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Eklat rüttelt Theologen auf

Während die Welt zunehmend komplexer wird, zersplittert sie gleichzeitig in immer mehr Einzelteile. Allgemein verbindliche Orientierungsregeln gibt es nicht mehr. Ist die Zeit reif für eine neue Theologie, die nicht nur für Christen gelten kann? Beim Weltsozialforum in Dakar suchte das Forum für Theologie und Befreiung nach Antworten. Hadwig Müller von missio war dabei.

Wenn sich die Mächtigen der Welt einmal im Jahr zum Weltwirtschaftsforum in Davos treffen, laden diejenigen, die sich auf die Seite der Schwachen stellen, zur Gegenveranstaltung ein. Schon die Lokalität ihres „Weltsozialforums“, das 2001 zum ersten Mal im brasilianischen Porto Alegre stattfand, steht in krassem Gegensatz zu dem mondänen Schweizer Wintersportort. Diesmal trafen sich zahlreiche Vertreter von Nichtregierungs- und kirchlichen Organisationen vom 6. bis 11. Februar im Senegal, der 2011 missio-Schwerpunktland ist. Abseits der großen Diskussionsveranstaltungen in Dakar fand sich im „Forum für Theologie und Befreiung“ zum vierten Mal eine kleinere, weitblickende Arbeitsgruppe zusammen. Auf der Agenda: eine weltweite Theologie, „die inspiration, Energie und Geistesgegenwart verbindet“, um die Welt zu einem besseren Ort des Lebens zu machen. So formuliert es Luiz Carlos Susin, einer der Gründungsväter des theologischen Forums. Für den Kapuzinerpater und Theologieprofessor aus Porto Alegre gehört die Frage nach einer Theologie, die Menschen angesichts immer komplexer werdender globaler Zusammenhänge noch erreicht, zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Es geht ihm um eine Theologie, die den weltweiten Schatz an Weisheiten und Erkenntnissen verschiedener Religionsgemeinschaften und Glaubensrichtungen aufgreift und auch offen ist, radikal neue, von westlichen Traditionen losgelöste Denkmodelle zu entwickeln.

Hadwig Müller, Referentin der Abteilung Theologische Grundlagen, arbeitet gemeinsam mit einer interdisziplinären Forschungsgruppe an diesem Ansatz und hat ihn konsequent weiterentwickelt. In Dakar war die Theologin und Psychologin eine von mehreren hundert Teilnehmern am Forum für Theologie und Befreiung.

In ihren Überlegungen zu einer Theologie in einer „zerborstenen Welt“ greift sie den Begriff der „monde éclaté“ auf, den der Jesuit Michel de Certeau in den 70-er Jahren geprägt hat. „Es geht um einen neuen Blick auf die Bibel und auf das Alltagsleben“, erklärt die 63-Jährige. „Die Evangelien zeigen, wie Jesus von Nazareth in der Beziehung zu anderen Raum eröffnet und ihnen innere Freiheit schenkt.“ Wer diese Freiheit besitzt, kann wirklich leben, ist Müller überzeugt, und verweist auf die Menschen, von denen die Evangelisten in den Heilungsgeschichten berichten: Sie alle gewinnen ihr Vertrauen in das Leben zurück. In diesem „Aufstand um zu leben“ wirkt die Gegenwart des Göttlichen.

Eine solche, vom Leben ausgehende Theologie birgt ungeheures Potenzial: Die Chance alle anzusprechen: Menschenrechtler und Umweltaktivisten genauso wie Christen, Hindus oder Buddhisten. Denn in einer Welt, in der alte Orientierungslinien zerbrochen sind, ist der Respekt vor dem Leben das Letzte, was bleibt. Eine paradoxe Welt, so Müller, in der „die Einzigartigkeit des Individuums das einzig Universale ist“.

bg

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