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Petition #freeourhusbands für sieben unschuldig inhaftierte Christen in Indien startet

#freeourhusbands

missio-Präsident Prälat Krämer: Fall steht stellvertretend für Aushöhlung der Religionsfreiheit in der größten Demokratie – Hilfswerk besucht Familien der Inhaftierten und gibt Ihnen eine Stimme

21. April 2017

„Wir fordern im Namen ihrer Ehefrauen und Familien die Freilassung von sieben unschuldig zu lebenslanger Haft verurteilten Christen im indische Bundesstaat Odisha“, stellte Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, die neue Petition #freeourhusbands („Lasst unsere Männer frei“) vor. Sie ist an den indischen Premierminister Narandra Modi und den Ministerpräsidenten des Bundesstaates Odisha, Naveen Patnaik, gerichtet. „Das traurige Schicksal dieser Christen und ihrer Familien steht stellvertretend für die drohende Aushöhlung der Religionsfreiheit in Indien überhaupt“, so Prälat Krämer weiter. Die missio-Aktion läuft gleichzeitig mit der indischen Petition #Release7InnocentsofKandhamal für diese sieben Christen an, die von Oswald Kardinal Gracias, dem Vorsitzenden der indischen Bischofskonferenz, gestartet wurde.

missio Aachen bietet interessierten Initiativen, Kirchengemeinden oder Schulen zudem Materialien der „Aktion Lebenszeichen“ zur Gestaltung von Gottesdiensten oder Gebeten der Solidarität mit den Familien der inhaftierten Christen aus der Region Kandhamal im Nordosten Indiens an.

Indigene Christen werden diskriminiert

Die verurteilten Christen sollen im August 2008 einen nationalistischen Hindu-Geistlichen ermordet haben. Der Mord löste mehrmonatige Gewalttaten gegen Christen in rund 400 Dörfern im Kandhamal aus. Zwar sind die Vorwürfe längst entkräftet und maoistische Rebellen haben die Verantwortung für die Tat übernommen, aber die unschuldigen Christen kommen nicht frei. Sie gehören der indigenen Bevölkerung der Adivasi an oder sind zum Teil Dalits, sogenannte Kastenlose, die in der indischen Gesellschaft ausgegrenzt werden.

„Wir haben ihre Ehefrauen im Kandhamal besucht, sie und ihre Familien leiden unglaublich unter der Trennung“, so Prälat Krämer weiter. Manche wurden krank. Ihre Familien halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Einige der Frauen verließen ihre Heimatdörfer, fühlen sich entwurzelt. Gute Anwälte für ein Revisionsverfahren können sie sich bisher kaum leisten. Unterstützung bekommen sie allein von mutigen Priestern und Laien der Kirche im Kandhamal, die missio Aachen fördert. „Jede Unterschrift unter #freeourhusbands gibt diesen Frauen und ihren Familien eine Stimme gegen das Vergessen und für Gerechtigkeit“, ruft Prälat Krämer zur Teilnahme an der Petition auf.

Die Petition fordert im Namen ihrer Ehefrauen und Familien die Freilassung von Budhadev Nayak, Sanatan Badamajhi, Gharanath Sanseth, Duryadhan Sunamajhi, Bhaskar Sunamajhi, Munda Badmajhi und Bijay Sanseth.

Menschrechtler sehen die säkulare Demokratie in Gefahr

„Hindu-Fundamentalisten missbrauchen die Religion für eine nationalistische Politik, darunter leiden Christen, Muslime, Angehörige anderer Minderheiten und moderate Hindu gleichermaßen“, so Prälat Krämer weiter. Darauf mache die missio-Petition #freeourhusbands ebenfalls aufmerksam. Aus der säkularen Demokratie drohe ein religiös-nationalistischer Hindu-Staat zu werden, berichteten im Kandhamal indische Menschenrechtler gegenüber missio. „Sie fürchten den Verlust der indischen Seele, der Vielfalt und Toleranz der indischen Kultur“, sagt Prälat Krämer.

Schließlich wolle missio mit der Petition #freeourhusbands an die Opfer der mehrmonatigen Unruhen gegen Christen in Kandhamal 2007 und 2008 erinnern. „Ihnen ist längst noch nicht juristische Gerechtigkeit widerfahren, das müssen wir wieder auf die politische Agenda bringen“, fordert Prälat Krämer. Rund 100 Christen wurden vor zehn Jahren getötet, mehr als 50.000 mussten fliehen, mehrere tausend Wohnhäuser brannten nieder, etwa 300 kirchliche Gebäude wurden zerstört. Von den rund 84.000 Beschuldigten sind nach Angaben der indischen Menschenrechtsorganisation „Initiative to Justice, Peace and Human Rights“ bisher lediglich 477 Täter verurteilt worden, darunter zwei wegen Mordes. Rund 255 Strafverfahren sind immer noch anhängig.

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Infos

Die Petition #freeourhusbands läuft bis zum 31. März 2018. Sie wird an die Bundesregierung überreicht, die sie an die indischen Politiker übergeben soll. Weitere Infos und die Petition können unter www.missio-hilft.de/freeourhusbands eingesehen und gezeichnet werden. Dort können auch Unterschriftenlisten heruntergeladen werden.

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