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Politische Spannungen verschärfen drohende Hungerkatastrophe in Äthiopien

Ein Opfer der angespannten Lage in Äthiopien ist die katholische Kirchengemeinde Gighessa geworden: Sie wurde niedergebrannt. © missio / H.P. Hecking

missio-Experte Hans-Peter Hecking fordert Unterstützung - Landraub und der Versuch, religiöse Stimmungen zu schüren, führen zu Protesten

4. April 2016

Vor einer Verschärfung einer drohenden klimabedingten Hungerkatastrophe in Äthiopien durch soziale Unruhen wegen Landenteignungen und der Rivalität zwischen den nördlichen und südlichen Landesteilen hat das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen heute gewarnt. „Die inneren Spannungen in dem autokratische geführten Vielvölkerstaat mit rund 80 unterschiedlichen Sprachen treten immer deutlicher zutage“, so missio-Länderreferent Hans-Peter Hecking nach der Rückkehr aus dem ostafrikanischen Land.

Nach Regierungsangaben sollen rund 10,2 der 100,4 Millionen Einwohner Äthiopiens vom Hunger bedroht sein, weil seit fast einem Jahr der Regen in weiten Teilen des Nordens, Nordwestens und Südostens des Landes ausgeblieben ist. Dort seien vor allem Kleinbauern und Hirten betroffen. „Viele Brunnen und Quellen sind versiegt, Menschen und Vieh müssen immer längere Wege zurücklegen, um an Wasser zu kommen“, so Hecking. Es seien zwar in den vergangenen Jahren Getreidenotlager angelegt worden, doch die reichten in der derzeitigen Situation bei einem Bedarf an Nothilfe über rund 1,4 Milliarden Dollar nicht aus, erklärte Hecking. „Das Land ist dringend auf externe Unterstützung angewiesen“, so der missio-Experte.

Verschärft werde die Situation durch eine unruhige politische Lage. Der Süden des Landes fühle sich von der Regierungspartei EPRDF und der Zentralregierung im nördlich gelegenen Addis Abeba benachteiligt. Dies sei besonders im muslimisch geprägten Bundesstaat Oromia zu spüren. Dort profitierten vor allem ausländische Investoren und Parteigänger der Regierungspartei von Landenteignungen und Verpachtungen riesiger Ländereien. „Es kam zu massiven gewalttätigen Protestaktionen, die von Elite-Truppen der Regierung aus dem Norden niedergeschlagen wurden“, berichtet Hecking. Es herrsche große Angst, dass die Gewalt bald nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen sei. Davon sei auch die Kirche in dieser Region betroffen. So sei am 18. Februar ein größeres Kirchengelände in Gighessa mit Pfarrkirche, Pfarrhaus, Pastoralzentrum, Schwesternkonvent und einer Klinik für behinderte Menschen angegriffen und zerstört worden. Noch werden die Hintergründe des Anschlags untersucht. „Die Versuchung ist groß, religiöse Stimmungen zu schüren, was zu weiteren Spannungen führen kann“, meinte der missio-Experte.

Es würde, so Hecking, zumeist mit chinesischer Hilfe in den Städten umfangreich neu gebaut, moderne Autobahnen, Zugstrecken, Containerbahnhöfe oder gigantische Wasserkraftwerke entstünden. „Doch die Frage ist, inwieweit die armen Menschen von dieser Entwicklung profitieren oder ob die Kluft zwischen Arm und Reich dadurch noch größer wird“, so Hecking. Ganze Viertel innerhalb der Hauptstadt wurden an die Stadtränder zwangsumgesiedelt, um Platz für Banken, Hotels und Bürotürme zu schaffen. Wenn wegen der Dürre und des Hungers die Landflucht steigt, verschärft sich auch die soziale Situation in den Städten. „Die gestiegene Zahl von Bettlerinnen, Bettlern und obdachlosen Menschen in der Millionenmetropole Addis Abeba ist augenfällig“, beobachtete Hecking.

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