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Glauben teilen. Weltweit.

„Eine Vision haben, etwas wagen“

Durch ihre Hände sind Millionen geflossen, ihr persönlicher Besitz füllt keine Reisetasche. Jahrzehnte hat die missio-Projektpartnerin Schwester Raphaela Händler als Ärztin in Afrika gegen Hunger, Armut und Krankheiten gekämpft. Lesen Sie Auszüge aus ihrer bewegenden Biografie.

Ein Herz für Kinder: Aids hinterlässt viele Waisen. Schwester Raphaela kümmert sich um sie.

Ich sah in kranke Gesichter mit trüben Augen, entdeckte hässliche Wunden und aufgeblähte Bäuche. Manche Kinder waren erschreckend dünn, ihre Haut matt und die Haare stumpf, Zeugnisse der Mangelernährung. Hier gab es für eine Ärztin mehr als genug zu tun, und auch wenn der Anblick erschütternd wirkte, so war ich gleichzeitig unbeschreiblich froh, hier zu sein. Endlich in Afrika! [...]

Nach und nach kam die Umsetzung der neuen Ideen voran und wir sahen erste Erfolge, insbesondere in der Mutter-Kind-Gesundheitsvorsorge. [...] In mir keimten ein neues Verständnis und eine neue Liebe auf zu den Menschen an der Basis der tansanischen Gesellschaft [...]. Eine Erfahrung fehlte mir jedoch noch, um noch tiefer einzutauchen in die andere Kultur und um mich selbst zu testen: Einmal als einzige Europäerin fernab von unserem Konvent das normale Leben der Menschen »da draußen« zu teilen. Dieses Vorhaben forderte mich auf eine ungewohnte Art heraus und ich überlegte, wo und bei wem ich diese Erfahrung machen könnte. Und dann war es plötzlich klar, Subira Alto, die traditionelle Dorfhebamme in Chiwe rere, wird die Richtige sein! [...] Einige Tage später brachte mich der Pfarrer nach Chiwerere und ließ mich dort allein zurück. [...] Subiras Hütte bestand aus einem mit Lehm verputzten Gerüst dünner Stämme und Äste [...]. In einer Ecke stand ein Bett, nicht viel mehr als ein schlichter Holzrahmen, der mit geflochtenen Schnüren bespannt war. [...] In einer anderen Ecke standen Wasserkrüge und Eimer, daneben eine kleine Holzkiste mit Kleidung und ein halber Sack Mehl. Weitere Habseligkeiten besaß sie nicht. »Woher bekommst du dein Wasser?«, fragte ich. »Das wirst du gleich sehen. Begleite mich zum Fluss, dann weißt du, wie wir es hier mit dem Wasser machen. Aber einen gefüllten Eimer kannst du sicherlich nicht tragen, oder! Das habe ich noch nie bei einer Weißen gesehen.« Am Abend bereitete sie die Feuerstelle vor [...] und rührte Ugali an, den üblichen Maispapp mit ein wenig Grüngemüse [...]. Kaum hatten wir unseren Ugali gegessen, da wurde es Nacht, ganz und gar dunkle Nacht. Subira zündete eine kleine Kerosinlampe an, und einige Nachbarn kamen herüber und setzten sich zu uns ans Feuer unter den tropischen Sternenhimmel. [...] So saßen die Menschen schon vor Jahrhunderten abends um das Feuer, geborgen in Gemeinschaft und im Vertrauen auf diesen großen Gott, der das alles geschaffen hat. Wir redeten von den Ereignissen des Tages, von der Hoffnung auf Ernte und über die Kinder. [...] Na ja, viel geschlafen habe ich in jener Nacht nicht, aber das konnte ich ja im Kloster nachholen.

Herausforderung Aids

Die Krankenhäuser waren bereits 1997 von Aids-Patienten überfüllt. [...] Die Menschen starben ausnahmslos einen qualvollen Tod, aber noch immer wollte niemand über Aids sprechen. [...] Bald schwebte mir ein vages Programm vor: [...] Aufklärung und Vorbeugung, Sorge für Kranke und Sorge für Waisen. Die feste Überzeugung, dass es Gottes Wille war, gab mir Kraft. Gleichzeitig vertraute ich darauf, dass Er mich auch finanziell nicht im Stich lassen würde. [...] Wir bauten in Anlehnung an Catholic Aids Action in Namibia die verschiedenen Säulen auf. [...] missio sagte uns für mehrere Jahre konstante finanzielle Hilfe zu, mit der wir die Aufwendungen für Transport, häusliche Pflege von Kranken, Präventionsarbeit, Mitarbeitergehälter, Weiterbildungsmaßnahmen und Kosten für Büromaterialien bezahlen konnten. Es waren bald 60 Ehrenamtliche ausgebildet und in die Lage versetzt, über 600 Patienten mit HIV/Aids oder anderen chronischen Krankheiten zu Hause zu betreuen. [...] Ich habe diesen Tag herbeigesehnt, den 29. Juni 2013, das Fest der Apostel Petrus und Paulus. [...] Jetzt, in der feierlichen Messe des Vormittags werde ich immer unruhiger. Keine Spur mehr von der gefassten Westfälin, die nie den Kopf verliert. Mein Inneres bebt und ich möchte keine Geste übersehen und keine Sekunde verpassen. Vor Einbruch der Dunkelheit wird ein gewichtiges Kapitel meiner Lebensgeschichte abgeschlossen sein. [...] Erstmals in unserer über 100-jährigen Geschichte wird eine Afrikanerin die Leitung des Priorates übernehmen, und ich darf die Verantwortung auf ihre Schultern legen.

Aus: Schwester Raphaela Händler: Mit Herz und Hand. Mein Leben für Afrika. Freiburg, 2014.

© Christian Schnaubelt / missio

Erleben können Sie Schwester Rapaela

  • am 16. Mai, 21.45 Uhr, im WDR-Fersehen,
  • am 27. 5., 19.30 Uhr, im Canisius Kolleg, Berlin, und
  • am 29.5., 14 Uhr, beim Katholikentag in Regensburg auf der Marmick-Bühne.

Ihr Buch gibt es zum Preis von 19,99 € im missio-Online-Shop, unter Telefon 02 41 / 75 07 - 350 oder per E-Mail.

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