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missio-Präsident Krämer: Täter in Nigeria endlich zur Verantwortung ziehen

missio-Präsident Krämer besuchte im September 2009 gemeinsam mit Erzbischof Zollitsch (DBK-Vorsitzender) Nigeria.

Nach dem erneuten Gewaltausbruch in Nigeria, bei dem es 500 Tote in mehreren christlichen Dörfern gab, fordert missio-Präsident Klaus Krämer, die Hintermänner der Gewalttaten dieser und vorangegangener Verbrechen endlich ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen. „Seit 2001 sind in Jos und der Region bei Unruhen mehr als 2.000 Menschen ermordet worden“, sagte Krämer. „Die dafür Verantwortlichen müssen identifiziert und juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Kein Täter darf sich sicher sein, dass er weiter ungestraft Gewalt für politische und wirtschaftliche Interessen einsetzen kann.“

10. März 2010

Bei Angriffen auf die Dörfer nahe der zentralnigerianischen Stadt Jos starben in der Nacht zum Sonntag 500 Christen. Muslimische Hirten, die der Volksgruppe der Fulani angehören, attackierten drei christliche Dörfer. Es wird vermutet, dabei handele es sich um eine Racheaktion für Gewaltakte in Jos, bei denen im Januar 300 Menschen ihr Leben verloren. Die Opfer waren in der Mehrzahl Muslime.

Die Region um Jos liegt im Middle Belt Nigerias. Dort konkurrieren muslimische Nomaden mit christlichen Ackerbauern um Land und den Zugang zu Wasser. Ein Konflikt um die immer knapper werdenden Ressourcen wird so schnell zu einem muslimisch-christlichen Religionskrieg hochstilisiert. In der Stadt Jos selbst wetteifern die Bewohner um die Macht und Privilegien, die laut Verfassung nur einheimischen Volksgruppen zustehen. Sie sind in der Mehrheit Christen. Den zugezogenen Hausa und Fulani, fast alle Muslime, bleibt der Zugang zu wichtigen Ämtern und Bildung verwehrt - auch wenn sie schon seit Generationen in Jos leben. Sie fühlen sich diskriminiert.

„Solange dieses Problem nicht gelöst ist, können sich solche Unruhen jederzeit wiederholen“, warnt der katholische Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, schon seit Jahren. Zusammen mit dem muslimischen Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi, setzt er sich intensiv für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen ein. Immer wieder hatte er die oberflächliche und teilweise falsche Berichterstattung der Medien über die Ursachen der Konflikte scharf kritisiert. In vielen westlichen Medien war über die Unruhen immer wieder einseitig als „Religionskrieg“ zwischen Christen und Muslimen um die Vorherrschaft in Nigeria berichtet worden.

„Dieser Konflikt ist kein Religionskrieg, sondern Ausdruck der politischen und moralischen Unfähigkeit der Machthabenden. Sie haben bislang kein Interesse daran, die soziale Ungerechtigkeit in Nigeria zu beheben“, sagte Krämer. „Wie sonst ist es möglich, dass in einem der ölreichsten Länder Afrikas die Mehrheit der Bevölkerung in bitterer Armut lebt?

Weitere Informationen:
missio-Länderreferent Toni Görtz in einem Telefoninterview über die aktuelle Lage in Jos/Nigeria
A report by Most Rev. Ignatius A. Kaigama, Catholic Archbishop of Jos, 9th March, 2010
Die Ursache für die Unruhe der Krise in Jos: Dokument der Christian Association of Nigeria zu den jüngsten Episoden der Gewalt
Unruhen in Nigeria: missio stellt 50.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung
missio-Neujahrsempfang: Präsident Krämer besorgt über Gewaltausschreitungen in Nigeria
Erzbischof Kaigama (Jos): Krise nicht religiös motiviert
Länderinformation zu Nigeria: Reiche Vielfalt – in bitterer Armut
Portrait: Erzbischof Ignatius Ayau Kaigama (Jos/Nigeria)
Portrait: Emir Alhaji Haruna Abdullahi (Wase/Nigeria)

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