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Nach der Indienwahl: missio-Partner warnt vor der Gefahr des Hindunationalismus als neuer „Staatsreligion“

„Menschenrechte stehen auf dem Spiel“ - Internationales Katholisches Missionswerk missio ruft Bundesregierung zu „angemessen kritischen Umgang mit dem neuen wahrscheinlichen Premierminister Modi“ auf – Muslime und Christen nehmen Wahlergebnis mit Ängsten auf

16. Mai 2014

Nachdem die hindunationalistische Partei (BJP) und ihr Spitzenkandidaten Narendra Modi stärkste Kraft bei der Parlamentswahl in Indien geworden ist, warnt das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen vor einer Verschlechterung der Lage für religiöse und ethnische Minderheiten. „Die hindunationalistischen Strömungen bedrohen seit vielen Jahren die Religionsfreiheit im Lande und haben in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen oder gar pogromartigen Übergriffen auf Muslime und Christen geführt. Je größer die Macht der BJP im Lande ist, desto größer sind die Gefahren für diese religiösen Minderheiten“, sagte Bettina Leibfritz, Indien-Referentin von missio, am Freitag, 16. Mai, in Aachen.

Von der deutschen Bundesregierung erhofft sich missio, „angemessen kritisch im Umgang mit dem neuen wahrscheinlichen indischen Premierminister Narendra Modi zu sein“, so Leibfritz weiter. „Da Narendra Modi sich im Wahlkampf als Mann der Wirtschaft positioniert hat, wird Deutschland ein ernstzunehmender Partner sein. In diesem Zusammenhang sollte von deutscher Seite aus klare Position bezogen werden“, sagte die missio-Expertin.

Der indische katholische Priester und Menschenrechtsaktivist Ajaya Kumar Sing aus Odisha sah im Gespräch mit missio am heutigen Freitag mit dem Sieg der BJP und Modis die „Vielfalt und den Pluralismus Indiens“ in Gefahr. „Dies betrifft nicht allein Muslime und Christen, die Menschenrechte und die Menschenwürde stehen auf dem Spiel“, so Ajaya Kumar Sing. Der Aktivist befürchtet, das die hindu-nationalistische Ideologie den säkularen Staat bedroht und „allmählich als Staatsreligion Fuß fassen kann, während die Minderheiten, die mit ihrer Religion und ihrem Glauben die gleichen Rechte wie alle Inder genießen, in den Privatbereich zurückgedrängt werden“, so Sing. Künftig könne in Indien „jede auch nur einigermaßen vernünftige, unabhängige und für die Menschenrechte eintretende Stimme als Störenfried, als feindlicher Agent oder Terrorist abgestempelt werden.“ Es müsse nicht, aber es könne jetzt zu „unmittelbaren Anschlägen“ gegen Muslime und Christen kommen. Es komme nun darauf an, wie die unabhängigen indischen Institutionen die Regierung kontrollierten und die Gewaltenteilung funktioniere. „Ich wünschte, dass sich unsere Befürchtungen als unberechtigt erweisen“, so Ajaya Kumar Sing gegenüber missio.

Dass Muslime und Christen in Indien skeptisch, zum Teil mit Angst den Wahlsieg der BJP erleben, hält Leibfritz für „sehr nachvollziehbar“. Denn die BJP mit ihrem militanten Flügel Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) richte sich gegen alle religiösen und ethnischen Minderheiten im Land. „missio unterstützt in Indien - vor allem in Odisha - kirchliche Partner, die sich für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen. Unsere Partner in Indien gehören allesamt der christlichen Minderheit an, sehr viele davon auch den ethnischen Minderheiten, also indigenen Bevölkerungsgruppen, auch Adivasi genannt. Je nachdem, wie die neue nationalistisch eingestellte Regierung die religiösen und ethnischen Minderheiten weiter ausgrenzt oder gar bedroht, wird missio auf die neue Situation reagieren“, sagte Leibfritz.

Linktipp:
Interview mit missio-Partner Fr. Ajay Kumar Singh
Länderübersicht Indien
Bettina Leibfritz im Interview auf domradio.de

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