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Dramatische Flüchtlingssituation nach Anschlägen islamistischer Extremisten im Norden Nigerias

Der Krieg hinterlässt schreckliche Spuren.

Partner des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio bittet um Unterstützung - Nach Augenzeugenberichten von Fr. Stephen Dami Mamza haben Tausende Flüchtlinge vor den anhaltenden Kämpfen zwischen nigerianischen Sicherheitskräften und fanatischen Muslimen Zuflucht in Militärbaracken am Rande der Stadt Maiduguri gesucht. „Die meisten von ihnen sind Christen, aber auch viele Muslime befinden sich unter den Flüchtlingen. Ihre Lage ist äußerst kritisch“, berichtet Fr. Mamza, Koordinator der Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Entwicklung der Diözese Maiduguri.

30. Juli 2009

„Es gibt nicht genug Lebensmittel, Unterkünfte, Trinkwasser und Medikamente für die Menschen.“ Fr. Mamza ist Projektpartner des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio. Der Priester hat sich heute morgen trotz einer Ausgangssperre mit einer Polizeieskorte auf den Weg in die Stadt gemacht, um Brot und Wasser zu organisieren. „Doch es gibt kein Brot zu kaufen. Die Versorgungslage ist katastrophal“, so Fr. Mamza.

Agenturberichten zufolge haben am vergangenen Sonntag Anhänger der radikalislamischen Sekte „Boko Haram“, die sich erklärtermaßen an den afghanischen Taliban orientiert, Polizeistationen im Bundesstaat Bauchi angegriffen. Die Kämpfe breiteten sich auf die Nachbarregionen aus. Andere Quellen berichten von zeitgleichen Attacken an verschiedenen Orten, die auf einen geplanten und koordinierten Angriff hindeuten.

Bislang seien mindestens 260 Menschen ums Leben gekommen. Die Regierung hat Polizei- und Armeeeinheiten in Maiduguri, dem Hauptsitz der Sekte, zusammengezogen, um gegen die schwer bewaffneten Kämpfer der „Boko Haram“ vorzugehen. Die Sekte fordert von der nigerianischen Regierung, das islamische Recht, die Scharia, solle im ganzen Land und nicht nur wie bisher in zwölf Bundesstaaten im Norden gelten. Der Name „Boko Haram“ bedeute „Westliche Erziehung ist eine Sünde“, so Fr. Mamza.

Obwohl führende Vertreter der Muslime die Attacken der Sekte scharf verurteilen und sich die Gewalt bislang vorwiegend gegen die Sicherheitskräfte richtet, befürchten Christen zur Zielscheibe zu werden. „Nicht nur Polizeistationen waren Ziel der Gewalt. Viele Kirchen wurden niedergebrannt, zwei Priester und ihre Verwandten getötet“, berichtet Fr. Mamza. Zurzeit habe sich die Lage durch die starke Militärpräsenz etwas stabilisiert.

Bereits im Februar 2006 hatten muslimische Fanatiker Kirchen und Häuser von Christen in Maiduguri in Brand gesteckt. Zahlreiche Menschen starben. Der Amtsvorgänger von Fr. Mamza, Fr. Michael Gajere, wurde ermordet, als er versuchte Angreifer von der Zerstörung seiner Kirche abzuhalten. Anlass der Gewalt gegen Christen waren die Mohammed-Karikaturen, die Monate zuvor in einer dänischen Zeitung veröffentlicht worden waren.

Die katholische Ortskirche hat ihre Bemühungen um den friedlichen Dialog mit den Muslimen verstärkt. Im kommenden Monat der Weltmission Oktober wird missio den Einsatz der nigerianischen Kirche für Frieden, Versöhnung und den gewaltfreien interreligiösen Dialog in seiner bundesweiten Kampagne thematisieren.

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