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Glauben teilen. Weltweit.

Experten der Gemeinschaft

So vielfältig die weltweit tausende katholischen Orden sind – eins ist allen gemein: Sie wollen Jesus nachfolgen und in Gemeinschaft leben. Doch das Miteinander gibt nicht nur, sondern kostet auch Kraft – vor allem, wenn Kulturen und Gewohnheiten aufeinanderprallen. missio-Länderreferentin Anne Knörzer berichtet, wie Ordensleute in Indien bei Konflikten helfen und was das von Papst Franziskus initiiierte Jahr der Orden für sie bedeutet.

Trügerische Idylle: Im Tee-Anbaugebiet Assam werden ethnische Minderheiten unterdrückt. © Stringer / Reuters

Ein Großteil der missio-Projektpartner sind Ordensleute. Sie leben nicht nur hinter Klostermauern, sondern stellen in vielen Ländern des Südens auch Gemeindepfarrer und Bischöfe. Sich auf Geschichte und Charisma des Ordens zu besinnen, um dessen Identität lebendig zu halten und Einheit und Zugehörigkeitsgefühl der Ordensmitglieder zu festigen: darum geht es im „Jahr der Orden“, das Papst Franziskus zu Beginn des Kirchenjahres eröffnet hat. Er ruft Schwestern, Brüder und Patres auf, mit Leidenschaft in der Gegenwart zu leben. Als „Experten“ des gemeinschaftlichen Lebens sollen sie sich engagieren, wo es Spannungen gibt, und Not, Unrecht und Verzweiflung die Hoffnung der Christen entgegensetzen. Viele Orden in unseren Partnerländern nehmen diesen Auftrag sehr ernst und bieten ihren Mitgliedern Exerzitien mit den Impulsen von Papst Franziskus an. Überall gibt es auf nationaler und regionaler Ebene Zusammenkünfte.

Jeder Orden hat ein eigenes Charisma, eine Berufung für ein bestimmtes Tätigkeitsfeld. Die Bandbreite ist groß. Da gibt es Ordensschwestern, die als „touring sisters“ zu Fuß in die entlegensten Dörfer gehen, für ein bis zwei Wochen mit den Menschen dort leben und durch Gesundheitsfürsorge, Selbsthilfeprojekte und Katechese für ganzheitliche Entwicklung sorgen. Es gibt Ordensfrauen wie Ruth Pfau, die als Ärztin ein landesweites Netz von Gesundheitszentren aufgebaut hat und in der islamischen Republik Pakistan höchste Anerkennung und staatliche Auszeichnungen genießt.

© Projektpartner

In unserer Anwesenheit fühlen sie sich sicher

"Ich bin gerade aus den Flüchtlingslagern zurückgekommen. Wir hatten Kleidung gesammelt, Schreibmaterial und anderes Notwendige gekauft und verteilt. Wir waren in den Camps in Kokhrajar – hunderte von Camps mit vielen Menschen. Es bricht einem das Herz, wenn man die schwierigen Lebensumstände dort, besonders der Mütter mit ihren Babys sieht. Fast alle Menschen haben ihre Häuser, ihr Vieh, ihre Handkarren – die Früchte ihrer harten Arbeit verloren. Ich wünschte, ich hätte viel, das ich ihnen geben könnte, aber keiner von uns kann das.Ich habe einen Notdienst ins Leben gerufen, der alle unsere Schwestern auffordert zu fasten und zu sparen, um einem höheren Ziel zu dienen. Sie tun es. Am Donnerstag werde ich wieder in die Camps gehen und mehr Kleidung, Medizin und sonstige Dinge mitnehmen. Sogar im Angesicht der extremen Armut waren die Menschen so froh, als wir dort ankamen. In unserer Anwesenheit fühlen sie sich sicher."

Sr. Ancilla Jose, Missionary Sister of Mary Help of Christians

Wander-Schwestern, Ärzte, Anwälte

Es gibt den Steyler Priester auf den Philippinen, der als Professor für Philosophie an der ordenseigenen Hochschule lehrt und abends im benachbarten Slum die Ausgegrenzten der Gesellschaft besucht, ihnen Obst und Medikamente schenkt, vor allem aber Respekt und ein offenes Ohr entgegenbringt. Und es gibt Jesuiten wie Ravi Sagar, der im Nordosten Indiens als Anwalt der Armen und bedrängten Minderheiten für Menschenrechte kämpft. Die Ortskirche in Indien ist nach wie vor stark von Ordensleuten geprägt. Auf dem Subkontinent, wo die Christen ganze zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen, wurde der Auftakt zum Jahr der Orden an mehreren Orten feierlich begangen. Allein in der Erzdiözese Ranchi kamen 3.000 Menschen in der Kathedrale zusammen; an der abendlichen Prozession nahmen 25.000 Menschen teil. Der Nordosten Indiens, den ein schmaler Korridor, der so genannte „Gänsehals“ mit dem Rest des Landes verbindet, ist eine Welt für sich: geprägt durch ethnische und kulturelle Vielfalt, aber auch durch Gewalt und blutige Auseinandersetzungen, in denen sich die Befreiungsbestrebungen einzelner Volksgruppen immer wieder entladen. Diese Konflikte konnte auch die Einrichtung von Autonomiegebieten, mit denen die indische Zentralregierung das Auseinanderfallen von Bundesstaaten wie Assam zu verhindern versucht, bislang nicht verhindern.

Denn in Wahrheit wehren sich die ethnischen Minderheiten im Nordosten Indiens gegen Diskriminierung und Ausbeutung. Multinationale Konzerne zerstören das Land, auf dem die Menschen seit Generationen leben, holzen die Wälder ab und beuten Bodenschätze aus. Auch die Zentralregierung in Dehli versucht, von den reichen Ressourcen des armen Nordostens zu profitieren: Ohne Rücksicht auf Rechte und Lebensgrundlagen der Stammesbevölkerung plant sie hier beispielsweise riesige Großprojekte zur Nutzung von Wasserenergie.

Eine der betroffenen Minderheiten sind die Bodos, ein Volk der tibeto-burmesischen Sprachfamilie. Das einst zwar kleine, aber mächtige Königreich der Bodos geriet nach der Unabhängigkeit Indiens durch die Mehrheitsbevölkerung der Assamesen und die stete Zuwanderung von Bengalen aus Bangladesch und Westbengalen immer mehr in Bedrängnis. Bodo wird heute noch von 1,35 Millionen Menschen gesprochen. In den meisten Schulen wird deshalb auf Bodo unterrichtet. Das 2003 verabschiedete Bodoland-Abkommen sollte eine verstärkte Regionalautonomie mit starken kulturellen Autonomiebefugnissen sichern.

© Projektpartner

Die Geringsten Gottes Liebe spüren lassen

"Seit meiner Priesterweihe setze ich mich auch als Rechtsanwalt für die Ideale der indischen Verfassung – Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Brüderlichkeit – ein. Dass man die legalen Ansprüche der Armen ignoriert und ihnen das Recht auf Entwicklung aberkennt, zwingt sie dazu, für Gerechtigkeit und Menschenrechte zu kämpfen. Bewusstseinsbildung kann ein gutes Mittel sein, um Frieden und Gerechtigkeit zu verteidigen. Ich finde, es ist einer der besten Wege, Gottes Liebe für die Geringsten unserer Schwestern und Brüder spürbar zu machen. Wir haben mehr als 450 Laien-Anwälte ausgebildet. Trotz wiederholter Drohungen und des Widerstands der Reichen und Mächtigen haben sie erfolgreich Gerechtigkeit für diejenigen eingefordert, die am Rand der Gesellschaft leben."

Hilfe für Flüchtlinge

Doch die Region kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder flammen blutige Konflikte auf, Menschen werden getötet, Existenzgrundlagen vernichtet, viele Familien leben in ständiger Angst. Schwester Ancilla schreibt missio über ihre Arbeit mit Flüchtlingen, die vor den Unruhen Rettung in einem Nothilfelager gesucht haben.

Ebenfalls in Nordost-Indien haben Jesuiten die „Legal Cell for Human Rights“ gegründet. Der Direktor und missio-Projektpartner Pater Ravi Sagar ist Jurist und arbeitet mit einem Team von Laien-Anwälten. Seine Organisation betrachtet sich als Anwalt der Armen und unterdrückten Minderheiten. Sie schafft Bewusstsein für Unrecht und die eigenen Rechte, setzt sich für Menschenrechte sowie die Landrechte der Stammesbevölkerung ein. Pater Sagar und seine Mitarbeiter bieten Rechtsbeistand, leisten Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit – nicht zuletzt gegen Menschenhandel, vor allem mit jungen Mädchen. Gegen diese besonders perfide Art der Ausbeutung, die in der Region vergleichsweise neu ist, haben sich verschiedene Akteure auf dem Gebiet der Menschenrechtsarbeit zusammengeschlossen und vernetzt.

Vermittler, die alle akzeptieren Durch meine Reisen und durch Begegnungen mit Projektpartnern in der Aachener missio-Zentrale habe ich das große Glück, immer wieder engagierte und beeindruckende Ordensleute kennenzulernen. Viele genießen meine allergrößte Hochachtung! Es sind Persönlichkeiten, die sich getragen fühlen von der Liebe Gottes und erfüllt ihre Berufung leben. Diese Ausstrahlung und Integrität trägt erheblich zu ihrem erfolgreichen Wirken bei.

Oft sind Schwestern, Patres und Brüder die einzigen Vermittler, die von allen Konfliktparteien akzeptiert werden. Häufig können sie selbst da unbehelligt wirken, wo keinem Außenstehendem Zutritt gewährt wird.

Bei allen meinen Begegnungen und Projektreisen wiederholt sich eines: Immer und überall bitten unsere Partner, dass wir unseren Spendern danken und ihnen versichern, dass für sie gebetet wird! Leider gibt es viel zu wenig Gelegenheit, das weiterzugeben.

Anne Knörzer (missio-Länderreferentin für Indien, Pakistan und Ozeanien

Wer neugierig ist auf die Vielfalt des Ordenslebens, erfährt mehr unter jahrderorden.de oder bei der Deutschen Ordensoberenkonferenz, Wittelsbacherring 9, 53115 Bonn.

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