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Zentralafrikanische Republik: Nicht mit dem religiösen Fieber spielen

Erzbischof Dieudonné Nzapalainga (Bangui / Zentralafrikanische Republik) © missio / Bernd Weishaupt

Der Erzbischof von Bangui kritisiert den Missbrauch der Religion, sieht sein Land im Stich gelassen und hofft auf den Besuch des Papstes.

23. März 2015

„Heute kämpft man in Zentralafrika nicht um das Kreuz, nicht um die Bibel, nicht für den Koran. Man kämpft, weil man an die Bodenschätze heran will, weil man an die Macht kommen will“, erklärte der Vorsitzende der zentralafrikanischen katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Dieudonné Nzapalainga, in einem Interview gegenüber missio und kritisierte deutlich die Instrumentalisierung von Religion für politische Zwecke: „Allen Politikern, die mit dem religiösen Fieber spielen, sagen wir: Nein, damit darf man nicht spielen.“

Erzbischof Nzapalainga setzt sich seit dem Beginn der Krise zusammen mit dem höchsten Repräsentanten des Islam und dem Präsidenten der Evangelischen Allianz in einer beispiellosen Initiative für den Frieden in seinem Land ein. Immer wieder werben sie gemeinsam um Hilfe bei europäischen Regierungen und der UNO, suchen das Gespräch und Aussöhnung auch mit denjenigen, die vor Gewalt nicht zurückschrecken. „Wenn es diese Plattform der religiösen – der muslimischen, protestantischen und katholischen - Bekenntnisse nicht gäbe, würde dieses Land in Flammen aufgehen“, sagt Nzapalainga.

Der Erzbischof hofft auf den Besuch des Papstes noch in diesem Jahr. „Dieser Besuch kommt für uns zur rechten Zeit, die wir denken, dass unser Land im Stich gelassen und vergessen wurde“, erklärt der Erzbischof. „Bei diesen ganzen Kriegen, diesen Konflikten, die irgendwie überall sind, spricht man immer weniger mit uns. Ich glaube, dass es eine gute Nachricht ist, dass der Papst zu uns kommt.“

Von Europa und Deutschland erhofft sich Nzapalainga mehr Unterstützung, beispielsweise beim Aufbau einer funktionierenden Verwaltung und Administration, der Ausbildung von Fachkräften und dem Aufbau einer zentralafrikanischen Armee. „Wenn man meine, die Konflikte seien um uns herum und Zentralafrika sei weit entfernt, dann täuscht man sich“, erklärt er. „Mehr als eine Million Zentralafrikaner halten sich in den Nachbarländern auf. Wenn man da nichts unternimmt, dann werden sie den Status eines Flüchtlings beantragen und nach Deutschland, Frankreich oder Italien gehen.“

Nach einem blutigen Putsch vor zwei Jahren herrscht in der Zentralafrikanischen Republik Chaos und Verzweiflung. Feindliche Milizen bekämpfen sich. Die Sicherheitslage ist katastrophal. Der Staat hat sich außerhalb der Hauptstadt fast aufgelöst. Tausende Menschen sind den gewalttätigen Auseinandersetzungen zum Opfer gefallen. Eine Million Menschen sind auf der Flucht.

Linktipps:
Interview (19. März 2015) mit Erzbischof Dieudonné Nzapalainga
Länderübersicht Zentralafrikanische Republik

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