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Missionarin der Herzen

Mit Tatkraft und Gottvertrauen hilft die missio-Projektpartnerin Schwester Raphaela Händler Tausenden Menschen in Afrika in Zeiten von Aids. Im ZDF wurde sie mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet, im Rom empfing sie der Heilige Vater.

Ausgezeichnet: In der ZDF-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ wird Schwester Raphaela der Ehrenpreis für ihr Lebenswerk verliehen. © Müller / Ein Herz für Kinder

Elend und Not. Krankheit und Tod. Ihre Kindheitsjahre im Zweiten Weltkrieg prägen die 1940 geborene Westfälin Raphaela Händler. „Wenn die Sirenen heulten, sind wir in den Keller gerannt“, erinnert sie sich. „Auch die Nachbarn suchten bei uns Schutz, und die Frauen beteten. Nachts war der Himmel rot, wenn die Bomben auf Münster fielen“. Als die Nazis kapitulierten und der Krieg endete, waren die alliierten Truppen im Münsterland allgegenwärtig. „Da kamen Panzer in unser Dorf Nottuln gefahren“, berichtet Raphaela Händler. Ihr Elternhaus befand sich neben der Kirche. „Wir standen an der Tür und starrten ganz gebannt. Dann kamen dunkelhäutige US-Soldaten auf uns zu. Sie waren sehr freundlich und gaben uns Kindern Schokolade.“

Der Traum von Afrika

Später, als Schülerin, entdeckt Raphaela Händler eines ihrer großen Vorbilder. Albert Schweitzer fasziniert sie. Der Arzt und Theologe baut im Jahr 1912 im westafrikanischen Gabun das Urwaldhospital Lambaréné auf. Sie will seinem Ideal folgen und Ärztin in Afrika werden. „Wie mache ich das am besten“, denkt sie. „Das eine ist natürlich man geht in einen Orden. Der andere Weg wäre, ich heirate vielleicht einen Missionsarzt und wir gehen zusammen nach Afrika.“

Nach ihrem bestandenen Abitur nimmt Raphaela Händler an Einkehrtagen bei den Jesuiten teil, lernt Benediktinerinnen kennen und überlegt, ob sie in den Orden eintritt. Ihre Eltern haben zwar nichts dagegen. Dennoch geben sie ihr erst mal einen anderen Rat. „Fang doch mal besser erst an der Uni an, und dann wird sich das weiter klären“, sagen sie. Dies sei sicher ein guter Rat gewesen, so Raphaela Händler rückblickend. „Ich habe dann ab 1958 in Münster Medizin studiert.“ Während des Medizinstudiums reift in ihr die Entscheidung, als Frauenärztin und Ordensschwester tätig zu sein. 1962 tritt sie in den Orden der Missions-Benediktinerinen ein. Einige Jahre später beginnt für sie die große Reise nach Tansania.

Nächstenliebe: Tausende Menschen erhalten in den Projekten der Ordensfrau Hilfe. © David Sünderhauff

Mit Unterstützung von missio

Dort baut sie mit Spendengeldern eine Klinik auf, in der Tausende Kinder geboren werden. Ihr Traum ist wahr geworden. Doch in den 80er-Jahren beginnt eines der dunkelsten Kapitel des schwarzen Kontinents. Die bislang unbekannte Krankheit AIDS taucht auf. Elend und Not, Krankheit und Tod verbreiten sich besonders in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Hier sind drei Viertel der weltweiten Todesfälle zu beklagen. Täglich kommen Tausende Neuinfektionen hinzu.

Schwester Raphaela versteht, dass Hilfe nur möglich ist, wenn in großen Dimensionen geholfen wird. 1998 gründet sie zusammen mit Dr. Lucy Steinmetz in Namibia die Catholic Aids Action. Unterstützt wird die Arbeit unter anderem von missio in Deutschland. Es werden mehr als 5.200 vom HI-Virus betroffene Menschen betreut. Wichtig für die Zukunft der Aidswaisen von Namibia ist, dass sie wieder in die Schule gehen können.

Etwa 8000 Waisen sind bei der katholischen Organisation von Schwester Raphaela als besonders bedürftig registriert worden und erhalten aus einem Notfonds Hilfen, damit Schulsachen, Schulgebühren und Schulkleidung gezahlt werden können. Durch Aufklärungsprogramme werden pro Jahr mehr als 5.000 junge Menschen erreicht. Diese Informationskampagne rettet Menschenleben.

In den Projekten sieht man oft, wie liebevoll Schwester Raphaela Kinder auf dem Arm hält, die noch zu klein sind, um zu verstehen, dass ihre Eltern an Aids gestorben sind. Aber sie verstehen, wie viel Liebe und Geborgenheit sie von dieser Missionarin der Herzen erhalten. Sie lässt die Aids-Waisen nicht im Stich. Als Ärztin heilt Schwester Raphaela die körperlichen Wunden, als Ordensfrau die seelischen Leiden. Übersetzt heißt ihr Name „Rapha-el“ nicht ohne Grund „Gott heilt“.

Nachdem Schwester Raphaela Händler mit ihrem Team die katholische Organisation Catholic Aids Action nach einigen Jahren zur größten Nichtregierungsorganisation im Bereich AIDS aufgebaut hat, stellt sie sich neuen Herausforderungen. Sie kehrt nach Tansania zurück. Im Jahr 2005 wird sie als Priorin des Priorats Ndanda der Missions-Benedikterinnen gewählt.

Kampf gegen Krankheit und Armut

„Wir Missions-Benediktinerinnen kämpfen hier mit der Hilfe Gottes und vieler Mitarbeiter und Freunde in Europa an vorderster Front gegen die Übel von Krankheit, Unwissenheit und Armut“, berichtet sie. Weil die Not so groß ist, macht sich Schwester Raphaela auf die Suche nach weiteren Unterstützern, die neben missio und dem Kindermissionswerk ihre Projekte fördern können.

2008 wird sie in die ZDF-Spendengala „Ein Herz für Kinder“ eingeladen. Fernsehstars, Popmusiker und prominente Politiker treten hier für einen guten Zweck auf – ein ungewohntes Parkett für eine Ordensfrau. „Als Kind war ich ein ganz schüchternes Mädchen, konnte ja meinen Mund nicht auftun“, sagt sie selbstkritisch.

Vor dem Auftritt im Fernsehstudio spricht sie ein Gebet. „Weißt du, Jesus, ich mache es hier im Fernsehen nicht für mich selber. Es geht um Dich. Und ich komme als Missionarin. Die Spendengelder, die brauche nicht ICH“. Denn die Gelder sind für die Projekte in Afrika. Moderator Thomas Gottschalk empfängt sie mit offenen Armen. Der ehemalige Messdiener und bekennende Katholik hat großen Respekt vor dem Engagement von Ordensschwestern wie Raphaela Händler. Vor einem Millionenpublikum vermag sie die

Menschen für ihre Mission in Tansania zu begeistern. Im vergangenen Dezember erhält sie eine weitere Einladung ins ZDF. Schwester Raphaela wird für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. In ihrer berührenden Laudatio zeigt sich Oscar-Preisträgerin Helen Mirren sichtlich beeindruckt von der katholischen Ordensfrau. Die Medien schreiben: „Es gibt Menschen, die sind schon zu Lebzeiten Engel. Weil sie dafür sorgen, dass die Welt ein Stück besser wird.“

Gleichzeitig erfährt Schwester Raphaela Händler die Ehre, in Rom vom Heiligen Vater empfangen zu werden. Sie und missio-Präsident Prälat Klaus Krämer berichten über die gemeinsame Arbeit. Der Papst dankt Raphaela Händler und missio ausdrücklich für diese Mission. Schwester Raphaela Händler ist berührt von der persönlichen Begegnung mit dem Papst. „Es war für mich ein Ereignis, dem Papst die Hand zu drücken und mit ihm persönlich zu sprechen.“ Wenn Schwester Raphaela wieder von Europa nach Afrika zurückkehrt, wartet viel Arbeit auf sie. Gleichzeitig ist der Orden für sie ein Ruhepol. Jeden Abend findet das Abendessen mit Tischlesung im „Silentium“ statt. Später am Abend beten die Schwestern nochmals. „Wenn ich einmal 97 Jahre alt bin, wie unsere älteste Mitschwester, werde ich mich ganz dem Gebet hingeben“, sagt die 71-Jährige. Für die kommenden 26 Jahre hat sie sich noch einiges vorgenommen ...

Jörg Nowak

Wer Ordensfrauen wie Schwester Raphaela Händler unterstützen will, erhält bei » Angela Mispagel mehr Informationen.

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