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Jemen droht eine größere humanitäre Katastrophe als Syrien

Länderbericht Religionsfreiheit 29: Jemen

missio Aachen stellt Länderbericht Religionsfreiheit zum Jemen vor

9. März 2016

"Wir dürfen trotz der Herausforderungen der Flüchtlingsbewegung nach Europa aufgrund der katastrophalen Lage in Syrien den Konflikt im Jemen nicht übersehen, der das Potenzial für eine noch größere humanitäre Katastrophe hat", warnte Mark Draser, Menschenrechtsreferent des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in Aachen, am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Themenheftes Jemen der missio-Reihe Länderberichte Religionsfreiheit. Autor des Heftes ist der Nahost-Experte Martin Gehlen. "Auch die wenigen Christen im Land leiden unter einem innerislamischen Konflikt, in dem Religion zur Legitimierung von Gewalt für machtpolitische Interessen missbraucht wird", so Draser.

21 Millionen Jemeniter warten dringend auf humanitäre Hilfe

Seit März 2015 wurden im Jemen durch militärische Gewalt 6.000 Menschen getötet und 28.000 verletzt. Rund 2,5 Millionen von 24 Millionen Einwohnern seien auf der Flucht. 21 Millionen Männer, Frauen und Kinder seien in dem armen Land dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen - fast doppelt so viele Menschen wie in Syrien. "Das militärische Eingreifen Saudi-Arabiens hat die Lage dramatisch verschlimmert. Nicht nur zahlreiche menschliche Tragödien sind zu beklagen, sondern auch die Zerstörung unwiederbringlicher Kulturgüter. So wurden große Teile der historischen Altstadt von Sanaa durch die saudischen Luftangriffe dem Erdboden gleichgemacht", sagte Draser. Der missio-Menschenrechtsreferent macht für die Eskalation im Jemen vor allem Saudi Arabien verantwortlich.

Von 22 Kirchen existieren noch fünf Kirchen

Christen sind zuletzt Anfang März von den Kämpfen im Jemen getroffen worden. Vermutlich Angehörige der Terrormiliz des sogenannten "Islamischen Staates" überfielen ein christliches Altersheim des von Mutter Teresa gegründeten Ordens der "Missionarinnen der Nächstenliebe" in Aden. Wie der Autor des missio-Länderberichtes Religionsfreiheit Jemen, Martin Gehlen, gegenüber dem missio-Blog www.bedraengte-christen.de berichtet, töteten die Terroristen alle Mitarbeiter des christlichen Altersheimes vor den Augen der Bewohner, darunter vier Ordensschwestern. Ein Priester sei entführt, die Kapelle des Heims niedergebrannt worden.

Anders als im Nordjemen gab es laut Gehlen in der einst weltoffenen Hafenstadt Aden stets eine christliche Präsenz. Zu Zeiten der britischen Kolonialherrschaft vor 1967 existierten 22 Kirchen, von denen heute noch fünf übrig sind. Nach Beginn des Krieges zerstörten Terroristen eines der Gotteshäuser und steckten ein zweites in Brand. Der christliche Friedhof wurde verwüstet, so Gehlen.

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Länderbericht Religionsfreiheit 29: Jemen

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