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„Christen dürfen in Ägypten nicht weiter Bürger zweiter Klasse sein“

Vor dem Papstbesuch: Für die koptisch-katholische Kirche in Ägypten ist Bildung der Schlüssel für Frieden und Gleichberechtigung © missio / Hartmut Schwarzbach

Hilfswerk missio Aachen erhofft vom Papstbesuch Signalwirkung für Gleichberechtigung und Toleranz – Kirche in Ägypten wichtige zivilgesellschaftliche Kraft – Prälat Krämer: „Bildung ist Schlüssel gegen Gewalt“

25. April 2017

„Christen dürfen in Ägypten nicht weiter wie Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Dieses Signal erwarten unsere Projektpartner vom Papstbesuch“, sagt Prälat Klaus Krämer, Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen, vor der Visite von Papst Franziskus in Ägypten am 28. und 29. April. „Deshalb müssen die Bildungsanstrengungen in Ägypten wesentlich verstärkt und die koptische Kirche dabei mehr durch Staat und Gesellschaft unterstützt werden“, fordert Prälat Krämer weiter. Es reiche nicht, allein die Sicherheitsvorkehrungen für die Christen in Ägypten zu erhöhen, sondern die Mentalität der Gesellschaft müsse sich langfristig ändern. „Dafür ist Bildung der Schlüssel“, weiß missio-Präsident Krämer aus mehreren Besuchen und Gesprächen mit missio-Projektpartnern in Ägypten.

missio fördert in Ägypten 28 Projekte mit 1,465 Millionen Euro

Die schrecklichen Anschläge von Palmsonntag gegen zwei koptische Kirchen seien noch nicht vergessen und die Menschen trauerten weiter. „Aber unsere Partner wollen, dass die Weltöffentlichkeit nicht nur den Terror registriert, sondern sich mehr für die Rolle der Kirche beim Aufbau einer gerechteren und besseren Zukunft des Landes interessiert“, berichtet Krämer weiter. Die Kirche biete Schulen und Bildungskurse für alle Ägypter an. Sie sei in der Behindertenarbeit tätig oder kümmere sich um Menschen in Gefängnissen, gleichgültig ob diese Muslime oder Christen seien. Die ägyptische Kirche praktiziere, was Papst Franziskus mit seinem Appell meine, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. In den schnell wachsenden neuen Vierteln der Großstädte sei die Kirche mit neuen Pfarreien und einem breiten Angebot für Bildungs- und Sozialarbeit präsent, um allen Menschen ungeachtet ihrer Religionszugehörigkeit zu helfen. „Dieses diakonische Zeugnis fördert im Alltag die Wertschätzung der Christen durch die islamische Mehrheitsgesellschaft und trägt langfristig dazu bei, dass Christen als gleichberechtigte Bürger wahrgenommen werden“, so Prälat Krämer. missio Aachen fördert deshalb dieses Engagement der koptisch-katholischen Kirche in Ägypten zurzeit mit 28 Projekten und 1,465 Millionen Euro.

Offizieller Islam in Ägypten muss Toleranzverständnis überprüfen

„Damit die ägyptischen Christen nicht weiter als Bürger zweiter Klasse behandelt werden, müssen aber auch die offiziellen Vertreter des Islam ihr Toleranzverständnis überprüfen. Darauf weisen uns unsere Projektpartner ebenfalls hin“, erklärte Prälat Krämer. Zwar sei nach mehreren Jahren des Schweigens wieder das Gespräch zwischen der Al Azar-Universität in Kairo als einer der obersten Lehrautoritäten des sunnitischen Islams und dem Vatikan aufgenommen worden, aber hier müsse es mehr Ergebnisse als „den Austausch von Höflichkeiten“ geben, so Krämer. „Die traditionelle islamische Auffassung, dass Toleranz die bloße Duldung von Angehörigen anderer Religionen meint, ohne sie als gleichberechtigte Bürger zu behandeln, muss sich ändern“, meint Krämer. Dieses Toleranzverständnis der Mächtigen führe zu einer Diskriminierung der Christen und anderer Minderheiten, der sie oft nur mit Gesten einer Art vorauseilender Unterwürfigkeit begegnen könnten. „Wir hoffen, dass Papst Franziskus dieses Thema bei seinen Treffen mit muslimischen Würdenträgern in Ägypten anspricht“, sagt Prälat Krämer.

Linktipps:
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