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Katholischer Menschenrechtsaktivist: Internationalen Druck auf Pakistan wegen Blasphemiegesetzen hochhalten

Der internationale Druck auf Pakistan wächst, die Blasphemiegesetze zu reformieren oder abzuschaffen und die Bedingungen für die Achtung der Religionsfreiheit zu verbessern. Dies hat der pakistanische christliche Menschenrechtsaktivist Peter Jacob nach der jüngsten Staatenüberprüfung Pakistans vor dem Genfer UN-Menschenrechtsrat beobachtet, wie er am Dienstag, 6. November, gegenüber dem Internationalen Katholischen Missionswerk missio in Aachen sagte. „Insgesamt 16 Staaten äußerten in dem englischsprachigen vorläufigen Protokoll ihre Bedenken zu Fragen der Religionsfreiheit, der Lage religiöser Minderheiten oder der Blasphemiegesetze, darunter erstmals auch Länder wie Namibia oder Thailand. Letzteres ist für mich eine schöne Überraschung“, so Jacob. Die Anhörung fand am 30. Oktober statt.

6. November 2012

Gegenüber missio begrüßte Peter Jacob, leitender Sekretär der Nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der katholischen Bischöfe in Pakistan, auch den deutschen Einsatz für die Menschenrechte in seiner Heimat. Deutschlands Regierung habe sich bei der Anhörung in Genf für die Religionsfreiheit in Pakistan, gegen den Missbrauch der Blasphemiegesetze und darüber hinaus für das Entfernen von Texten und Bildern aus Bildungs- und Schulmaterialien, die zum religiösen Hass anstacheln, eingesetzt. Die Bundesregierung sollte nun genauestens beobachten, wie dies in Pakistan auch tatsächlich realisiert wird, und ihren Einfluss bei der pakistanischen Regierung weiter geltend machen, damit diese die Menschenrechte aller Minderheiten besser schützt - einschließlich der christlichen -, die unter diskriminierender Politik und Gesetzen leiden, forderte Jacob. „Und dazu muss auch missio die Bundesregierung immer wieder anhalten“, so der Menschenrechtsaktivist. Nach Schätzungen Peter Jacobs wurden seit 1986 über 1.000 Menschen in Pakistan der Blasphemie angeklagt. Die Mehrzahl davon waren Muslime. Im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung waren jedoch überproportional Christen von dieser Anklage betroffen.

missio hat in den vergangenen Monaten immer wieder an die schwierige Situation religiöser Minderheiten in Pakistan erinnert und die Bundesregierung zum Einsatz unter anderem gegen die Blasphemiegesetze aufgefordert. Gleichzeitig unterstützt das Internationale Katholische Missionswerk missio Projekte in Pakistan, die sich für den interreligiösen Dialog und Menschenrechte einsetzen. So fördert missio etwa die „Katholische Frauenorganisation Pakistans“, die mit den Spenden aus Deutschland Bildungsseminare für rund 4.000 Frauen in Pakistan anbietet.

Jüngst illustrierten auch der Fall des geistig gehandicapten Mädchens Rimsha Masih, das der Blasphemie verdächtigt wird, und der Anschlag islamistischer Gruppen auf die junge Menschenrechtlerin Malala Yousafzei die Brisanz der pakistanischen Blasphemie-Gesetze. In Genf engagierten sich neben Deutschland unter anderem auch England, die USA, Frankreich, Kanada, Österreich oder die Niederlande gegen diese Gesetze.

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Zu der Thematik hat missio auch eine neue Broschüre von Peter Jacob herausgegeben:

Peter Jacob: Blasphemie – Vorwürfe und Missbrauch. Die pakistanischen Blasphemiegesetze und ihre Folgen. Internationales Katholisches Missionswerk missio e.V., Reihe Menschenrechte, Band 50, Aachen 2012, 68 Seiten, ISSN 1618-6222, missio-Bestell-Nr. 600325

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