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„Wir lassen uns nicht einschüchtern“

Fr. Rafik Greiche, Sprecher der katholischen Bischofskonferenz in Ägypten © Hartmut Schwarzbach / missio

Koptisch-katholische Kirche in Ägypten lädt trotz Anschlägen zu Ostergottesdiensten ein – missio Aachen: Christen gelten immer noch als Bürger zweiter Klasse

10. April 2017

Die koptischen Christen in Ägypten wollen Ostern am kommenden Wochenende mit Gottesdiensten wie geplant öffentlich feiern und sich durch die Terroranschläge vom vergangenen Sonntag auf zwei Kirchen in Alexandria und bei Kairo mit rund 40 Toten nicht einschüchtern lassen. „Schon gestern Abend sind sehr viele Menschen zu öffentlichen Gebeten für die Opfer der Anschläge gekommen, dies war ein wichtiges Zeichen“, sagte am Montagmorgen Rafic Greiche, Sprecher der koptisch-katholischen Bischofskonferenz von Ägypten, gegenüber dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio in Aachen. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser schrecklichen Anschläge und ihren Angehörigen“, kondolierte missio-Präsident Prälat Klaus Krämer den koptischen Christen. „Wir werden die Kirche in Ägypten weiter darin unterstützen, ein Motor für den gesellschaftlichen Frieden im Land zu bleiben“, versicherte Prälat Krämer.

„Westen muss Terror als gemeinsame ideologische Herausforderung begreifen“

Rafic Greiche rief gegenüber missio die westlichen Länder dazu auf, den islamistischen Terror vor allem als eine ideologische Herausforderung zu begreifen, die nur gemeinsam bekämpft werden könne. „Diese radikalen Ideen, dass Christen und andere Andersgläubige auch innerhalb des Islams Ungläubige sind, die werden nicht allein im Nahen Osten gelehrt. Das passiert nicht fernab von Europa oder Amerika. Hier haben alle Länder eine Verantwortung“, sagte Greiche. „Wir müssen die Mentalität der Menschen ändern, damit sie diesen radikalen Ideen keinen Glauben mehr schenken“, meinte Greiche. Deshalb werde die koptisch-katholische Kirche in Ägypten mit ihren Anstrengungen im Bildungsbereich nicht nachlassen, von denen alle Ägypter unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit profitieren. Die Kirche betreibt für alle Ägypter Kindergärten, Schulen, Gesundheitszentren und Behinderten-Seelsorge. „Wir müssen die Masse der Menschen mit Bildung erreichen. Das ist ein langer, langer Prozess“, so der Sprecher der Bischofskonferenz. „In der Gesellschaft Ägyptens gelten Christen und andere Minderheiten immer noch als Bürger zweiter Klasse. Das spüren sie im Alltag allzu häufig, deshalb unterstützen wir die Bildungsarbeit der Kirche in Ägypten, weil sie das ändern kann“, sagte Prälat Krämer.

P. Hani Backhoum Kiroulos, Sprecher des koptisch-katholischen Patriarchates, hatte schon nach einem Anschlag im vergangenen Dezember auf eine Kirche in Kairo angekündigt, dass nicht allein vermehrte Sicherheitsanstrengungen, sondern Bildungsarbeit notwendig seien. „Unsere Gesellschaft braucht stärkere soziale Werte“, sagte er damals.

„Medien dürfen nicht allein nach Katastrophen auf Ägypten schauen“

Rafic Greiche kritisierte zudem, dass die weltweite öffentliche Aufmerksamkeit immer erst nach solchen Anschlägen auf Ägypten gerichtet werde. Über die Bildungsarbeit der Kirchen, über den interreligiösen Dialog, über die Notwendigkeit, dass die ägyptische Zivilgesellschaft gestärkt werden müsse, werde kaum berichtet. „Hier müssen die ägyptischen Medien und die Medien der westlichen Länder besser werden, denn das entzieht dem Terrorismus den Nährboden“, sagte Greiche.

missio Aachen unterstützt die koptisch-katholische Kirche in Ägypten mit derzeit rund 1,47 Millionen Euro. Dazu zählen unter anderem Schulerziehungs- und Kulturprogramme, der Bau von Sozialzentren, Programme in der Behindertenarbeit und Gefängnisseelsorge.

Linktipps:
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