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Menschenrechtspreis für Erzbischof

Erzbischof Francois-Xavier Maroy Rusengo, Bukavu (DR Kongo) © Bettina Flitner / missio

Am 10. Dezember 2012 erhält der kongolesische Erzbischof Maroy den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar.

30. November 2012

Der kongolesische Erzbischof Maroy Rusengo wird am 10. Dezember 2012 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar geehrt. In der ersten Dezemberhälfte wird der Preisträger auf weiteren Veranstaltungen in Berlin, Aachen, Magdeburg und Hannover über die Situation im Kongo und die Verstrickungen der westlichen Welt berichten.

Der katholische Erzbischof Francois-Xavier Rusengo aus dem derzeit umkämpften Osten des Kongos erhält am 10. Dezember den Menschenrechtspreis der Stadt Weimar. In der Begründung des Komitees heißt es, dass Erzbischof Maroy sich unter Einsatz seines Lebens für Frieden und Versöhnung in der Demokratischen Republik Kongo engagiere. Seit 1996 sind mehrere Millionen Menschen dem blutigen Konflikt zum Opfer gefallen. Die Laudatio hält Professor Bernhard Vogel (CDU), früherer Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen sowie ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Die Situation im Osten Kongos hat sich aktuell dramatisch zugespitzt, nachdem in den vergangenen Tagen die sogenannten M23-Rebellen nach Gefechten mit Regierungssoldaten und UN-Truppen die Stadt Goma erobert hatten. Der angekündigte Angriff auf die Stadt Bukavu, Sitz von Erzbischof Maroy, ist bislang ausgeblieben.

Bei seinem Einsatz für Frieden im Kongo wird der 56-jährige Erzbischof vom Internationalen Katholischen Hilfswerk missio in Aachen unterstützt, das ihn für den Weimarer Menschenrechtspreis nominiert hat. „Mit Spenden aus Deutschland hilft missio dem Erzbischof und seinen Teams in dieser Krisenregion beim Aufbau von Trauma-Zentren“, berichtet missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. „Eine solche psychologisch-seelsorgerische Betreuung ist auch deshalb so notwendig, weil beispielsweise Massenvergewaltigungen von Frauen, Männern und Kindern als eine Art Kriegswaffe von allen Konfliktparteien eingesetzt wird.“

Erzbischof Maroy spricht seit Jahren offen über die Ursachen des Krieges und die Verstrickungen der westlichen Welt darin. Durch seine Friedensmission ist er selbst ins Visier der Kriegstreiber geraten. Bei einem Angriff von Rebellen auf das Bischofshaus verfehlte eine Kugel nur knapp den Kopf des katholischen Geistlichen, der seit 2006 Erzbischof von Bukavu ist. In den vergangenen Jahren wurden mehrere seiner Mitarbeiter entführt und getötet. Auf offener Straße war sein Vorgänger Erzbischof Christophe Munzihirwa erschossen worden.

Das bitterarme Land Kongo gehört zu den rohstoffreichsten Staaten der Welt. Diamanten und Gold kommen von hier. Eine wahre Schatzgrube sind die Coltan-Minen im Osten. Dieses seltene Erz wird für die Herstellung von Mobiltelefonen benötigt. Erzbischof Maroy klagt an, dass die Rebellen gezielt jene Gebiete erobern, in denen das wertvolle Coltan zu finden sei. Vergewaltigungen würden als Waffe eingesetzt, um die Familien aus den Abbaugebieten zu vertreiben. So fliehen die Menschen aus ihren Dörfern. Dann können die Bodenschätze ausgebeutet und illegal exportiert werden. Über geheime Kanäle wird das Coltan unter Weltmarktpreisen angeboten. Mit den Gewinnen werden Waffen gekauft und der Krieg finanziert. „Wenn man weiß, dass man Coltan verwendet oder kauft, für das eine ganze Dorfgemeinschaft niedergemetzelt worden ist, dann muss uns das zum Umdenken bringen und dieser illegale Handel muss eingestellt werden“, fordert Erzbischof Maroy.

Erzbischof Maroy wird am 6. Dezember 2012 in Aachen an der Veranstaltung „Sexuelle Gewalt als Waffe“ in der Aula der Katholischen Hochschule auftreten. Am folgenden Abend ist in der RWTH Aachen ein Filmvortrag mit Diskussion zum Thema „Kongo, Krieg und unsere Handys“ geplant. Nach der Preisverleihung in Weimar wird Erzbischof Maroy am 11. Dezember 2012 in Magdeburg von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff empfangen. In Berlin findet am 12. Dezember 2012 eine Veranstaltungen zum Thema „Kongo, Krieg und Handys“ statt.

Linktipp:
Aktion Schutzengel "Für Familien in Not. Weltweit. - Aktion Saubere Handys."
Menschenrechtsstudie "DR Kongo - Eine Bilanz der Gewalt"
Länderübersicht DR Kongo

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