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Standpunkt: "Gelebte Spiritualität"

Prälat Dr. Klaus Krämer

23. Januar 2012

Christen haben einen Auftrag so zu leben, dass das Leben für alle Menschen friedlicher und lebenswerter wird. Doch der weltverändernden Kraft des Glaubens zu vertrauen, fällt heute nicht immer leicht. Zu mächtig scheinen Elend und Hoffnungslosigkeit an so vielen Orten der Erde zu sein, als dass sich aus dem Glauben heraus etwas zum Besseren bewegen ließe. Der Grün derin des Werks der Glaubensverbreitung, Pauline-Marie Jaricot, waren solche Zweifel fremd. Anderthalb Jahrhunderte nach ihrem Tod ist das Glaubenszeugnis der visionären Katholikin aktueller denn je.

Als Pauline-Marie Jaricot am 9. Januar vor 150 Jahren in Lyon starb, lag ein bewegtes und bewegendes Leben hinter ihr. Vieles ist über sie geschrieben worden. Besonders ihre „Bekehrung“ von der eleganten Fabrikantentochter, die auf keinem Fest fehlte, zur leidenschaftlichen Kämpferin für die Armen und die Mission hat die Fantasie der Menschen beflügelt. Pauline war ein Kind des 19. Jahrhunderts, und manche ihrer geistlichen Schriften muten heute fremd an. Wer sich davon nicht irritieren lässt, begegnet einer faszinierenden Persönlichkeit, deren Missionsverständnis ihrer Zeit weit voraus war. Die willensstarke Pauline-Marie Jaricot hatte früh erkannt, dass sie nicht zum Ordensleben berufen war. Tatsächlich war es wohl weniger eine Entscheidung gegen den Ordensstand als dafür, ohne jede besondere Stellung in der Kirche zu wirken. Pauline-Marie Jaricot tat dies mit der Selbstsicherheit einer Frau, die ihr Leben in die Hände Gottes gelegt hat. Neben ihrem Unternehmungswillen und Organisationstalent begründete diese Laienspiritualität den Erfolg der sozialen und missionarischen Initiative Pauline-Marie Jaricots.

Pauline-Marie Jaricot © missio-Archiv

Inspiriert vom Glauben der jungen Christen in den Missionsländern brachte sie Menschen in Bewegung, die sich nie zuvor für das Anliegen der Mission interessiert hatten. Menschen unterschiedlichster Herkunft, Überzeugung, Persönlichkeit und sozialer Stellung. Sie hätte auch Sammelbüchsen aufstellen können, um die missionarische Arbeit in Übersee zu finanzieren. Ihre Vision war eine andere. Entscheidend für Pauline-Marie Jaricot war die Begegnung von Mensch zu Mensch. Sie suchte keine Geldgeber, sondern Verbündete für die Verbreitung des Glaubens. Die Idee, Unterstützergruppen nach dem Schneeballsystem aufzubauen, hat hier ihren Ursprung und ihr Erfolgsgeheimnis. Mission, die Weitergabe der Liebe Gottes zu allen Menschen, war für sie weniger eine Aufgabe als eine täglich einzuübende Haltung der Hingabe, die um die eigenen Grenzen weiß, und die sich gehalten fühlt von Gott.

Vorrang vor jedem missionarischen Aktivismus hatte für sie das Gebet und das Bemühen zu lieben – ohne Maß, ohne Ende. Darin liegt die Alltagstauglichkeit der Spiritualität Pauline-Marie Jaricots, die bis heute eine große Anziehungskraft auf Menschen auf der ganzen Welt ausübt. Sie macht ihr Leben für heute so aktuell.

Prälat Dr. Klaus Krämer
Präsident von missio in Aachen

Quelle: kontinente - Das missio-Magazin, 1/2011

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