Sie haben Javascript deaktiviert. Möglicherweise stehen Ihnen dadurch einige Features nicht zur Verfügung. Bitte aktivieren Sie Javascript.

Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Ansprechpartner

Johannes Seibel

Johannes Seibel ,
Leiter Abteilung Kommunikation und Presse / Pressesprecher

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-285
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit. Glauben teilen. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

Patriarch warnt gegenüber missio: Im Irak geschieht Völkermord

Chaldäischer Patriarch: Louis Raphael Sako © missio / Katharina Ebel

Fast zweitausendjährige religiöse und kulturelle Tradition wird ausgelöscht. Die Weltöffentlichkeit schaut tatenlos zu, wie Menschen aufgrund ihres Glaubens vertrieben und getötet werden.

7. August 2014

In der Nacht vom 6. auf den 7. August 2014 haben die Einheiten des Islamischen Staats (IS) einen Großteil der christlichen Ortschaften in der Niniveh-Ebene rund um Mossul eingenommen. Die kurdischen Einheiten, die die Region bisher schützten, hatten sich kurz vorher überraschend zurückgezogen. Hunderttausend Menschen, überwiegend Christen, sind in Panik geflohen. „Christen laufen zu Fuß in der irakischen Sommerhitze in Richtung auf die kurdischen Städte Erbil, Dohuk und Sulaimaniya, unter ihnen Kranke, Alte, Kinder und schwangere Frauen. Sie stehen vor einer humanitären Katastrophe und dem echten Risiko eines Völkermords“, schreibt der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako in einem dramatischen Appel an die Weltöffentlichkeit (hier: deutsche Übersetzung), der dem Internationalen Katholischen Hilfswerk missio Aachen vorliegt. „Es gibt Zweifel daran, ob die Region Kurdistan allein den brutalen Vormarsch der Dschihadisten aufhalten kann,“ warnt der Patriarch, der das Oberhaupt der katholischen Kirche im Irak ist. „Es mangelt ganz offensichtlich an Kooperation zwischen der Zentralregierung [in Bagdad] und der Regionalregierung [in Kurdistan]. Dieses Vakuum nutzt ISIS, um seine Terrorherrschaft zu errichten.“

Bereits vor einem Monat hatten die Kämpfer von IS, vormals ISIS (Islamischer Staat in Irak und Syrien), Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes, erobert und Christen in der Folge vor die Wahl gestellt, zum Islam zu konvertieren, eine Sondersteuer zu bezahlen oder „durch das Schwert“ zu sterben. So gut wie alle Christen haben daraufhin Mossul verlassen. Viele hatten in den Dörfern in der Niniveh-Ebene Zuflucht gefunden, die jetzt auch von den Islamisten erobert wurden. „Wir brauchen internationale Unterstützung und eine professionelle, gut ausgerüstete Armee. Die Situation wird immer schlimmer. Wir appellieren voller Trauer und Schmerz an das Gewissen aller Menschen guten Willens, an die Vereinten Nationen und an die Europäische Union, diese unschuldigen Menschen vor dem Tod zu bewahren. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät!“ schließt der Patriarch seinen Aufruf.

Die Truppen von IS haben in den vergangenen Tagen tatsächlich mindestens 70 Yeziden, Angehörige einer religiösen Minderheit in der Region, als „Ungläubige“ hingerichtet. „Die Befürchtungen vor neuen Massakern sind also real“, meint Matthias Vogt, Nahostreferent bei missio Aachen. „Wir könnten vor dem Ende des Christentums in der Region stehen. Damit wird eine fast zweitausendjährige religiöse und kulturelle Tradition ausgelöscht und die Weltöffentlichkeit schaut tatenlos zu, wie Menschen aufgrund ihres Glaubens vertrieben und getötet werden. Wenn es noch einen Sinn haben soll, eine schlagkräftige Blauhelmtruppe für den Irak aufzustellen, muss der Sicherheitsrat sehr schnell handeln, sonst ist es für die Menschen zu spät. Sie haben bereits jetzt alles verloren.“

Für Interviews steht der missio-Nahostexperte Dr. Matthias Vogt zur Verfügung.

Bitte helfen Sie den Christen im Irak mit Ihrer Spende!

Linktipps:
Länderübersicht Irak
Übersicht Naher Osten

© 2009-2017 missio Aachen