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Prominente gegen Bluthandys

Kongo: "Eure Handys haben etwas mit unserem Krieg zu tun"

19. Dezember 2013

Smartphones und Tablets sind die Renner unter den Weihnachtsgeschenken. Das katholische Hilfswerk missio in Aachen fordert deshalb: Keine Geschäfte mit Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die Rohstofflieferungen für die Produktion dieser Geräte kontrollieren. Ein Dutzend Prominente von Alice Schwarzer über Norbert Blüm, Cem Özdemir, Horst Lichter bis zu dem Berliner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki unterstützen den Appell und die missio-Aktion "Saubere Handys".

missio und seine Unterstützer appellieren an Unternehmen wie Apple und Samsung zu garantieren, dass das für die Produktion von Smartphones und Tablets notwendige Coltan oder Gold weder direkt noch indirekt aus dem Handel mit Rebellen im Kongo stammt. Denn: „Eure Handys haben etwas mit unserem Krieg zu tun“, sagt Thérèse Mema, Mitarbeiterin des katholischen Menschenrechtsbüros „Gerechtigkeit und Frieden“ im Osten des Kongos. Gemeinsam mit missio kritisiert sie den illegalen Handel mit diesen Rohstoffen für die Kommunikationsbranche. Die 31-jährige Afrikanerin kennt die Situation in den Gold- und Coltanminen ihrer Heimat genau, die gezielt überfallen werden. Die Rebellen plündern, vergewaltigen und töten, um ihre einträglichen Geschäfte betreiben zu können. Um die traumatisierten Opfer kümmert sich dann ein Team der psychologisch geschulten Schwester Thérèse Mema.

"Ich unterstütze die Aktion, weil ich auf einen verheerenden Bürgerkrieg aufmerksam machen möchte", erklärte Kardinal Woelki gegenüber der Zeitschrift "kontinente", die in ihrer Januar-Ausgabe über das Thema berichtet. "Vielleicht gelingt es auf diesem Wege, einen wichtigen Beitrag zum Frieden zu leisten."

Rund 10.000 Menschen haben bislang den missio-Appell für "Saubere Handys" unterzeichnet haben. Online kann die Forderung hier unterschrieben werden.

Zum Hintergrund:

Seit die Nachfrage nach Handys und anderen elektronischen Geräten boomt, hat dies Auswirkungen bis in die entlegenen Regionen in der Demokratischen Republik Kongo. Im Jahr 2000 erreichte die Produktion von Mobilfunkgeräten einen Höhepunkt. Das für die Herstellung benötigte Mineral Coltan wurde auf dem Weltmarkt knapp. Als Coltan zeitweise so teuer wie Silber wurde, witterten bewaffnete Gruppen im Osten Kongos mit all seinen Bodenschätzen ein lukratives Geschäft.

Ein Jahr später enthüllte ein Bericht der Vereinten Nationen die internationalen Verstrickungen. Der Krieg konzentriere sich auf die Minen und den Handel mit Gold und Coltan, kritisiert die UN in ihrer Untersuchung. Gleichzeitig wurden Namen internationaler Unternehmen aufgelistet, die wertvolle Mineralien aus dem Kongo exportieren. "Kriminelle Kartelle" hätten "weltweit Verbindungen". So würde der Krieg durch einen Handel mit Waffen für Bodenschätze weiter gefördert. Konfrontiert mit diesen dramatischen Verstrickungen reagierten die Mobilfunkunternehmen mehr als zurückhaltend. Man könne aufgrund der komplizierten Lieferketten gar nicht nachvollziehen, wo das Coltan herkäme, heißt es unisono.

Dass es dennoch gehen kann, will ab dem 23. Dezember ein niederländischer Betrieb mit acht Angestellten den Weltkonzernen beweisen. Dann werden die ersten 11.000 Geräte des sogenannten Fairphones ausgeliefert, bei dem Coltan aus dem kongolesischen "Solutions for Hope-Projekt" stammt, einer garantiert konfliktfreien Initiative.

Linktipps:
Handyaktion im Rahmen der Aktion Schutzengel
Länderübersicht DR Kongo
Das Fairphone

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