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Indien: „Man spricht nicht mit ihnen, man bespuckt sie …“

Dr. Otmar Oehring, Leiter der Fachstelle Menschenrechte bei missio in Aachen

Zum ersten Mal wird eine Frau – und dazu eine so genannte Unberührbare, eine Dalit – Präsidentin des indischen Parlaments. Die Diplomatin Meira Kumar wurde von der Kongress-Partei nach deren klarem Wahlsieg für das Amt ausgesucht; seit Mittwoch steht die Dalit an der Spitze der Lok Sabha, des Unterhauses in Neu-Delhi.

4. Juni 2009

Doch aus dem Bundesstaat Orissa werden weiter Übergriffe von Hindus auf Christen gemeldet (von denen viele Dalit sind). So wurde jetzt bekannt, dass vor vier Tagen Extremisten im Distrikt Kandhamal die Häuser von drei christlichen Familien niedergebrannt haben – eine deutliche Warnung an Christen. Orissa und speziell Kandhamal waren im letzten Jahr Schauplatz einer richtiggehenden Christenverfolgung. Der missio-Menschenrechtsbeauftragte Otmar Oehring ist gerade aus Orissa zurückgekehrt. Er hat dort ein Klima des Christenhasses vorgefunden: Hindu-Extremisten wollten Indien bis 2025 christenfrei machen.

„Die Christen leben natürlich immer noch in Angst und Schrecken; die Flüchtlinge haben nicht in ihre Häuser zurückkehren können, und es ist auch nicht abzusehen, wann das der Fall sein soll. Die staatlichen Behörden in Orissa bedrängen die Christen weiterhin – sie drangsalieren, schikanieren, diskriminieren sie. Es werden ihnen keine Schadenersatzzahlungen gegeben, die ihnen eigentlich zustünden; sie werden nicht mit Nahrungsmitteln versorgt, und es gibt keine medizinische Unterstützung. Die Kinder können nicht in die Schulen gehen… Einige der Flüchtlingslager, die noch bestehen, werden von der zentralen Reservepolizei bewacht, aber es gibt auch sehr viele kleinere, die eben nicht beschützt worden sind – und es wird einem überall gesagt, dass es jederzeit wieder zu Übergriffen auf die Christen kommen könnte.“

Christen, die in Orissa und speziell im Distrikt Kandhamal geblieben oder dorthin zurückgekehrt seien, erlebten jetzt „absolute Ausgrenzung“, so Oehring:

„Man spricht mit ihnen nicht; man bespuckt sie, wenn man sie irgendwo trifft; man schlägt sie; man versucht einfach, ihnen deutlich zu machen, dass sie in dieser Gegend von seiten der Hindus nicht als Mitbürger gewünscht sind.“

Das ist eine Stimmung, die nach Oehrings Eindruck schwer umkehrbar ist: Selbst wenn sich die Zentralregierung oder die Behörden vor Ort auf einmal engagieren sollten, würde es lange dauern, bis die Christen sich wieder so sicher fühlen könnten, dass sie in ihre Dörfer zurückkehrten. „Das ist momentan irgendwie nicht abzusehen.“ Die Staatsregierung von Orissa werde von einer Partei namens PJD gebildet:

„Die gleichen Leute, die bislang mit der hindufaschistischen BJP in einer Koalition waren, sind natürlich weiterhin an der Regierung – und es wird zwar gesagt, dass diese Partei vorderhand säkular sei, doch was das mit Blick auf die christlichen Flüchtlinge und auf ihren Schutz bedeutet, das ist natürlich die große Frage!“

Quelle: Radio Vatikan

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