Zukunft der von Flucht betroffenen Menschen“. Gleichzeitig müssten Deutschland oder Europa die Flüchtlinge, die sie aufnehmen, als „Mitmenschen mit Begabungen und Potentialen sehen – und nicht als mehr oder weniger lästige Bittsteller, denen aus humanitären Gründen geholfen werden muss“, so Krämer. Um für eine solche Mentalitätsänderung in Deutschland zu werben, stehe zum Beispiel die kommende Sternsingeraktion unter dem Motto: „Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!“ Die Aufgabe von Hilfswerken wie dem Kindermissionswerk oder missio Aachen sei es zudem, den Menschen in Afrika oder Asien, die vor Krieg, Gewalt und menschenunwürdigen Lebensbedingungen fliehen müssen, vor Ort zu helfen, ihre traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Das sei ein wichtiger Baustein für die Projektarbeit der beiden Werke mit den Ortskirchen in Afrika und Asien. In den vergangenen sechs Jahren konnte beispielsweise das Kindermissionswerk 143 Projekte mit dem Schwerpunkt „Flucht“ fördern, davon 85 Projekte in Afrika, 49 in Asien und neun in Lateinamerika. Als Beispiel für diese Arbeit rückt das Kindermissionswerk das Flüchtlingslager in Dzaleka im ostafrikanischen Malawi in den Mittelpunkt der kommenden Sternsingeraktion. Dort leben knapp 17.000 Menschen, darunter zahlreiche Mädchen und Jungen, die das Kindermissionswerk mit Schulprojekten und Programmen zur Traumatherapie begleitet.

Schon der Begriff „Flüchtling“ grenzt aus

Professor Frieters-Reermann forderte in Bonn, dass die von Deutschland unterzeichneten internationalen Abkommen zum Recht auf Bildung für minderjährige Flüchtlinge endlich auch umgesetzt werden. In einem komplizierten und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabten Flüchtlings- und Migrationsrecht spiele das Kindeswohl kaum eine Rolle. „Dieses Recht muss reformiert und vereinfacht werden“, so Frieters-Reermann. Auch die Unterbringung von jungen Flüchtlingen in Sammelunterkünften schränke das Recht auf Bildung erheblich ein. „Diese Sammelunterkünfte sind wie Lager, und in Lagern kann man nicht lernen, diese müssen aufgelöst werden.“ Minderjährigen Flüchtlingen und ihren Familien müsste alternativer Wohnraum zur Verfügung gestellt werden. Weitere wesentliche Aspekte seien Fragen der Familienzusammenführung, der humanen Inobhutnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen oder der Ausbildungsmöglichkeiten für nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge über 16 Jahren. Vor allem aber dürfe man nicht schon allein durch die Verwendung des Begriffes „Flüchtlinge“ die nach Deutschland gekommenen Menschen von der Mehrheitsgesellschaft ausgrenzen und sie mit dem Etikett „Problem“ versehen. Vielmehr müsse man erkennen, wie sehr Flüchtlinge, die in Deutschland Aufnahme finden, auch unser Leben bereichern könnten: Sportlich, kulturell, sozial, sprachlich und menschlich, so Frieters-Reermann.

Sprachfähigkeiten der Kinder sind beeindruckend

Markus Offner, Referent für Grundsatzfragen im Kindermissionswerk, empfahl der Regierung in Malawi, die Vorbehalte bei der vollen rechtlichen Umsetzung der Flüchtlingskonvention aufzugeben. Dies betreffe vor allem die Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten von anerkannten Flüchtlingen und ihre Bewegungsfreiheit in Malawi. Im Flüchtlingslager Dzaleka selbst müssten vor allem Mädchen besser geschützt und gefördert werden. Zudem sollten Lehrer weitergebildet werden. „Darüber hinaus werden außerschulische Angebote mit und für Flüchtlingskinder dringend benötigt“, so Offner weiter. Dass sich der Einsatz für die Bildung von Flüchtlingskindern lohnt, verdeutlichte Offner anhand eines Eindrucks, der bei seinem Besuch in Dzaleka prägend gewesen sei: „Die Kinder müssen dort schnell viele Sprachen lernen, sie können das, das ist eine außergewöhnliche Fähigkeit.“

Die Doppelstudie kann als gebundene Ausgabe zum Preis von 24 Euro online beim Kindermissionswerk bestellt werden (kindermissionswerk.de/shop). Darüber hinaus steht die Studie kostenlos als PDF zum Download bereit.

Downloads

Studie "Für unser Leben von morgen" (KMW / missio) (PDF, 0.99 MB)
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Rede von missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer zur Studie "Für unser Leben von morgen" (PDF, 69.84 kB)
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