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missio-Partner fordern Rückkehr zu gewaltfreien Friedensverhandlungen auf Mindanao

© Hartmut Schwarzbach / missio

Kirchenvertreter üben Kritik an Ausrufung des Kriegsrechts – missio Aachen fördert Friedensarbeit und interreligiösen Dialog mit rund 482.000 Euro

31. Mai 2017

Die Rückkehr zu gewaltfreien Friedensverhandlungen auf der philippinischen Inselgruppe Mindanao haben Kirchenvertreter im Gespräch mit dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio in Aachen gefordert. Der philippinische Präsident Duterte hat das Kriegsrecht über die Insel im Süden des Landes verhängt. Gegenwärtig liefern sich Regierungstruppen mit islamistischen Rebellen blutige Gefechte. Behörden sprechen von mittlerweile über 100 Toten. Auslöser war ein Überfall einer islamistischen Terror-Splittergruppe auf die Stadt Marawi, bei der Kirchen zerstört und offenbar mehr als 240 Geiseln genommen wurden, darunter auch der katholische Generalvikar von Marawi und weitere Christen. Die missio-Partner fordern die Freilassung aller Geiseln. „Leider drohen jetzt alle Fortschritte aus früheren Verhandlungen der Konfliktparteien zunichte gemacht zu werden, wenn die Regierung nicht wieder versucht, den Friedensprozess in Gang zu setzen“, so Margarethe Roßkopf, Länderreferentin Philippinen bei missio Aachen.

Angst vor zeitlich unbegrenzter Ausweitung des Kriegsrechts

„Gewalt hat bei der Lösung eines Problems noch nie geholfen“, sagte gegenüber missio Pater Bambang A. Sipayung SJ, Direktor des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS) Asien-Pazifik. „Ich denke, es ist wichtig, dass wir den gewaltfreien Dialog mit allen Beteiligten wieder suchen, um den langanhaltenden Konflikt auf Mindanao zu lösen“, so Pater Bambang. „Zudem haben viele Menschen Angst, dass das ausgerufene Kriegsrecht auf Mindanao zeitlich unbegrenzt ausgedehnt wird“, erklärte Pater Bambang weiter.

Bildungsprogramme für Jugend müssen weiterlaufen

missio-Partner Pater Sebastiano D’Ambra ist einer der wichtigsten Friedensaktivisten auf Mindanao, der die christlich-muslimische Dialog-Bewegung Silsilah aufgebaut hat. Er appelliert ebenfalls an alle Beteiligten, zu Verhandlungen zurückzukehren. Auch wenn dort in Zamboanga auf Mindanao sich die Spannungen ebenfalls verschärften, werde seine Bewegung weiter mit ihrer Arbeit fortfahren. „In dieser Situation ist es besonders wichtig, dass wir Jugendlichen Bildungsprogramme zu den Themen Dialog und Friedensarbeit anbieten“, so missio-Partner Pater Sebastiano.

missio Aachen unterstützt verschiedene Projekte der Friedensarbeit und des interreligiösen Dialogs auf Mindanao mit derzeit rund 482.000 Euro. Dazu zählen Dialogprogramme für Jugendliche und Frauen, Sammelstipendien für Christen und Muslime sowie Solidaritätsbewegungen mit den Armen auf Mindanao.

Hintergrund des Konfliktes auf Mindanao

Mindanao ist Schauplatz eines der ältesten Konflikte Südostasiens. Lange bildeten die Muslime dort die Mehrheit. Doch in den 1950ern förderte der Staat Philippinen die Zuwanderung von Christen aus übervölkerten nördlichen Landesteilen. Dadurch verloren viele Muslime und Angehörige indigener Volksgruppen ihr Land. Ein jahrzehntelanger Kampf zwischen philippinischer Regierung und bewaffneten Rebellengruppen um mehr Autonomie war die Folge. Mindestens 120.000 Menschen kostete der Bürgerkrieg das Leben, Hunderttausende flohen vor der Gewalt. Die an Bodenschätzen reiche Insel ist heute das Armenhaus der Philippinen.

Der Konflikt im Süden der Philippinen ist komplex. Er wird von einer Vielzahl von Gruppen ausgetragen. Dazu gehören muslimische Separatistengruppen genauso wie kommunistische und kriminelle Gruppen, aber auch Privatarmeen großer Clanfamilien. Nach über fünfzehn Jahren Friedensverhandlungen schien 2014 endlich ein Durchbruch erzielt worden zu sein. Die Regierung unter Präsident Benigno Aquino einigte sich mit der stärksten Rebellengruppe MILF auf ein Friedensabkommen und die Gründung der muslimischen Autonomieregion Bangsamoro. Doch einer der wesentlichen Bestandteile des Abkommens, das Bangsamoro-Gesetz, muss vom philippinischen Kongress und Senat erst noch verabschiedet werden.

Eine missglückte Antiterror-Operation im Januar 2015 in einem von der MILF kontrollierten Gebiet endete in einem Desaster. Ziel der Aktion war es, einen international gesuchten Terroristen zu ergreifen. Am Ende waren über 60 Menschen tot, in der Mehrheit junge philippinische Polizisten einer Spezialeinheit. Dadurch geriet der Zeitplan für die Inkraftsetzung des Bangsamoro-Gesetzes ins Stocken. Anders als geplant passierte das Gesetz in der Amtszeit von Präsident Benigno Aquino nicht mehr den Kongress. Ob es unter Präsident Duterte verabschiedet werden wird, ist unklar. Die Lage der Menschenrechte auf Mindanao ist sehr prekär.

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