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Im Oktober geht es weiter: Papst stellt Inhalte der Afrikasynode vor

Interview mit Prälat Klaus Krämer, Präsident missio Aachen - Am heutigen Donnerstag veröffentlicht Papst Benedikt XVI. in Kamerun das „Instrumentum Laboris“ zur Bischofssynode für Afrika, die im Oktober in Rom stattfinden wird. Die so genannte Afrikasynode steht unter dem Titel „Die Kirche im Dienst der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens.“ Nach Einschätzung von missio-Präsident Prälat Klaus Krämer wird mit der angekündigten Synode „der Blick auf die drängenden Probleme dieses Kontinents und die große Not vieler Menschen gelenkt.“

19. März 2009

Prälat Krämer, welche Bedeutung kann die II. Sonderbischofssynode für Afrika haben, für die Kirche und für die Menschen?

Prälat Klaus Krämer: Ich bin überzeugt davon, dass der Blick nicht nur der kirchlichen Öffentlichkeit, sondern auch der ganzen Weltöffentlichkeit durch die Synode auf Afrika gelenkt werden wird und damit auf die drängenden Probleme dieses Kontinents und die große Not vieler Menschen.

Welche Erwartungen haben Sie an die Synode, welche wichtigen Themen sehen Sie?

Prälat Klaus Krämer: Die Synode steht unter dem Thema Versöhnung, Gerechtigkeit, Frieden. Dies sind existenzielle Probleme des ganzen afrikanischen Kontinents. In vielen Ländern herrschen kriegerische Konflikte, wie sie derzeit wieder im Kongo neu aufgeflammt sind. Viele Regionen sind durch die Folgen von Kriegen und Bürgerkriegen gezeichnet. Viele Menschen sind schwer traumatisiert. Durch die unbewältigte Vergangenheit hat sich oftmals ein Konfliktpotential aufgestaut, das sich jederzeit wieder neu entladen kann. In diesen Situationen steht die Kirche in Afrika vor großen Herausforderungen. Sie nimmt ihre gesellschaftspolitische Verantwortung wahr, indem sie sich auf der politischen Ebene für friedensstiftende Prozesse einsetzt. Besonders wichtig ist jedoch auf lange Sicht die Versöhnung zwischen den verfeindeten Menschen und die Versöhnung vieler Einzelner mit ihrer eigenen belasteten Vergangenheit. Hier liegen große pastorale Herausforderungen. Ich bin mir sicher, dass die Synode dazu wichtige Impulse geben kann.

Es gab die Forderung, die Synode solle in Afrika stattfinden – teilen Sie das, um die Kirche in Afrika zu stärken?

Prälat Klaus Krämer: Es wäre sicher ein wichtiges Zeichen, wenn eine solche Bischofssynode als afrikanische Synode in Afrika selber stattfinden würde – vielleicht ist dies auch in nicht allzu ferner Zukunft möglich. Auf der anderen Seite stellt eine gesamtkirchliche Synode mit dem Themenschwerpunkt Afrika auch ein wichtiges Zeichen der Solidarität der ganzen Weltkirche mit Afrika dar – und auf diese Solidarität ist die Kirche in Afrika dringend angewiesen.

Warum jetzt diese II. Sonderbischofssynode, wenn die erste Afrikasynode noch nicht „abgearbeitet“ ist?

Prälat Klaus Krämer: Die letzte Afrikasynode liegt nun immerhin auch schon 15 Jahre zurück. Seit dem hat sich vieles verändert und zahlreiche Probleme haben sich auch noch weiter zugespitzt. Von daher macht es durchaus Sinn erneut auf die Situation in Afrika zu schauen und die Prioritäten für das kirchliche Handeln in der nahen Zukunft neu zu formulieren.

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