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Katholischer Bischof in Nigeria bei missio-Besuch: „Erste Erfolge der neuen Regierung gegen Boko Haram“

Archivfoto © Susanne Kruza / missio

Internationales Katholisches Missionswerk missio Aachen forderte von internationaler Gemeinschaft Vorbereitungen für Versöhnungsprozess nach einem möglichen Ende des Terrors

10. Juni 2015

Erste Erfolge der neuen Regierung Nigerias im Kampf gegen die islamistische Terrorgruppe Boko Haram sieht der katholische nigerianische Bischof Oliver Dashe Doeme. „Viele Dörfer sind schon von Boko Haram befreit, allmählich kehren die Bewohner zurück, auch Christen, das ist eine gute Nachricht“, sagte er am Mittwoch, 10. Juni, bei einem Besuch des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen.

Bischof Doeme leitet im Nordosten Nigerias die katholische Diözese Maiduguri, die am meisten vom Terror Boko Harams betroffen ist. Er begrüßte ausdrücklich die Ankündigung der neuen Regierung seines Landes, das Hauptquartier der Armee von der Hauptstadt nach Maiduguri zu verlegen. Die Lage der katholischen Kirche in Maiduguri sei von einer humanitären Krise gekennzeichnet, etwa 100 Kirchen seien zerstört, 500 Menschen in seinen Pfarreien getötet und etwa 200 entführt worden, berichtet Bischof Doeme weiter gegenüber missio Aachen.

Katholische Jugendliche würden von Boko Haram zwangsrekrutiert. „Die Menschen sind traumatisiert“, sagte er. „Deshalb ist es sehr wichtig, dass die internationale Weltgemeinschaft und auch die deutsche Bundesregierung nicht allein den militärischen Kampf gegen Boko Haram im Blick hat, sondern jetzt schon überlegt und Mittel zur Verfügung stellt, wie ein Versöhnungsprozess in Nigeria nach einem möglichen Ende des Terrors vorbereitet werden kann“, sagte missio-Experte Dr. Matthias Vogt.

Bischof Doeme verwies ebenfalls auf die Notwendigkeit eines solchen Versöhnungsprozesses. „Wir brauchen Unterstützung und Teams, um den traumatisierten Menschen jetzt zu helfen, aber auch, um später friedensbildende Maßnahmen, Aussöhnungsprozesse und interreligiöse Verständigung professionell in Gang zu setzen“, so der Bischof von Maiduguri. Er sieht grundsätzlich das Verhältnis von Christen und Muslimen in Nigeria nicht belastet, da die Mehrzahl der Muslime nicht der Ideologie von Boko Haram folgten und selbst Opfer des Terrors seien. Allerdings gebe es auf lokaler Ebene vereinzelt gegenseitige Verdächtigungen und Verletzungen, mit denen Christen und Muslime umzugehen lernen müssten. Er plädiert zudem dafür, dass diejenigen Angehörigen von Boko Haram, die sich ernsthaft an einem späteren Versöhnungsprozess beteiligen und ihre Ideologie ablegen wollten, die Möglichkeit offengehalten wird, sich zu ergeben. „Das ist aber eine sehr schwierige Frage“, so Bischof Doeme.

Linktipps:
Dokumentation der Folgen von Boko Haram im Nordosten Nigerias
Boko Haram in Nigeria
Menschenrechtsstudie Nigeria
Länderseite Nigeria
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