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Inhalt

Glauben teilen. Weltweit.

Eins werden mit Gott und sich selbst

Pater Painadath © Burkart / Lassalle-Haus

Spiritualität verbindet – Religionen, Menschen und den Mensch mit dem Göttlichen. Spiritualität ist der Weg dorthin und eine stetige geistige Übung. Sie sucht die Einheit mit dem Urgrund allen Seins, will die Grenzen des eigenen Selbst überschreiten und so Raum schaffen, um dem Mysterium Gottes im Innersten der menschlichen Existenz zu begegnen. Dabei kann christliche Religion viel von fernöstlicher Spiritualität lernen.

In der Mystik treffen sich alle Religionen. Auch wenn ihre Wege unterschiedlich sein mögen, das Ziel ist immer dasselbe: Es geht darum, das menschliche Bewusstsein für die Gegenwart des Göttlichen zu öffnen und sie leibhaftig in und um uns zu spüren. Gläubige auf der ganzen Welt sprechen bei ihrer spirituellen Suche das Namensgebet. Das Gebet, bei dem der Name Gottes unzählige Male wiederholt wird, gehört zum mystischen Erbe der Menschheit und gilt als das komtemplative Gebet schlechthin. Im Christentum ist es seit der Zeit der Wüstenväter im 3. und 4. Jahrhundert überliefert und besonders in den Ostkirchen verbreitet. Doch auch in der katholischen Kirche wächst die Zahl seiner Anhänger.

Das Namensgebet beruht auf der permanenten Wiederholung von Worten wie „Herr Jesu“ oder „Jesus, atme in mir“ und verbindet sie mit einer aufmerksamen Atmung. Dadurch tritt der stets auf Neues bedachte Verstand allmählich in den Hintergrund, das Bewusstsein wird frei und kann sich einer neuen Dimension öffnen. „Das ist der Anfang, um in die Stille zu kommen“, sagt Sebastian Painadath. Der indische Jesuit und Meditationslehrer widmet sich seit mehr als drei Jahrzehnten der interkulturellen Spiritualität, vor allem der zwischen Hinduismus und Christentum. In Zusammenarbeit mit missio bietet er auch in Deutschland regelmäßig Kurse zum Jesus- oder Namensgebet an. „Ich halte es für einen großen Schatz, was da geschieht. Die westliche Spiritualität kann durch die Spiritualität aus dem Osten sehr bereichert werden“, sagt Ursula Deinhart, die schon mehr als 20 Mal an Pater Painadaths Kursen teilgenommen hat. „Ich habe in der Meditation viel gelernt: dass in der Stille alle Antworten liegen. Der Weg der Stille ist der Weg der Erkenntnis und des Göttlichen.“

Klangschale
© Magdalena Birkle / missio
Schwester Rose
© Lang / ProfiPress

Das Herz zum Schwingen bringen

„Gott hat mich gerufen, ihm anders zu dienen. Ich spürte seine Gegenwart in mir. Meine Gotteserfahrung war nun nicht mehr das göttliche Gegenüber, zu dem ich sprechen konnte. Vielmehr entdeckte ich das Göttliche in mir.“ So beschreibt Schwester Rose Pudukadan den Weg, den sie vor mehr als zwei Jahrzehnten beschritten hat. Die indische Ordensfrau der „Sisters of Presentation“ ist eine Schülerin des Jesuiten und Meditationsleiters Sebastian Painadath. Seit 1990 lebt sie als Einsiedlerin in ihrem Ashram in Südindien und verbindet das Jesusgebet mit klassischen hinduistischen Melo dien und Mantras. Dabei wird der Name Gottes viele Male wiederholt und von meditativem Gesang begleitet. Immer wieder singt Schwester Rose das „AUM Jesus – Jesus AUM“. Denn das klassische OM, erklärt die Ordensfrau, beinhalte eigentlich drei Elemente: Das A stehe für den Anfang, das U für die Mitte und das M für das Ende. So betont das Jesusgebet in seiner indischen Form genau das, was die Osterliturgie ausdrückt, wenn sie von Christus als Alpha und Omega spricht. Immer wieder singt Schwester Rose die selben eingängigen Melodien, schließlich antworten ihre Kursteilnehmer in einer bestimmten Tonfolge, die sie viele Male wieder holen. Der Klang wird spürbar, versetzt den Körper in Schwingung und vermittelt eine Ahnung von der allumfassenden göttlichen Symphonie. „Schwester Rose bezieht natürliche Vorgänge wie die Atmung ein. Diese Spiritualität ist sehr leibhaftig“, sagt Karl-Heinz Roers, der in der Stadtoase Krefeld einen Abend mit der Ordensfrau besucht hat. „Sie hat es geschafft, dass ich den Rhythmus meines eigenen Herzens gehört habe.“ Viele erleben den meditativen Gesang als etwas, das intensiven Zugang zu der Erfahrung des Göttlichen eröffnet. Andere sind fasziniert, wie schnell sie durch die Verbindung von Atmung, Musik und Gebet ins Schweigen finden und die beglückende Erfahrung machen, Gottes Gegenwart in sich zu spüren.

Die Seele tanzen lassen

Pater Saju George Moolamthuruthil © Harald Oppitz / KNA

Der Anblick mag befremdlich wirken: ein geschminkter Priester in auffälliger Kleidung, der tanzend die Liebe Gottes verkündet. Körperhaltung, Mimik und Gestik, Kostüm und strenge Formensprache des klassischen indischen Tanzes – das ist nicht jedermanns Sache. Doch Pater Saju George Moolamthuruthil gelingt es, eine Brücke zwischen den Religionen zu schlagen. Wenn er in seinen Choreographien das Evangelium in den indischen Tanz übersetzt, wird das Wort Bewegung, begegnen sich indische Kultur und Christentum. „Seit ich mit Pater Saju angefangen habe zu tanzen, konnte ich einen anderen Zugang zu meinem Körper als Tempel Gottes finden, bin ich auf der Suche nach dem Göttlichen in mir, in den anderen und in der Welt“, sagt Joseph Keutgens. „Bei seiner Vorführung erlebte ich einen sehr inspirierten Tänzer, der mir Gott und Jesus über seine Körpersprache auf neue Weise näher brachte. Der Ausdruck war stärker, als wenn jemand predigt.“ Der aus Südindien stammende Pater Saju George, der Mutter Teresa als sein Vorbild bezeichnet, absolvierte noch während des Theologie- und Philosophiestudiums eine professionelle Tanzausbildung. Für sein tänzerisches Können erhielt er nationale und internationale Preise. „Ich möchte Gott durch meinen Tanz verherrlichen, ihn loben und ihm danken“, sagt er. In seinen Workshops vermittelt er den Teilnehmern, die Seele tanzen zu lassen und mit dem Leib zu beten.

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