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missio Aachen kritisiert stark steigende Zahl von vollstreckten Todesurteilen in Saudi-Arabien

missio-Länderbericht Saudi-Arabien

Themenheft Saudi-Arabien in der missio-Reihe „Länderberichte Religionsfreiheit“ erschienen – Kirchen sollen verstärkt den Dialog mit dem Wahhabismus suchen

18. März 2016

Die steigende Zahl der vollstreckten Todesurteile in Saudi-Arabien kritisiert das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen. „Allein deshalb kann Saudi-Arabien kein verlässlicher Partner des Westens sein“, warnte Mark Draser, Menschenrechts-Referent von missio Aachen, bei der Vorstellung des neuen Themenheftes Saudi-Arabien der missio-Reihe Länderberichte Religionsfreiheit.

Laut missio sind 2015 mindestens 150 Menschen in Saudi-Arabien hingerichtet worden, so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr. Auch in diesem Jahr seien viele Hinrichtungen zu erwarten. Allein im Januar 2016 wurden 47 Menschen nach einem Todesurteil exekutiert, darunter ein angesehener schiitischer Geistlicher, was der Iran als öffentlichen Affront angesehen hatte. Die Studie ist von einem Autor aus Saudi-Arabien erstellt, der allerdings anonymisiert werden musste.

„In Saudi-Arabien ist mit dem Wahhabismus eine radikal-fundamentalistische Ausprägung des Islams Staatsreligion, die jede andere Religion, aber auch jede andere Form des islamischen Glaubens für häretisch hält, und mit der Todesstrafe bedroht“, sagte Draser weiter. Diese Ausrichtung und die wirtschaftliche Kraft mache Saudi-Arabien zu einem Risikofaktor für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten. Schon seit Jahrzehnten unterstütze das Land finanziell und ideologisch weltweit radikalislamisch-fundamentalistische Gruppierungen und destabilisiere damit ganze Staaten.

„Seit Anfang 2015 agiert Saudi-Arabien außenpolitisch immer aggressiver“, so Draser. Im Jemen führe es einen Stellvertreterkrieg, um seinen Einfluss auf der Arabischen Halbinsel gegenüber seinem Erzfeind Iran abzusichern. Angesichts der Einigung im Atomkonflikt und den Erfolgen der iranischen Verbündeten in Syrien und Irak, suche Saudi-Arabien die offene Konfrontation und wolle sich als sunnitische Führungsmacht positionieren. Auch innenpolitisch nehme der Druck zu. „Die Menschenrechte sind in Saudi-Arabien nicht existent. Verstümmelungen im Namen des islamischen Rechts sind an der Tagesordnung, Hinrichtungen Normalität. Schicksale wie das des Bloggers Raif Badawi sind keine Einzelfälle, sondern alltäglich“, erklärte Draser.

Leidtragende seien aber nicht allein die Schiiten Saudi-Arabiens, sondern auch andere religiöse Minderheiten wie zum Beispiel Christen.

Die Politik müsse mäßigend auf die saudische Regierung einwirken. Andere Religionen und die verschiedenen muslimischen Ausprägungen müssten von den Wahhabiten anerkannt und respektiert werden. „Auch die Kirchen sind gefordert und müssen verstärkt den Dialog mit den Wahhabiten suchen, und sich offensiv für die Freiheit aller Religionen in Saudi-Arabien einsetzen“, fordert Draser.

Der Bericht spricht mehrere Empfehlungen aus: So solle unter anderem der Heilige Stuhl regelmäßige Kontakte mit der saudischen Regierung pflegen und diplomatische Beziehungen zum Wohl der dortigen Christen anregen. Die Botschaften in Saudi-Arabien sollten dazu bewegt werden, religiöse Minderheiten zu unterstützen. Und die Ostkirchen sollten ermutigt werden, für alle christlichen Gemeinschaften in Saudi-Arabien einzutreten.

Den Länderbericht Religionsfreiheit Saudi-Arabien können Sie hier kostenlos bestellen oder hier herunterladen.

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