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„Blogger füllen Informationslücken“

Christian Mihr ist Journalist und seit 2012 Geschäftsführer von „Reporter ohne Grenzen“. © Dietmar Gust

In totalitären Staaten spielen „Bürgerjournalisten“ eine wichtige Rolle – gerade auch in religiösen Debatten. missio und „Reporter ohne Grenzen“ setzen sich jetzt gemeinsam für Informations- und Religionsfreiheit ein.

Mit der gemeinsamen Aktion für den inhaftierten vietnamesischen Blogger und katholischen Priester Nguyen Van Ly wollen „Reporter ohne Grenzen“ und missio ein Zeichen dafür setzen, dass Informationsfreiheit und Religionsfreiheit zusammengehören. Können Sie das erläutern?

Wir setzen uns weltweit für das Menschenrecht auf Presse- und Informationsfreiheit ein. Bei unserem Engagement beobachten wir leider sehr oft, dass das Menschenrecht auf Informationsfreiheit gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ausgespielt wird und beide Rechte somit relativiert werden. Ich denke etwa an die orthodoxe Erklärung der Menschenrechte in Russland oder an die Positionen der Organisation Islamischer Staaten. Doch das Besondere an den Menschenrechten ist nun mal deren Unteilbarkeit und damit letztlich deren Gleichrangigkeit – selbst wenn in einem Abwägungsprozess etwa durch die Informationsfreiheit abgedeckte Meinungen schmerzen oder gar verletzen.

In Vietnam sind derzeit 14 Blogger in Haft. Weltweit geraten Bürgerjournalisten immer stärker ins Visier autoritärer Staaten. Warum treffen staatliche Sanktionen zunehmend diese Blogger?

Sogenannte Bürgerjournalisten, also Blogger oder Menschen, die regelmäßig Informationen via Facebook und Twitter verbreiten, füllen gerade in vielen Diktaturen und autoritären Staaten, die die Pressefreiheit mit Füßen treten und unabhängigen Journalismus verachten, wichtige Informationslücken. Gerade religiöse Debatten werden dort in einer Intensität und Ausführlichkeit verhandelt, die in vielen klassischen Medien so nicht möglich ist. Deshalb sind diese Blogger den Machthabern ein Dorn im Auge und oft besonders von Verfolgung bedroht! Weltweit wurden 2015 schon 17 Bürgerjournalisten getötet, es sitzen derzeit mehr als 160 Bürgerjournalisten in Haft – die meisten in China, Iran und Vietnam. Fast alle in Vietnam inhaftierten Bürgerjournalisten, für die sich Reporter ohne Grenzen einsetzt, sind übrigens Katholiken.

Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, dass sich die Kirchen für Informationsfreiheit einsetzen – und umgekehrt nicht-kirchliche Kräfte für Religionsfreiheit?

In vielen Ländern, in denen sowohl missio als auch Reporter ohne Grenzen aktiv sind, erleben mutige Menschen täglich, dass ihre Menschenrechte gegeneinander ausgespielt werden. Um ihnen den Rücken zu stärken, müssen wir bedingungslos für die Unteilbarkeit aller Menschenrechte eintreten.

Zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi forderte Christian Mihr (Journalist und seit 2012 Geschäftsführer von „Reporter ohne Grenzen“) mehr Pressefreiheit in Russland.
Zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi forderte Mihr mehr Pressefreiheit in Russland. © Franziska Senkel

missio und „Reporter ohne Grenzen“ für Menschenrechte

missio Aachen arbeitet mit der Nicht-Regierungsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ zusammen. Beide setzen sich für die Freilassung des in Vietnam inhaftierten katholischen Priesters Nguyen Van Ly ein. Er hat im Internet eine Plattform für Bürgerjournalisten und Blogger mitbegründet. Die Petition soll im September an die Bundesregierung überreicht werden. missio und „Reporter ohne Grenzen“ sind überzeugt: Religionsfreiheit und Informationsfreiheit sind untrennbar miteinander verbunden. Der Einsatz für bedrängte Christen und andere religiöse Minderheiten bedeutet immer, sich für Informationsfreiheit einzusetzen – und umgekehrt. Gegenwärtig sind nach Angaben von „Reporter ohne Grenzen“ 14 Online-Journalisten, Blogger und Bürgerjournalisten in Vietnam in Haft. In der Sozialistischen Republik Vietnam ist ein überdurchschnittliches Engagement von katholischen Bloggern zu beobachten, die sich für mehr Demokratie einsetzen.

Wie kann man verhindern, dass Informationsfreiheit und Religionsfreiheit gegeneinander ausgespielt werden?

Kritiker sagen oft: Kehrt doch erst einmal vor der eigenen Haustür, bevor Ihr in andere Länder geht. Dazu sage ich: Wir bleiben nur glaubwürdig, wenn wir überall kehren, wo Dreck anfällt beziehungsweise die Menschenrechte verletzt werden, und das ist nun mal vor unserer eigenen genauso wie vor meines Nachbars Tür. Das heißt: Die Pressefreiheit in Deutschland im Namen von welcher Religion auch immer einzuschränken ist inakzeptabel! Ich möchte nicht missverstanden werden: Medien tragen auch eine Verantwortung, und ich plädiere nicht für Hemmungslosigkeit. Allerdings ist das primär eine Frage der journalistischen Ethik und der Abwägung im Rahmen der journalistischen Sorgfalt: „Hate Speech“ ist zum Beispiel eine solche Grenze. Damit meine ich Aufruf zu Hass, Gewalt und Tötung. Doch selbst als Christ muss ich es aushalten, dass meine Kirche kritisch begleitet und sogar über sie gespottet wird! Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit wird dadurch nicht beschädigt.

Kannten Sie missio eigentlich vor der Kooperation?

Ich kenne und schätze die sehr wichtige Arbeit von missio schon lange: Beruflich als jemand, der schon lange international arbeitet. So sind etwa Reporter ohne Grenzen und missio beide Mitglied im Forum Menschenrechte, dem wichtigsten Netzwerk deutscher Menschenrechtsorganisationen. Aber auch als gläubiger Christ, dem die Weltkirche wichtig ist und der seit seinem Studium an der Katholischen Universität Eichstätt viele Mut machende und stärkende Ökumene-Erfahrungen gesammelt hat.

Die Fragen stellte Johannes Seibel.

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