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Missbrauch der Blasphemiegesetze in Pakistan

© Karl-Heinz Melters / missio

Mit Blick auf die kommenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Pakistan im März befürchtet missio in Aachen eine Eskalation der Gewalt.

11. Januar 2013

In Pakistan wurden zwischen 1986 und dem abgelaufenen Jahr 2012 infolge des Missbrauchs der Blasphemiegesetze 1170 Menschen angeklagt, darunter 527 Muslime, 457 Ahmadis, 158 Christen, 20 Hindus sowie acht weitere Personen ohne Informationen über deren Religionszugehörigkeit. Diese Zahlen legte am Freitag, 11. Januar, das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen vor. Da Christen lediglich zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind sie überproportional vom Missbrauch der Gotteslästerungsparagraphen in der pakistanischen Gesetzgebung betroffen.

„Die Lage für die Christen wird angesichts der kommenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Pakistan im März nicht einfacher, unsere kirchlichen Projektpartner in dem islamischen Land befürchten eine Zuspitzung der Gewalt und politisches Chaos“, warnte Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio Aachen. „Auch wenn Pakistan als gemäßigtes und demokratisches Land wahrgenommen werden will, unternimmt die amtierende Regierung weiterhin nichts gegen die diskriminierenden Blasphemiegesetze“, kritisierte er. So ist etwa ein Regierungsminister im Amt geblieben, der vor vier Monaten wegen angeblicher Gotteslästerung zum Mord aufgerufen hatte und dafür ein Kopfgeld von 100.000 Dollar ausgesetzt hatte.

Allerdings hofft Prälat Krämer, dass in dieser Frage der internationale Druck auf das Land wächst, nachdem sich Pakistan 2012 erstmals einem Hearing des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen gestellt hatte, der Ökumenische Weltkirchenrat in Genf eine Anhörung über die Blasphemiegesetze in Pakistan veranstaltete und die Europäische Union dem islamischen Land die Tür für ein privilegiertes Handelsabkommen offenhält, sollte es bestimmte Menschenrechtsstandards wie etwa die Aussetzung der Todesstrafe beachten. „Dieser internationale Druck motiviert lokale und regionale Gruppen in Pakistan, die zunehmend ihre Stimme öffentlich für die Religionsfreiheit erheben,“ meinte Prälat Krämer.

Info
In der aktuellen Menschenrechtsstudie „Blasphemie – Vorwürfe und Missbrauch“ analysiert der missio-Projektpartner Peter Jacob die Blasphemiegesetze und ihren Missbrauch für politische und persönliche Interessen. Die Studie ist hier kostenlos erhältlich.

Linktipps
Literatur zu "Blasphemiegesetze" in Pakistan (deutsch)
Literatur zu "Blasphemiegesetze" in Pakistan (englisch)

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