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„Staatsfeind Christentum“

Markus Groß-Morgen, Direktor des Museum am Dom (Trier) © kontinente-Missionsverlag GmbH

Bedrängte Christen

Das Trierer Museum am Dom widmet dem Thema „Nero und die Christen“ eine Ausstellung. missio beteiligt sich mit Beiträgen zur aktuellen Lage der Religionsfreiheit. Wo sieht Museumsdirektor Markus Groß-Morgen Parallelen zwischen Gestern und Heute?

Welche neue Einsicht haben Sie durch die Vorbereitung der Ausstellung über das Verhältnis von Nero zu den Christen gewonnen?

Zum einen hat Nero die Christen als Sündenböcke benutzt, er wollte von dem Verdacht ablenken, er selbst hätte den Brand Roms zu verantworten. Das war jedoch nur möglich, weil die Christen als eine neue verschworene Geheimgesellschaft galten, die sich außerhalb der römischen Lebens- und Kultgemeinschaft stellten. Sie galten deshalb sogar als staatsgefährdend. Hingerichtet wurden sie von Nero jedoch als Brandstifter.

Auf der anderen Seite haben die Christen es Nero kräftig zurückgezahlt. Er wurde in den Texten christlicher Schriftsteller als Prototyp des grausamen Christenverfolgers dargestellt, ob wohl andere Kaiser nach ihm sehr viel grausamer waren und tatsächlich das Christentum als religiöse Gemeinschaft bekämpften. Das war mir vorher nicht so deutlich bewusst.

Welche Parallele erkennen Sie zwischen der Zeit Neros und der Lage der Religionsfreiheit heute?

Bei der genaueren Betrachtung der römischen Christenverfolgungen können wir erkennen, dass es ganz unterschiedliche Arten der Verfolgung gab. Da haben wir eine breite Skala von einzelnen Pogromen, wo Hass auf eine religiöse Gemeinschaft geschürt wird, bis hin zur reichsweiten Verfolgung, die auf die Auslöschung des Christentums zielt. Kernpunkt vieler Konflikte war das spezielle Religionsverständnis der Römerund die enge Verbindung zwischen Staat und Religion. Das sind alles Befunde, die wir heute in dieser Bandbreite weltweit genauso finden. Der Gedanke der staatlich garantierten Religionsfreiheit taucht dann mit der Mailänder Vereinbarung von Kaiser Konstantin zwar für kurze Zeit auf, wird aber leider auch durch das Christentum in der Folgezeit oft genug verdunkelt.

Das Porträt in dem Kreuz aus dem 16. Jahrhundert zeigt ein Bild von Nero – nur war das denen, die das Bild nutzten, nicht bewusst. © kontinente-Missionsverlag GmbH

Deshalb ist ausgehend vom Evangelium und zuletzt vom II. Vaticanum (Dignitatis humanae) heute der Einsatz der Christen für weltweite Religionsfreiheit unabdingbar.

Was ist Ihr Lieblings-Exponat der Ausstellung?

Im Mindener Domschatz bin ich auf ein Vortragekreuz aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts gestoßen, in dessen Mitte ein antiker Cameo (geschnittener Stein) mit einem Kaiserporträt eingesetzt ist. So etwas ist auch bei anderen mittelalterlichen Kreuzen zu beobachten. Man wusste oft nicht, um wen es sich bei dem Dargestellten handelte. Bei dem Mindener Kreuz hatte man den Stein offenbar für ein Porträt Karls des Großen gehalten und schon in einem Vorgängerkreuz verwendet. Die Archäologen sagen uns heute jedoch, dass es sich ursprünglich wohl um eine Darstellung von Nero handelte, die schon im ersten Jahrhundert in ein Porträt von Kaiser Domitian umgeändert wurde.

So ist es fast eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet der Christenverfolger par excellence auf dem christlichen Symbol par excellence, einem Kreuz, zu finden ist. Das war natürlich eine Steilvorlage für unsere Ausstellung „Nero und die Christen“.

Interview: Johannes Seibel

Ausstellung "Nero - Kaiser, Künstler und Tyrann": 14. Mai bis 16. Oktober 2016 in Trier
© Rheinisches Landesmuseum Trier

Solidarität mit bedrängten Christen

In Trier läuft vom 14. Mai bis 16. Oktober 2016 die Nero-Schau in drei Teilen im Museum am Dom, im Rheinischen Landesmuseum und Stadtmuseum Simeonstift.

... www.nero-ausstellung.de

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