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Aktion Schutzengel

Telekom für saubere Handys

Teamplayer: Luis Neves und Cornela Szyszkowitz setzen sich für konfliktfreie Mobiltelefone ein. © Hallmann / Telekom

missio und Projektpartner aus der Demokratischen Republik Kongo appellieren an Hersteller wie Apple und Samsung, keine Geschäfte mit Rebellen zu machen, wenn es um Rohstoffe aus Konfliktregionen geht. Mit der Frage, wie ethisch die eigene Unternehmens-Politik ist, sieht sich auch die Deutsche Telekom konfrontiert. Denn der Konzern gehört zu den größten Mobilfunkbetreibern der Welt.

„Ein Handy hat zumeist mehr von der Welt gesehen, als diejenige Person, die es benutzt“, sagt Cornelia Szyszkowitz. Die 43-Jährige mit den unaussprechlich vielen Konsonanten im Namen arbeitet als Nachhaltigkeits-Expertin bei der Telekom in Bonn. Sie spielt mit diesem Vergleich auf die zahlreichen Herkunftsländer an, aus denen die mehreren hundert Bestandteile von Mobiltelefonen stammen. Cornelia Szyszkowitz hält in der rechten Hand reines Gold, in der linken ein kleines Stück Coltan. „Das sind zwei jener Konfliktmineralien, die für die Herstellung von Handys benötigt werden“, erklärt sie. Die jeweils kleinen Proben all jener Mineralien stammen aus der sogenannten Handy-Rohstoff-Box „Entdecke, was in (D)einem Handy steckt“, die sie gerne als Anschauungsmaterial einsetzt. Möglicherweise stammt jenes Gold und Coltan, welches sich in Smartphones von Apple, Samsung und anderen Herstellern befindet, aus der Bürgerkriegsregion des Kongo.

3,6 Tonnen verstecktes Gold

Während die Bundesbürger jede Woche ihre Pfandflaschen zum Supermarkt tragen, lassen sie zumeist ihre alten Handys zu Hause verstauben. Der Branchenverband BITKOM schätzt die Zahl der ausgemusterten Mobiltelefone auf mehr als 100 Millionen Stück. Darin befinden sich insgesamt 3,6 Tonnen Gold und 53 Tonnen Silber: „Bitte entsorgen Sie diese Handys nicht illegal, sondern brin gen Sie diese zum Recyceln zurück“, appelliert Cornelia Szyszkowitz. In mehr als 700 Telekom-Shops können diese rohstoffreichen Telefone abgegeben werden.

Kinderarbeit bei Lieferanten

Die Telekom gehört heute mit 150 Millionen Kunden zu den größten Mobilfunkbetreibern der Welt. Dabei arbeitet das Unternehmen mit 20.000 Lieferanten aus 80 Ländern zusammen. Mit den Fragen der sozialen Verantwortung der Telekom, des Umweltschutzes und der Menschenrechte beschäftigen sich neben Cornelia Szyszkowitz weitere Mitarbeiter wie Luis Neves, Konzernbeauftragter für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der gebürtige Portugiese arbeitete für die UNO in der Schweiz, bevor er 2004 zur Telekom nach Deutschland kam.

Als im vergangenen Jahr Vorwürfe kursierten, einer der Lieferanten aus Asien würde gegen soziale Mindeststandards verstoßen und unter anderem Kinderarbeiter einsetzen, reagierte Neves sofort. Doch direkt musste er den ersten Rückschlag erleben. „Ich habe damals mit den anderen internationalen Unternehmen gesprochen, die mit dem Lieferanten zusammenarbeiten, damit wir gemeinsam etwas ändern können.“ Doch er hatte den Eindruck, dass andere Unternehmen den Fall zu beschönigen versuchten und nicht wirklich etwas ändern wollten. Also sprach Neves direkt mit dem Management des Lieferanten. „Ich sagte, dass es so nicht weitergehen könne.“ Es dürfe keine Kinderarbeit mehr geben und am besten würde eine eigene Produktionsstätte eingerichtet, in der die ethischen Kriterien der Telekom erfüllt werden. Als sich die Verhandlung schwierig gestaltete, stellte Neves ein Ultimatum. Sollte es bis Ende des Monats keine Lösung geben, würden die Geschäftsbeziehungen eingestellt.

Helfen Sie missio!

Bitte unterstützen Sie die Aktion „Saubere Handys“ und appellieren an Mobilfunkhersteller, in ihren neuen Modellen garantiert keine Mineralien zu verwenden, die aus Geschäften mit Rebellen stammen. Die Online-Unterschriftenaktion finden Sie hier.

Gleichzeitig sind die Projektpartner von missio auf Spenden angewiesen, um seelsorgerische Hilfe für traumatisierte Familien im Kongo zu leisten. Bitte spenden Sie für diese Projekte!

„Seit einem Jahr gibt es jetzt eine Produktionsstätte, in der nur für die Telekom und unter unseren Lieferbedingungen gearbeitet wird“, berichtet Neves stolz. Bewegung kommt auch in das Thema des Konfliktminerals Coltan aus dem Kongo. Neves gilt als eine der treibenden Kräfte, die sich für eine Zertifizierung von Schmelzen einsetzen, in denen eindeutig nach gewiesen wird, dass keine Geschäfte mit Rebellen gemacht werden. So leitet er die sogenannte GeSI-Initiative (Global e-Sustainability Initiative), zu der neben der Telekom auch Sony, Microsoft, Hewlet Packard und andere gehören.

Das Interesse von Unternehmen an der Initiative für konfliktfreie Schmelzen steigt auch deshalb, weil viele Unternehmen durch ein amerikanisches Gesetz unter Druck geraten. Der sogenannte Dodd-Frank-Act fordert von in den USA börsennotierten Konzernen eine Auskunftspflicht über die Herkunft der verwendeten Mineralien. Dass es funktionieren kann, hat das kleine Unternehmen Fairphone bewiesen, das kongolesisches Coltan und Zinn aus zertifizierten Schmelzen verwendet hat. Die Telekom hat übrigens die Entwicklung dieses Smartphones mit ihrem Know-how unterstützt. Mit rund 25.000 verkauften Handys ist Fairphone Vorbild und Vorreiter für die Mobilfunkbranche. „Daran sieht man, dass es den Konsumenten nicht egal ist, unter welchen Bedingungen ihre Handys produziert werden“, erklärt Cornelia Szyszkowitz.

Für bedeutend hält sie auch die Rolle von Hilfsorganisationen wie missio. „Ich finde es beeindruckend, dass die konkrete Hilfe des Katholischen Missionswerks für die Menschen im Kongo die Motivation ist, die Aktion "Saubere Handys" durchzuführen“. Bei einer missio-Veranstaltung hatte Cornelia Szyszkowitz die Gelegenheit, die missio-Projektpartnerin Therese Mema aus dem Kongo kennen zu lernen, die jenen Menschen hilft, welche in der Bürerkriegsregion und in Minengebieten von Rebellen vergewaltigt wurden.

„Ich habe tiefen Respekt vor ihr“, sagte die Telekom-Mitarbeiterin. „Ich habe selber Psychologie studiert und kenne die Arbeit mit traumatisierten Opfern von sexueller Gewalt. Dabei macht Therese Mema uns sehr glaubwürdig die Verbindung zwischen Bürgerkrieg und Handys deutlich.“ Und je schneller sich das Geschäft mit sauberen Handys ausweitet desto größer werden die Chancen auf einen Frieden im Kongo.

Jörg Nowak

Linktipp:
Aktion Schutzengel - Handy-Aktion

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