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Zentralafrikanische Republik

Explodierende Wut, aber kein Glaubenskrieg

Gefahr: Ein Straßenverkäufer in der Zentralafrikanischen Republik geht vor Gewehrfeuer in Deckung.

Ist das ein religiöser Konflikt? Mindestens 2.000 Menschen sind in den vergangenen vier Monaten in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden, knapp die Hälfte der 4,5 Millionen Einwohner befand sich zeitweilig auf der Flucht. Milizen, die sich oft aus christlich geprägten Landstrichen rekrutieren und Anti-Balaka genannt werden, verfolgen muslimische Séléka-Rebellen, die im März Terror verbreitet hatten.

Dennoch: „Das ist kein ursprünglich religiöser Konflikt“, sagt Frank Kraus, Leiter der Abteilung Ausland bei missio Aachen. Denn, so seine Einschätzung: Der zentralafrikanische Staat sei schon seit Jahrzehnten äußerst instabil. Die Bevölkerung lebe in extremer Armut. Auch in der Vergangenheit habe Bandenterror auf dem Land die Menschen bedroht. Durch ständige kriegerische Auseinandersetzungen in Nachbarregionen seien sehr viele Waffen im Umlauf. Zudem trieben Invasionsmächte wie die „Lords Resistance Army“ aus Uganda ihr Unwesen im Süden des Landes.

„Das alles hat bei der großenteils sehr jungen Bevölkerung der Zentralafrikanischen Republik Aggressionen und Traumata hinterlassen. Jetzt erleben wir die Explosion dieser Wut“, so der missio-Experte. „Da sucht man sich einen Feind, ob er Moslem ist oder Christ oder einer anderen Ethnie angehört oder eine Frau ist oder was auch immer – das ist dann nur noch das Suchen eines Feindbilds und nicht mehr ein echter Konflikt, der darin gründet, dass jemand einen anderen Glauben hat“, so Kraus. Weshalb sich die Zentralafrikanische Republik nur dann beruhigen lasse, wenn man beim „durchaus berechtigten“ Frust der vielen jungen Menschen im Land ansetze. Sie bräuchten andere Perspektiven als die der bloßen Wut auf den jeweils anderen.

Allerdings, so Kraus weiter, können Gläubige in der Zentralafrikanischen Republik zu einem langfristigen Aufbau des Landes beitragen, der nicht von heute auf morgen verwirklicht werden könne. Alle Politiker und religiösen Kräfte – zu letzteren gehören neben Christen und Muslimen auch die traditionellen Religionen, die allerdings kaum organisiert sind – müssten sich um ein neues Klima des Miteinanders bemühen: und zwar nicht nur in der Hauptstadt Bangui, sondern bis in jede einzelne Pfarrei und jede Moschee auf dem Land hinein.

Derzeit versuchen Soldaten und Polizisten der Afrikanischen Union Frankreichs und der Vereinten Nationen die Lage in der Zentralafrikanischen Republik unter einer Übergangsregierung zu stabilisieren.

Johannes Seibel

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