Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Ansprechpartner

Johannes Seibel

Johannes Seibel ,
Leiter Abteilung Kommunikation und Presse / Pressesprecher

Tel.:
+49 (0)241 / 7507-285
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
» Bausteine für den Gottesdienst » Afrikatag 2017 » Afrikatag 2018 » Kollektenaufruf und -termine » Reportage
Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit. Glauben teilen. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

„Vergeben, nicht vergessen!“

Prälat Dr. Klaus Krämer (missio-Präsident in Aachen) und Erzbischof John Onaiyekan (Nigeria)

Fachtagung über kirchliche Friedensiniativen in Afrika zur Karlspreisverleihung in Aachen: P. Sean O’Leary, Leiter des Friedensinstituts der Südafrikanischen Bischofskonferenz, hat Europa dazu aufgerufen, die afrikanischen Probleme nach afrikanischen Regeln zu lösen. Westliche Vorstellungen von Gerechtigkeit und Demokratie würden von den Afrikanern nicht angenommen, so O’Leary am Montag bei einer Veranstaltung anlässlich der Verleihung des Karlspreises in Aachen.

19. Mai 2009

In den ehemaligen Bürgerkriegsregionen Mozambik, Sudan und Burundi sei ein Zusammenleben der früheren Täter und Opfer nur mit einer Haltung des Vergebens möglich. „Vergeben, aber nicht vergessen. Alle vergangenen Verbrechen sind vergeben, und dies bedeutet nichts anderes als Straffreiheit, vorausgesetzt, dass beide Seiten darin übereinstimmen“, so O’Leary.

Um nationale Einheit und einen dauerhaften Frieden in einer Bürgerkriegsgesellschaft herzustellen, brauche es viel Zeit und einen Minimalkonsens, so der Friedensexperte. „Versöhnung bedeutet, miteinander als Volk zu leben, ohne einander umzubringen“, beschreibt O’Leary den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen ehemals verfeindeten Gruppierungen.

Dieter Wenderlein von der Gemeinschaft Sant’Egidio sprach sich für Beharrlichkeit in der Suche nach Frieden in den Krisenherden der Welt aus. „Das einzige Mittel zur Beendigung von Kriegen und Bürgerkriegen ist der Dialog.“ Den Religionen könne eine wesentliche Funktion in Friedensverhandlungen zukommen, so Wenderlein: „Dem Friedensgedanken, der in vielen Religionen vorhanden ist, muss ans Licht geholfen werden.“

Das Beispiel vom 11. September 2001 hat gezeigt, dass eine kleine Gruppe den Krieg und den Terror beginnen kann, so Wenderlein. Deshalb sei er überzeugt, dass auch eine ebenfalls kleine Gruppe wie Sant’Egidio und kirchliche Initiativen den Frieden beginnen können.

Erzbischof John Onaiyekan aus Nigeria kritisierte, dass aus politischem oder wirtschaftlichem Interesse religiöse Konflikte geschürt würden, beispielsweise in seinem Land zwischen Muslimen und Christen. „Jede Religion ist selber dafür verantwortlich, Unruhestifter in den eigenen Reihen zu disziplinieren. Weder die Christen noch die Muslime sollen sich für politische oder wirtschaftliche Interessen vereinnahmen lassen, aus denen religiöse Konflikte entstehen.“

Onaiyekan kritisierte, dass es in seinem Land Nigeria nicht gelinge, den vorhandenen großen Reichtum gerechter zu verteilen. „Nigeria ist ein sehr reiches Land voller armer Menschen. Das ist ein Skandal und letztendlich ist die Politik die Wurzel allen Übels“, so Erzbischof Onaiyekan.

Die Tagung „Frieden auf Erden? Neue kirchliche Initiativen in Afrika“ fand am Montag, 18. Mai 2009 in Aachen in Kooperation von missio, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, Misereor und Bischöfliche Akademie statt. Anlass ist die Verleihung des diesjährigen Karlspreises an den Gründer der christlichen Laienbewegung Sant’Egidio, Prof. Andrea Riccardi.

© 2009-2017 missio Aachen