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Erzbischof Thissen kritisiert europäische Handelsunternehmen

Erzbischof Werner Thissen (Hamburg) © Ralf Adloff / missio

29. September 2011

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Entwicklungsfragen, Erzbischof Werner Thissen, hat europäischen Großunternehmen unfairen Konkurrenzkampf mit Fischern Westafrikas vorgeworfen. Die „schwimmenden Fischfabriken“ vor den Küsten Westafrikas bedrohten die Lebensgrundlage der Kleinfischer, weshalb der Senegal das Fischereiabkommen mit der EU 2006 nicht verlängert habe, sagte Thissen in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Mittwoch in Hamburg. „Doch europäische Großunternehmen umgehen dies einfach. Sie suchen sich afrikanische Partner und fischen unter einer afrikanischen Flagge“, beklagte der Hamburger Erzbischof. „Dagegen müssen wir als Europäer vorgehen.“

Thissen äußerte sich anlässlich des Monats der Weltmission des internationalen katholischen Hilfswerks missio, in dessen Zentrum der westafrikanische Senegal steht. Die Solidaritätsaktion wird am Sonntag mit einem Gottesdienst im Hamburger Mariendom eröffnet, den Thissen und missio-Präsident Klaus Krämer leiten. Dazu werden 11 katholische Geistliche und Laien aus dem Senegal erwartet, die im Laufe des Monats bundesweit in 300 Veranstaltungen über ihre Arbeit berichten.

Weiter sagte der Erzbischof, der Senegal sei zwar eines der am wenigsten entwickelten Länder der Erde, doch verfüge er über eine bemerkenswert stabile Demokratie. Dennoch seien die sozialen Probleme gravierend. „Besonders junge Menschen sind frustriert, weil es kaum wirtschaftliche Entwicklung gibt und sie für sich keine Perspektive sehen“, sagte Thissen. Daher träumten viele von einem Leben in Europa.

Das Zusammenleben von Christen und Muslimen, die eine Mehrheit von 94 Prozent bilden, „klappt ganz hervorragend“, unterstrich Thissen. Im Senegal gebe es eine lange Tradition der Toleranz und des gegenseitigen Respekts zwischen den Religionen und Ethnien. In dieser Hinsicht sei das Land vorbildlich.

Scharf kritisierte Thissen hingegen die Genitalverstümmelung, von der 28 Prozent der Frauen im Senegal betroffen seien. Diese in der Kultur verschiedener Volksgruppen tief verwurzelte traditionelle Beschneidung habe für die Betroffenen oft schwere gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod. Der Erzbischof verwies auf das Engagement von missio. Das Hilfswerk unterstütze kirchliche Partner, die die Bevölkerung über die Gefahren dieser Tradition aufklärten und auch für die Beschneiderinnen neue Einkommensquellen schafften.

Quelle: KNA - llktms-bd-1449.57so-1

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