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Der Flüchtling Daniel bereichert unser Leben

Seit fünf Wochen wohnt Daniel aus Eritrea in unserer Familie. Er ist mit etwa 15 Jahren aus seiner Heimat geflohen. Sein Geburtsdatum kennt er nicht. Ein Jahr ist er auf der Flucht gewesen. Seine Mutter und Geschwister sind noch in Eritrea. Jetzt lebt er sich in Aachen ein.

Willkommenskultur: Familie Rüthers aus Aachen hat den 16-jährigen Daniel bei sich aufgenommen. © Jobst Rüthers

Ein Aufruf in der Zeitung im November 2014 hat mich berührt. Unsere Kinder sind erwachsen, studieren und wohnen nicht mehr zu Hause. Wir haben also Platz. Im Juni 2015 erfahren wir von dem 16-jährigen Daniel. Wir sollen ihn kennenlernen. Daniel überrascht uns mit einem eritreischen Essen. Wir und er sind aufgeregt. Auf den ersten Blick ist er uns sympathisch, er wirkt jünger. Zu unserer Überraschung spricht er noch sehr schlecht Deutsch. Nach dem ersten Treffen laden wir ihn zu uns nach Hause ein, nachmittags zum „Kaffee trinken“. Das kennt er nun gar nicht. Aber er ist höflich und isst ein Stück Kuchen. Wir zeigen ihm sein mögliches Zimmer. Das ist okay, aber wo ist der Fernseher? Auch unsere Kinder hatten keinen eigenen, erklären wir ihm. Er lernt bei uns den Fußballplatz kennen. Da strahlen seine Augen. Er liebt Fußball und will im Verein spielen. Für uns ist schnell klar, dass Daniel einziehen kann. Daniel will auch. Auch unsere Kinder sind einverstanden.

Am 27. Juli zieht Daniel bei uns ein. Inzwischen hängen in seinem Zimmer Fotos von ihm und eine eritreische Flagge. Daniel ist orthodoxer Christ. Wir sind katholisch. Prima, das passt doch gut, denke ich. Für uns ist neu, dass orthodoxe Christen kein Schweinefleisch essen. Inzwischen weiß ich auch, dass Daniel alles ablehnt, wenn Schweinefleisch auch nur in der Nähe von anderem Essen ist. Schweinefleisch ist nun aus unserem Haushalt verbannt. Auch der erste Kirchgang mit ihm ist aufschlussreich. „Ingeborg, so kannst du nicht in die Kirche.“ Ich trage ein knielanges Kleid. „Doch, hier kann man so gehen“, kläre ich ihn auf. In seiner Kirche tragen Frauen weiße Gewänder und Kopftücher.

Daniel besucht eine Basisklasse in einer Schule für Flüchtlinge. Morgens aufstehen, frühstücken ist nicht seine Sache. Wir müssen ihn täglich antreiben, dass er voran macht. Daniel hat Probleme beim Einschlafen. Das erzählt er bei einem Termin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Wie alle Flüchtlinge leidet Daniel unter Traumata. Nach und nach erfahren wir, was er alles durchgemacht hat. Zwei Tage hat er auf einem kleinen Boot auf dem Meer ohne Essen, Toilette und in Kälte Todesängste ausgestanden. Sein Fluchtgrund ist das Militär. Die Jungen werden einfach auf der Straße aufgegriffen und zum Militärdienst gezwungen.

Die ersten Wochen sind von vielen Arztterminen geprägt. Wegen eines erneuten Abszesses bin ich mit ihm in der Notaufnahme. Inzwischen spielt Daniel im Verein VfJ Laurensberg. Leider hat er noch keinen Spielerpass. Diese Information hat ihn in eine tiefe Krise gestürzt.

Die Angst um sein Asyl, seinen Pass, ist immer wieder präsent. Vor kurzem haben wir seine Aufenthaltsgestattung verlängern müssen. Noch läuft sein Asylverfahren. Ich tauche über die Auseinandersetzungen mit Ämtern, Anträgen in eine neue Welt ein und lerne viel über die Situation der Flüchtlinge. Mit Daniel bekommt das Flüchtlingsthema ein Gesicht.

Ingeborg Rüthers

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