Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Ansprechpartner

Johannes Seibel

Johannes Seibel ,
Leiter Abteilung Kommunikation und Presse / Pressesprecher

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-285
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
» Kollektenaufruf und -termine » Reportage » Afrikatag 2017 » Bausteine für den Gottesdienst » Afrikatag 2017
Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit. Glauben teilen. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

Zentralafrikanischer Bischof fordert gegenüber missio Unterstützung Deutschlands

© Susanne Kruza / missio

„Internationale Gemeinschaft muss intervenieren“

25. Januar 2014

Bischof Nestor Désiré Nongo-Aziagba: „Das ist kein religiöser Konflikt“.

Mehr Unterstützung Deutschlands für eine Lösung der Krise in Zentralafrika hat Bischof Nestor Désiré Nongo-Aziagba am Montag, 27. Januar, im Gespräch mit dem katholischen Hilfswerk missio Aachen gefordert. Er hoffe außerdem auf einen Einsatz der Blauhelme der Vereinten Nationen. „Die Krise in Zentralafrika dauert schon sehr lange an. Das Land ist völlig am Boden. Die menschliche Solidarität verlangt, dass die internationale Gemeinschaft in diese Krise interveniert. Ich hoffe, dass Deutschland, das nicht nur einen politischen sondern auch wirtschaftlichen Einfluss auf Europa hat, sich an der Lösung der zentralafrikanischen Krise beteiligen kann“, so der katholische Bischof aus der katholischen Diözese Bossangoa im Westen Zentralafrikas.

Die Aufgabe der Kirche müsse es sein, sich am Wiederaufbau in Zentralafrika zu beteiligen. „Unsere ganze Infrastruktur ist hier am Boden. Unsere sozial-pastoralen Mittel und die Schulen, Krankenhäuser und Kliniken wurden zerstört und geplündert. Wir brauchen substantielle Hilfe, um wieder aufzubauen, was wir verloren haben. Die Plünderungen gehen heute auch noch weiter.“ Nach Informationen des Bischofs seien ganze Dörfer von der Landkarte gelöscht worden. Die Bevölkerung habe ihr Hab und Gut verloren, die Felder und Ernten, Häuser und persönlichen Dinge der Menschen seien zerstört worden.

Allerdings trat Bischof Nestor der Darstellung entgegen, dass es sich bei den Konflikten in der Zentralafrikanischen Republik um einen Art Religionskrieg handele: „Die religiöse Dimension der Auseinandersetzungen ist eine Konsequenz der militärischen und politischen Konflikte.“ Die in internationalen Medien getroffene Unterscheidung zwischen muslimischen Seleka-Rebellen und christlichen Anti-Balaka-Kämpfern trifft nach Meinung der Bischofs nicht den Kern des Konflikts. „Journalisten wollen uns in Richtung eines religiösen Konfliktes steuern, das ist gefährlich“, so der Bischof.

Die große Herausforderung der katholischen wie auch protestantischen Kirche in der Zentralafrikanischen Republik liegt für Bischof Nestor darin, die Menschen zu Frieden und Versöhnung aufzufordern. „Die Menschen ertragen schlicht die Ausschreitungen nicht mehr, sind von Hass infiziert und auf Rache aus. Als Kirche sagen wir deshalb deutlich alle Bürgern des Landes: dieser Konflikt wird nicht durch Rache gelöst.“

Neben einem dringend notwendigen Wiederaufbau der Infrastruktur des Landes sei jetzt vor allem die Wiederherstellung von Sicherheit notwendig, so Bischof Nestor weiter. Auch die zerstörte öffentliche Verwaltung müsse rasch wieder zum Funktionieren gebracht werden. Weiterhin sagte er: „Wir können fast nirgends eine Entwaffnung der verfeindeten Gruppen beobachten, das beunruhigt mich, denn es sind so viele Waffen im Umlauf. Das müsste geschehen. Die Autorität des Staates muss wieder hergestellt werden. Der Rest wird dann folgen.“

Selbst nachdem die neue Interimspräsidentin der Zentralafrikanischen Republik, Catherine Samba-Panza, vergangene Woche vereidigt worden sei, herrsche im gesamten Land weiterhin Chaos. „Weder die Sicherheitslage, noch die Bewegungsfreiheit sind im Land gewährleistet“, berichtet Bischof Nestor. Die Interimspräsidentin könne zur Lösung des Konflikts beitragen, indem sie die Zentralafrikaner unabhängig von deren politischen oder religiösen Überzeugungen wieder zusammen bringe. „Wenn sie es schaffen würde, das Volk zu einen, einen sozialen Zusammenhalt zu schaffen, dann wäre das eine große Leistung“, so der Bischof.

Linktipps:
Bitte helfen auch Sie mit Ihrer Spende!
Länderübersicht Zentralafrikanische Republik

© 2009-2017 missio Aachen