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Nigerianischer Bischof Egbebo: „Die Regierung ist korrupt“

Bischof Hyacinth Oroko Egbobo, Bistum Bomadi (Nigeria)

Bischof Hyacinth Oroko Egbebo hat bei seinem Besuch in Deutschland die Gier der nigerianischen Regierung kritisiert und westlichen Regierungen eine Mitschuld an der Misere im Nigerdelta unterstellt.

3. Juni 2009

„Die Regierung ist korrupt. Sie ist in den Händen von Dieben. Sie will keine Entwicklung der Region. Sie will nur das Geld aus dem Ölgeschäft“, erklärte er gegenüber dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio am Dienstag in Aachen.

Der 51-jährige Bischof stammt aus der Diözese Bomadi im Bundesstaat Delta und hat im April die Amtsgeschäfte seines Vorgängers übernommen. Er gehört zum einheimischen Orden „Missionary of St. Paul“.

Öl werde seit den 50er Jahren gefördert. Doch die Region sei jetzt so arm wie nie zuvor, so Egbebo. Das Geld aus dem Ölgeschäft komme bei den Menschen nicht an. „Die Menschen in meiner Diözese sind gezwungen, Wasser zu trinken, das sie krank macht. Sie sterben an behandelbaren Krankheiten wie Malaria, weil es keine Medizin gibt. Es gibt kaum Straßen oder Elektrizität. Die Regierung tut nichts, um die Region zu entwickeln.“

Die katholische Kirche habe die Regierung mit diesen Vorwürfen konfrontiert, sei aber „auf taube Ohren gestoßen.“ Bischof Egbebo sieht auch die westlichen Regierungen in einer Verantwortung: „Die westlichen Regierungen tragen eine Mitschuld. Sie profitieren vom Ölgeschäft. Doch sie konfrontieren die nigerianische Regierung nicht. Ihr Schweigen bringt uns um. Nigerias Reichtum könnte ganz Afrika ernähren.“

Seit zwei Wochen überzieht das nigerianische Militär die Region im Nigerdelta mit einer Großoffensive, wie sie in der Region seit dem Biafra Krieg nicht mehr stattgefunden hat. Sie richtet sich nach Militärangaben gegen militante Rebellen, die mit Sabotageakten und Entführungen immer wieder auf sich aufmerksam machen, trifft aber besonders die bitterarme Zivilbevölkerung. Bei Bombardements sind Hunderte Menschen gestorben. „Auch Dörfer in meiner Diözese wurden bombardiert“, erklärte der Bischof.

Das Internationale Katholische Missionswerk missio thematisiert im Rahmen der Kampagne zum Monat der Weltmission, das unter dem Motto „Selig, die Frieden stiften“ steht, das Engagement der nigerianischen katholischen Kirche für Frieden und Versöhnung. In bundesweit mehr als 300 Veranstaltungen werden im Oktober nigerianische Projektpartner über ihre Friedens- und Versöhnungsinitiativen berichten. Die Kampagne startet bundesweit am 4. Oktober 2009 in Osnabrück.

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