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Tausende vom Hungertod bedrohte Flüchtlingskinder in Nigeria

missio unterstützt Bischof Mamz, der mehrere tausend Menschen rund um seinen Bischofssitz in Nord-Nigeria aufgenommen hat. © Bistum Yola / missio

Katholisches Hilfswerk missio Aachen stellt betroffenen Diözesen 60.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung - Aufruf zu Spenden - missio-Partner machen politische Korruption für Situation verantwortlich – Nach „Boko Haram“-Terror wiederbesiedelte Dörfer besonders betroffen

28. Juli 2016

Tausende Kinder und gebärende Mütter unter den Binnenflüchtlingen im Nordosten Nigerias sind vom Hungertod bedroht. „Die Versorgung durch den Staat und Nicht-Regierungsorganisationen funktioniert kaum. Deshalb muss die Kirche die Ernährung der Flüchtlinge verstärken. Das berichten uns heimische Projektpartner“, sagte Judith-Mirjam Edelmann, Nigeria-Referentin vom Internationalen Katholischen Missionswerk missio Aachen am Donnerstag. Das katholische Hilfswerk stellt den betroffenen Diözesen Maiduguri und Yola 60.000 Euro Akuthilfe für Lebensmittelkäufe zur Verfügung. In der Diözese Maiduguri fördert missio zudem die Ausbildung von Traumatherapeuten für die Flüchtlinge.

Terror von „Boko Haram“ macht zwei Millionen Menschen zu Binnenflüchtlingen

Durch den Terror der islamistischen Sekte „Boko Haram“ sind im Nordosten Nigerias laut den Vereinten Nationen rund zwei Millionen Nigerianer auf der Flucht. Etwa 80 Prozent kommen bei Familien und Bekannten unter, rund 20 Prozent der Binnenflüchtlinge leben in Lagern. „Die Nachrichten, dass Kinder an Hunger sterben, sind zutreffend, die Zustände spitzen sich zu und sind geradezu unheimlich“, berichtet Pfarrer John Bakeni, Verwaltungsleiter der Diözese Maiduguri, gegenüber missio Aachen. Er macht dafür politische Korruption verantwortlich. Sie verhindere, dass die für die Binnenflüchtlinge vorgesehenen Hilfsgüter und Lebensmittel tatsächlich die Menschen erreichten. Deshalb kümmere sich die Kirche in Maiduguri um die Betreuung von über 60.000 Binnenflüchtlingen. Gleichzeitig schicke man rund 30.000 nigerianischen Flüchtlingen im Nachbarland Kamerun Hilfsgüter und Geld. „Die Kirche ist hier für die Menschen oft noch die einzige vertrauenswürdige Institution, die garantiert, dass sie die für sie bestimmten Hilfsgüter auch tatsächlich erreichen“, sagt Bakeni. „Wir brauchen dringend Unterstützung.“

Rückkehrer in befreite Dörfer stehen vor dem Nichts

Obwohl sich die Sicherheitslage in der Diözese Yola ständig verbessere, litten rund 3.250 Menschen in einem Dutzend abgelegener Dörfern „unter einer wirklich akuten Hungersnot“, bestätigt Bischof Stephen D. Mamza gegenüber missio Aachen. Dabei handele es sich um Dörfer, die von „Boko Haram“ zurückerobert seien und jetzt von den Einwohner wiederbesiedelt würden. Diese Menschen seien oftmals zu dieser Rückkehr gezwungen, weil der Staat Flüchtlingslager schließe und Familien, die Flüchtlinge aufgenommen hatten, selbst an die Grenzen ihrer Versorgungsmöglichkeiten gekommen seien. Die Rückkehrer ständen aber meistens vor dem Nichts, weil die Landwirtschaft wegen des Terrors zum Erliegen gekommen sei. „Zahlreiche Kinder leiden hier unter Mangel- und Unterernährung. Meine Mitarbeiter gehen zu den Menschen in den Dörfern von Tür zu Tür und verteilen Mais, Reis, Kartoffeln, Zucker“, berichtet Bischof Mamza weiter. Auch vor seinem Bischofshaus stünden täglich etwa 20 Familien an, die um Lebensmittel fragten. Die Diözese Yola selbst versorge noch rund 860 Binnenflüchtlinge, die wegen des Terrors bisher nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren konnten. „Wir brauchen jetzt neben Soforthilfe auch gut ausgebildete Traumatherapeuten, die die Menschen unterstützen“, sagte Bischof Mamza.

Linktipps:
Länderübersicht Nigeria
Informationen zu Boko Haram
domradio.de-Interview mit unserer Nigeria-Referentin Judith Edelmann

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