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Friedenspreis für den Priester Neles Tebay aus West-Papua

West-Papua © Wikimedia

Stipendiat des Missionswissenschaftlichen Institutes (MWI) von missio Aachen – Autor zweier missio-Menschenrechtsstudien

28. März 2013

Der Koordinator des Friedensnetzwerkes Papua (PPN), Neles Tebay Kebadabi, hat den mit 10.000 Dollar (umgerechnet rund 7.800 Euro) dotierten südkoreanischen Tji Hak-soon Preis für Gerechtigkeit und Frieden erhalten. „Das ist auch eine Bestätigung unserer Arbeit und unseres Stipendienprogrammes“, freute sich am Donnerstag, 28. März, Professor Harald Suermann, Direktor des Missionswissenschaftlichen Institutes (MWI) von missio Aachen, das den Preisträger 2005 und 2006 mit einem Promotionsstipendium unterstützt hatte. Dieser ist auch Autor der beiden Studien „Jakarta und Papua im Dialog“ (2009) sowie „Gemeinsame Anstrengungen der Religionsgemeinschaften für den Frieden in West-Papua“ (2006) innerhalb der Reihe „Menschenrechte“ des Internationalen Katholischen Missionswerkes missio in Aachen.

Neles Tebay Kebadabi erhält den Preis für seine Vermittlungsbemühungen im Konflikt um die Selbstständigkeit West-Papuas, der Westhälfte der Insel Papua innerhalb der Inselgruppe Papua-Neuguinea. Indonesien verwaltet und beansprucht das Territorium nach einem von den Vereinten Nationen in die Wege geleiteten Volksentscheid seit 1963 als eigene Provinz. Kritiker werfen Indonesien allerdings eine Manipulation dieses Referendums vor. Vor allem die indigene Bevölkerung strebt weiter nach Unabhängigkeit und einem eigenen Staat West-Papua. 1964 gründete sich die Papua-Unabhängigkeitsbewegung Organisasi Papua Merdeka (OPM). Seit dieser Zeit kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen.

Neles Tebay Kebadabi hat in den vergangenen Jahren schon mehrere Verhandlungen zwischen diesen Unabhängigkeitskräften und Indonesien initiiert. „Der Friedensprozess zwischen der indonesischen Regierung und den Separatisten Papuas, und damit auch unsere Arbeit, ist aber noch nicht am Ende angelangt. Wir konnten die Gewalttaten, die seit 1963 andauern, noch nicht stoppen“, sagte der katholische Priester in seiner Laudatio bei der Entgegennahme des Preises. „Trotz allem denke ich, dass diese Auszeichnung zeigt, dass das Volk Papuas und die indonesische Regierung auf einem guten Weg sind und dass beide den gleichen Wunsch hegen, den Krieg baldmöglichst durch Dialog und respektvolles Miteinander zu beenden. Der Preis ist eine Motivation für weitere Beteiligte, sich an einen gemeinsamen Verhandlungstisch zu setzen und eine konstruktive und zufriedenstellende Lösung für jeden zu finden“, so Tebay weiter.

Neles Tebay wurde 1964 in West-Papua geboren. Er studierte Philosophie und Theologie. 1992 wurde er als Priester der Diözese Jaypura geweiht. Später setzte er sein Theologiestudium fort und promovierte an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom über den Einsatz der Kirche bei der Förderung und Verteidigung der Menschenrechte unter besonderer Berücksichtigung von West-Papua.

Derzeit leitet der Preisträger die Hochschule STFT Fajar Timur Abepura-Jayapura in seiner Heimat. Er ist Mitglied der theologischen Kommission der katholischen Priesterkonferenz in Indonesien (KWI), des Beratungsforums für Religiöse Führer (FKPPA), des Forums für religiöse Eintracht (FKUB) und der Vereinigung der Kirchen in Papua (PGGP), die regelmäßig Menschenrechtsverletzungen an der Bevölkerung in West-Papua durch die indonesische Armee dokumentiert.

Lesehinweise:

  • Neles Tebay: Jakarta und Papua im Dialog, Reihe Menschenrechte Nr. 35, Internationales Katholisches Missionswerk missio, Aachen 2009, 40 Seiten, mehr lesen
  • Neles Tebay: Gemeinsame Anstrengungen der Religionsgemeinschaften für den Frieden in West-Papua, Reihe Menschenrechte Nr. 24, Internationales Katholisches Missionswerk missio, Aachen 2006, 84 Seiten, mehr lesen

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