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Katholische Kirche in Nigeria, Ägypten, Pakistan und Indien: Angst vor Anschlägen zu Weihnachten

Umfrage des katholischen Hilfswerks missio Aachen - Angst vor Gewalt in Pakistan am höchsten – Sicherheitsvorkehrungen verstärkt

21. Dezember 2016

Die katholische Kirche in Nigeria, Ägypten, Pakistan und Indien erhöht zu Weihnachten ihre Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor möglichen Anschlägen. Dies ergab eine Umfrage des katholischen Hilfswerks missio Aachen bei seinen Partnern. In den vergangenen Jahren waren besonders diese Länder an Weihnachten von Terror betroffen. Am meisten fühlen sich Christen in Pakistan bedroht. Unabhängig vom Termin des Weihnachtsfestes ist die Sicherheitslage für Christen in den Kriegs- und Krisengebieten im Nahen Osten unverändert prekär.

Pakistan: Menschen entwickeln „Vor-Trauma“ zu Weihnachten

Bei der missio-Umfrage berichtete Sebastian Francis Shaw OFM, Erzbischof im pakistanischen Lahore, von einer „großen Angst der einfachen Christen“ vor Weihnachten. Sie überlegten, ob der Weg zur Kirche sicher sei, ob sie die traditionelle Mitternachtsmesse am 24. Dezember feiern und sich danach auch noch im größeren Kreis zum Feiern treffen sollten, wie es in seiner Heimat Brauch sei. „Die Freiheit, Weihnachten im Gebet und fröhlich öffentlich zu feiern, ist in Pakistan in Gefahr, die Menschen ziehen sich ins Private zurück“, so Shaw. Die Menschen in Lahore seien immer noch von dem Terroranschlag an Ostern auf einem öffentlichen Vergnügungspark erschüttert. „Wir versuchen, unseren Gläubigen diese Ängste zu nehmen, damit sie nicht eine Art Vor-Trauma zu kirchlichen Hochfesten entwickeln“, sagte Erzbischof Shaw. Zwar verspreche die Regierung in Pakistan die Weihnachtsgottesdienste zu schützen, aber das müssen „man abwarten“, meinte Shaw weiter. Die Skepsis sei hier auch deshalb groß, weil 2013 und 2015 Anschläge auf Kirchen in Pakistan zu Weihnachten nicht verhindert worden seien.

Ägypten: Koptisch-katholische Kirche unterzieht Einrichtungen einem Sicherheits-Check

Ägypten ist gerade erst vor wenigen Tagen durch einen Anschlag auf eine koptisch-orthodoxe Kirche in Kairo erschüttert worden. Deshalb erhöht auch die koptisch-katholische Kirche vor Weihnachten, das Anfang Januar gefeiert wird, ihre Sicherheitsvorkehrungen. Alle kirchlichen Einrichtungen seiner Kirche im Land wurden in den vergangenen Wochen einem Sicherheits-Check unterzogen, wie Pater Hani Bakhoum Kiroulos, Sekretär des koptisch-katholischen Patriarchates, gegenüber missio Aachen berichtet. Diejenigen mit einem geringeren Sicherheitsstandard würden nachgerüstet. Dazu zählten höhere Mauern um die Einrichtungen, die Installation von Video-Überwachung, mehr Sicherheitspersonal und die Einrichtung von Wachräumen. Gleichzeitig versuche die koptische-katholische Kirche in Ägypten, durch ihre sozial-pastorale und ihre Bildungsarbeit seit Jahren das Verständnis zwischen Christen und Muslimen zu verbessern und die Zivilgesellschaft zu stärken. „Zu unseren Kindergärten, unseren Gesundheits- und Behinderteneinrichtungen haben alle Ägypter Zugang, womit wir auch mögliche religiös begründete Spannungen im Keim ersticken wollen“, erläuterte Pater Hani gegenüber missio Aachen.

Nigeria: Gelernt, mit Anschlagsgefahr an Weihnachten zu leben

In Nigeria sieht Erzbischof Ignatius Kaigama, Vorsitzender der nigerianischen Bischofskonferenz, die islamistischen Terroristen der Gruppe „Boko Haram“ durch die nigerianische Armee in die Defensive gedrängt. Dennoch seien zu Festen wie Weihnachten Taten von „einzelnen Kriminellen mit mörderischer und zerstörerischer Energie“ gegenüber kirchlichen Einrichtungen zu erwarten. Die Christen in Nigeria hätten in den vergangenen Jahren aber gelernt, mit der Gefahr von Anschlägen zu leben und wachsamer als sonst zu sein. Zudem sei die Zahl des Sicherheitspersonals erhöht worden und auch Armee und Polizei sei an Weihnachten in Alarmbereitschaft versetzt. Zum Teil müssten die Gemeinden die Kosten für ihre Sicherheit jedoch selbst tragen. „Wir feiern Weihnachten wie immer, wir lassen uns von Boko Haram und anderen Kriminellen nicht einschüchtern, im Gegenteil, wir bekennen öffentlich unseren Glauben, er wächst, das spüre ich überall“, sagte Erzbischof Kaigama.

In der Diözese Maiduguri, dem Kerngebiet von Boko Haram im Nordosten Nigerias, sind die „einfachen Gläubigen vor Weihnachten angespannter als sonst“, berichtet Bischof Oliver Dashe gegenüber missio Aachen. Zwar seien die Kämpfer von Boko Haram zum Teil aus den Gebieten der Diözese vertrieben worden, könnten aber immer noch einzelne Angriffe starten. „Die Sicherheitslage ist nicht vorhersehbar, deshalb können wir nicht mehr als beten, dass es keine Anschläge zu Weihnachten geben wird“, so Bischof Dashe weiter. Zwar seien vor allem in der Stadt Maiduguri die meisten Kirchen gesichert, aber die Moral der Armeeangehörigen in Maiduguri sei durch ausgebliebene, zugesagte Materiallieferungen und die jahrelangen Kämpfe zum Teil erschöpft.

Indien: Christen haben Angst vor Hindu-Nationalisten

In Indien fürchten die Christen vor allem in der Region Kandhamal Gewalttaten von Hindu-Nationalisten. Schon 2007 und 2008 kam es in dem nordöstlichen indischen Gebiet an Weihnachten zu Übergriffen gegen Christen und Zerstörungen mit mehreren Dutzend Toten. Ein missio-Projektpartner, der nicht genannt werden möchte, sagte: „Wir haben jedes Jahr schlicht Angst an Weihnachten, dass sich das wiederholen kann, und kein Vertrauen in die Sicherheitsbehörden.“

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