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Sri Lanka: Hoffnung nach dem Massaker

Die Kirche spielt eine Schlüsselrolle beim Versöhnungsprozess, der jetzt auf Sri Lanka einsetzen muss. Am Sonntag hatten sich die Tamil-Rebellen der LTTE nach 26 Jahren Bürgerkrieg dazu bereit erklärt, ihre Waffen nieder zu legen; das Militär hat ihren Anführer an diesem Montag getötet. Eine blutige Offensive der Regierungstruppen, die in den vergangenen Wochen Tausende Zivilisten im Nordosten Sri Lankas das Leben kostete, kann nun zu Ende gehen. Annette Meuthrath, Südasien-Referentin von missio in Aachen, glaubt, dass der Friedensprozess bisher am fehlenden Willen beider Seiten scheiterte.

19. Mai 2009

Dazu äußerte sie sich jetzt gegenüber Radio Vatikan:

„Es war sehr lange keine Kommunikation zwischen den beiden Parteien möglich. An diesem Wochenende haben die Tamil-Tigers dann erklärt, dass man die Waffen niederlegen möchte, um die Zivilbevölkerung zu schonen. Ich denke, dass das auch ernst gemeint war. Denn die Situation war eigentlich für die Tamil-Tigers aussichtslos. Aber dann überrannt zu werden, obwohl es auch Stimmen aus dem Ausland gab, die die Regierung von Sri Lanka dazu aufgerufen haben, die Armee von Sri Lanka zu stoppen und in den letzten Tagen nach einer friedlichen Lösung zu suchen... Diese sind leider ungehört geblieben. Die Situation im Norden erinnert jetzt eher an eine Totenstille, als an Frieden."

Inwiefern spielt die Kirche in der gegenwärtigen Situation eine Rolle für die Menschen in Sri Lanka?

„Es ist ganz klar, dass es jetzt um eine tiefe Versöhnung geht, die Kirche hat dabei eine Schlüsselrolle. Sie hat eine wichtige Funktion, der sie sich hoffentlich auch stellt. Denn sie konnte schon immer Leute von beiden Seiten zusammenbringen. Und das ist in Zukunft besonders wichtig. Die katholische Kirche in Sri Lanka hat da eine riesige Chance, weil sie sowohl Tamilen, als auch Singhalesen und andere Bevölkerungsgruppen in sich vereinigt. Also das ist jetzt die Stunde der kirchlichen Caritas und der „justice-and-peace-commission", hier zu arbeiten. Und zwar auf allen Ebenen. Nicht nur in der praktischen Hilfe, sondern auch, um zu einem Konzept zu kommen, wie Versöhnung in Sri Lanka möglich sein wird. Und das wird etwas sein, was die Kirche vor Ort begleiten wird und auch aktiv begleiten kann."

Und wie realistisch ist es, dass die Bemühungen um Frieden und Versöhnung im Land Früchte tragen?

„Ich hoffe, dass die Regierung jetzt offen ist für Hilfsorganisationen, aber dass es zu der bereits von verschiedenen Seiten angemahnten Untersuchung der Vorfälle kommt, wage ich zu bezweifeln. Ich glaube nicht, dass sich die Regierung da das Heft aus der Hand nehmen lassen wird, obwohl das für einen Prozess der Wahrheitsfindung nötig wäre. Hier müsste es auch ganz tief um Versöhnungsarbeit gehen. Es bräuchte einen „truth-finding-report" als Ausgangspunkt. Aber ich bezweifele sehr, dass die Regierung da offen reagieren wird."

Die Befreiungstiger der LTTE kämpften seit 1983 für einen unabhängigen Staat der tamilischen Minderheit im Norden des Landes. In dem Bürgerkrieg kamen mehr als 75.000 Menschen ums Leben.

Quelle: Radio Vatikan

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