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Offensive gegen IS in Mossul: Partner des katholischen Hilfswerks missio Aachen warnen vor Racheakten im Nordirak

Pater Jens Petzold SJ

Christen sollen sich für Versöhnungsarbeit engagieren – Versorgungsmaterial gebraucht

19. Oktober 2016

Partner des katholischen Hilfswerks missio Aachen im Nordirak warnen angesichts der Offensive gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) rund um Mossul und der Ninive-Ebene vor Racheakten und rufen zur Wiederversöhnung zwischen den Angehörigen verschiedener Religionen und muslimischer Konfessionen auf.

missio-Partner Pater Jens Petzold (Foto) hat vor zwei Jahren in der Stadt Sulaymaniyya im kurdischen Nordirak rund 200 Flüchtlingsfamilien aus der christlich geprägten, vom IS überrannten Stadt Karakosch in seine Kloster aufgenommen. Jetzt ist Karakosch vom IS befreit worden. Insgesamt flohen damals rund zwei Millionen Menschen aus der Region Mossul. Jetzt rechnet Pater Jens mit weiteren rund 750.000 bis 1,5 Millionen Flüchtlingen, zumeist sunnitische Muslime, die in den kurdischen Teil des Nordiraks drängten. „Unsere Aufgabe ist es im Moment, die Opfer und Betroffenen aufzufangen und zu versorgen“, sagte er gegenüber missio Aachen. Gleichzeitig sei die „Wiederversöhnungsarbeit von zentraler Bedeutung“, so Pater Jens. „Wenn wir gemeinsam für eine Zukunft Iraks und Syriens arbeiten wollen, müssen wir den Weg der Vergebung gehen“, fuhr der Ordensmann gegenüber missio Aachen fort. Man dürfe sich nicht von der Logik des IS verleiten lassen, allein in der „Bestrafung der Schuldigen Befriedigung zu finden“. Von den Tätern sei gefordert, sich ihren Taten zu stellen. Und die Opfer müssten überlegen, wie in Zukunft ein friedliches Leben mit denjenigen möglich sei, die ihnen Schaden zufügten. „Das wird ein schwieriger Weg“, so Pater Jens. Er bittet die Christen weltweit, den Christen im Nahen und Mittleren Osten Kraft und Mut für diese Versöhnungsarbeit durch ihre materielle und spirituelle Solidarität zu geben.

Pater Jens berichtete gegenüber missio, dass ein Teil der neuen, zu erwartenden Flüchtlinge verdächtigt werde, nicht selbst gegen den IS gekämpft oder gar mit ihm zusammengearbeitet zu haben. Zudem fürchte man sich vor IS-Deserteuren und getarnten IS-Kämpfern, die in die alten und neuen Flüchtlingscamps auf dem kurdischen Teil des Nordiraks einsickern könnten. Deshalb müssten die Identität der Flüchtlinge genau geprüft und die Flüchtlingslager sehr gut gesichert werden, um Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Flüchtlingsgruppen zu verhindern. „Ich hoffe sehr, dass diese Lager und die Kampfhandlungen von den Verantwortlichen mit Umsicht geführt werden, da durch die Wut, die sich in den vergangenen Jahren gegen den IS aufgestaut hat, die Gefahr von Racheakten sehr hoch ist“, so Pater Jens gegenüber missio Aachen.

missio-Partner Emanuel Youkhana von der christlichen Hilfsorganisation CAPNI erwartet während der nächsten Tage gegenüber missio Aachen „eine Massenflucht aus Mossul“. Die Gegenwehr des IS sei schwächer als gedacht. Es fehle aber an Ausrüstung zur Versorgung der Flüchtlinge. „Lasst uns für die unschuldigen Menschen beten und darauf hoffen, dass dieses dunkle Kapitel der Geschichte bald ein Ende findet“, sagte Youkhana.

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