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In Gottes Namen

Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von missio in Aachen

Was die Welt über Gott denkt, wollte vor einigen Jahren die BBC wissen und untersuchte die Religiosität in verschiedenen Ländern. An der Spitze: Nigeria. Nicht nur gaben fast 100 Prozent der Befragten an, an Gott zu glauben; mehr als 90 Prozent glaubten auch, ihr Gott sei der einzig wahre und erklärten, sie würden für ihren Gott sterben.

Keine gute Ausgangsbasis für Friedens- und Versöhnungsarbeit in einem Land, in dem sich Christen und Muslime zahlenmäßig fast gleich gegenüberstehen. Wen wundert es da, wenn immer neue Wellen gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Angehörigen dieser Religionsgemeinschaften das bevölkerungsreichste Land Afrikas überziehen? Doch so einfach ist es nicht. In Nigeria geschieht seit Jahrzehnten das, was gläubige Menschen mit Abscheu erfüllen muss: die Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke. Die religiöse Karte auszuspielen, ist ein bewährtes Mittel bei der Durchsetzung von Machtinteressen. Gewalt zu legitimieren fällt leichter, wenn sie als Kampf um eine „heilige Sache“ ausgegeben und der Gegner als „teuflischer Widersacher“ verunglimpft wird. Gelingt es bei Konflikten, die auf handfestepolitische und wirtschaftliche Motivezurückzuführen sind, die religiösen Überzeugungen der Gegner ins Spiel zu bringen, werden Auseinandersetzungen schnell mit äußerster Härte ausgetragen. Jede Form des Ausgleichs scheint dann unmöglich.

Wäre es also klüger, Religion aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen und ihr lediglich einen Platz im Privaten einzuräumen? Nein. Aggression und Gewalt werden nicht dadurch hervorgerufen, dass Menschen ihren Glauben öffentlich leben und bezeugen. Das Gegenteil ist der Fall. Wer meint, Religion sei der Grund allen Übels und friedliches Miteinander nur in einer religionsfreien Gesellschaft möglich, beschreitet einen gefährlichen Weg.

Mich überzeugt ein Gedanke, den Papst Benedikt XVI. in seiner jüngsten Enzyklika „Caritas in veritate“ formuliert hat: Wird Religion vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, verarmt es. Wer das öffentliche Leben um seine religiöse Dimension verkürzt, behindert die Begegnung zwischen Menschen und ihre Zusammenarbeit für die Entwicklung der Menschheit. Wie wahr, denke ich, wenn ich an den katholischen Erzbischof von Jos , Ignatius Kaigama, und sein Engagement denke. Oder an das seines muslimischen Weggefährten, des Emirs von Wase. Ihr unbeirrtes Eintreten für ein friedliches und achtsames Zusammenleben der Menschen in Nigeria, das jeder neuen Welle von Gewalt trotzt, wäre ohne ihren Glauben undenkbar. Am Beginn eines politisch-religiösen Konfliktes steht zumeist die Erfahrung von Ungerechtigkeit, das Gefühl, existenziell bedroht zu sein. Es gibt kein wirksameres Mittel gegen den Missbrauch von Religion, als sich als Glaubensgemeinschaft aktiv für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen und Menschen auf dem Weg der Aussöhnung zu begleiten.

Prälat Dr. Klaus Krämer
Präsident von missio in Aachen

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