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Deutsche Spuren und katholische Mission

Glücklos: Pater Matthäus Raschers Missionsversuch scheiterte.

Neben Kaufleuten zog Deutsch-Neuguinea im 19. Jahrhundert auch Missionare an. Sie waren Pioniere einer fremden Südsee-Welt. Ihr Wirken legte den Grundstein für die katholische Ortskirche des Inselstaats – einer Kirche, die mehr und mehr zu einer einheimischen wird.

Nach Neuguinea gelangten die ersten deutschen Handelsreisenden und Siedler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie siedelten auf Inseln des Bismarckarchipels und auf dem nördlichen Teil der Hauptinsel Neuguinea. Diese Gebiete waren von 1884 an deutsche Schutzgebiete und später Kolonie.

In der Hoffnung mit Palmöl aus Kokospalmen Gewinne zu erzielen, legten die Siedler große Plantagen an. Doch der wirtschaftliche Erfolg blieb aus. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges war die deutsche Kolonialzeit in der Südsee schnell beendet. Australier übernahmen die Verwaltung der ehemals deutschen Gebiete bis zur Unabhängigkeit Papua-Neuguineas im Jahr 1975.

Einsatz: Karl Hesse Mitte der 70er-Jahre bei einem Dorfbesuch.

Noch heute zeugen deutsche Namen wie Bismarckarchipel und Alexishafen von der deutsch-kolonialen Vergangenheit in dieser Region. Der höchste Berg des Inselstaates, Mount Wilhelm, ist nach dem deutschen Kaiser benannt. Die Gazelle-Halbinsel nach dem deutschen Kriegsschiff „Gazelle“, das 1875 vor der Insel Neu Britannien, einst Neupommern, ankerte.

Im Jahr 1882 betraten in der Bucht, in der das Schiff angelegt hatte, drei katholische Herz-Jesu-Missionare die Insel Matupit. Sie waren Franzosen. Mit ihnen begann vor 130 Jahren die kontinuierliche katholische Evangelisierung Papua-Neuguineas.

Schon zuvor hatte es Versuche christlicher Missionare gegeben, Fuß auf den Inseln zu fassen. Doch viele waren gescheitert. Das tropische Klima ist ein wahrer Brutherd für Moskitos. Malaria und andere Krankheiten rafften zahlreiche Missionare dahin. Zudem gab es gewaltsame Übergriffe auf die Missionare.

Erste Schritte: Ein Denkmal auf Matupit erinnert an die Anfänge der katholischen Mission.
Zentrum: Vunapope ist das Herzstück der Kirche auf Neubritannien

Der deutsche Herz-Jesu-Missionar Matthäus Rascher aus Bayern war gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf die Insel Neupommern im Bismarckarchipel gekommen. Er hatte im Inselinneren eine Missionsstation errichtet. Zusammen mit Mitbrüdern und Ordensschwestern hatte der junge Pater die christliche Lehre verkündet. Doch sein Engagement endete tödlich: Am frühen Morgen des 13. August 1904 richteten Angehörige der Volksgruppe der Baininger ein Massaker an, bei dem zehn Missionsangehörige umkamen. Neun von ihnen gehörten zu den Herz-Jesu-Missionaren, fünf von ihnen waren Missionsschwestern. Pater Rascher fand den Tod durch Schüsse seines Hausjungen To Maria, der den Angriff anführte. Andere Baininger ermordeten die übrigen Missionsangehörigen, erschossen oder erschlugen sie mit Äxten. Auch Baininger starben. Sie hatten versucht, die Ordensleute zu schützen.

Heute gedenken ihre Nachfahren jedes Jahr im August der Toten. Die zehn ermordeten Missionare werden als Märtyrer verehrt. „Die Missionare sind für ihren Glauben gestorben. Es war ein Angriff gegen die Kirche“, sagt der im vergangenen Jahr aus dem Amt geschiedene katholische Erzbischof von Rabaul, Karl Hesse. Doch auch andere Gründe hätten eine Rolle gespielt. „Es gab ein Verhältnis der totalen Abhängigkeit, der Sklaverei, zwischen den Bainingern und einer anderen Volksgruppe, den Tolai“, erklärt Hesse. Die Tolai hätten die Baininger als Arbeitssklaven gehalten und auch verkauft. Und manchmal hätte ihnen ihr Menschenfleisch an Festtagen als Speise gedient. „Die Missionare versuchten, Frieden zu schaffen“, erklärt der Erzbischof. „Die Tolai stifteten die Attentäter an, um die ursprünglichen Machtverhältnisse und ihre Sklavenwirtschaft wiederherzustellen.“

Pionier: Erzbischof Karl Hesse wollte immer Seelsorger für die Menschen sein.

1500 Kilometer zu Fuß

Der Erzbischof hat lange Zeit als Pfarrer unter den Bainingern gelebt. Mit 30 Jahren kam der gebürtige Sauerländer 1966 auf die Insel Neubritannien. Schnell lernte der Herz-Jesu Missionar die Umgangssprache Tok Pisin und absolvierte einen Kurs in Medizin. Man sandte ihn in die Berge zu den Baininger. Noch immer blickten die anderen Volksgruppen der Insel abschätzig auf die Baininger herab. „Meine Aufgabe war es, Pfarrer unter Menschen zu sein, die von ihren Nachbarn nicht als Menschen anerkannt waren, die von der Regierung fast überhaupt keine Unterstützung bekamen. Menschen, von denen man sagte, dass sie keine Aussicht zum Überleben hätten“, erklärt Erzbischof Hesse. „Ich wollte diese Menschen durch den Glauben, durch die Verkündigung in ihrem Selbstbewusstsein stärken.“

Heute ist er stolz darauf, dass die Baininger nicht nur überlebt, sondern mittlerweile auch wichtige gesellschaftliche und politische Positionen in der Inselgemeinschaft übernommen haben. „Wir haben Lehrer, Krankenschwestern und Seminaristen unter ihnen. Und der Gouverneur ist ein Baininger, genau wie sein Vorgänger.“

Für sein Engagement war Hesse kein Weg zu weit. Jährlich wanderte der Priester 1500 Kilometer zu Fuß über unbefestigte Wege durch den Dschungel und über Bergpässe zu den Menschen. Vier Diözesen stand Erzbischof Hesse in seinem Leben vor, zweimal leitete er die nationale Bischofskonferenz. 80 Priester und sieben Bischöfe weihte er. Ausbildungszentren, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser ließ er bauen. Doch besonders mit den Menschen fühlte Hesse sich immer verbunden. „Bischof sein bedeutet für mich, Mensch unter Menschen zu sein“, sagt er.

Für seine Leistungen hat er vom Deutschen Staat das Bundesverdienstkreuz erhalten, und die Regierung Papua Neuguineas würdigte ihn mit der höchsten einheimischen Auszeichnung. Der mit dem Ehrentitel eines „Chief“ verbundene „Grand Companion of the Order of the Logohu“ weist ihn als ganz besonderen Freund des Landes aus. Ein Land, das dem Erzbischof zur Heimat geworden ist.

Auf dem Weg: Novizin Diana mit einer Herz-Jesu- Schwester unterwegs zur Sonntagsmesse.

Die Zukunft

Im Gegensatz zu ihm steht die junge Diana Sefo noch ganz am Anfang ihres religiösen Lebens. Ihr Noviziat hat gerade erst begonnen. Diana stammt von den Feni-Inseln, einer Vulkaninsel-Gruppe im Bismarckarchipel, die zu Papua-Neuguinea gehört. Als Kind dachte sie nie daran, Ordensschwester zu werden. Lange Zeit wusste sie nicht einmal, was eine Ordensfrau ist. Doch als sie die Schule wechselte, lernte Diana die Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu kennen.

„Ich freundete mich mit ihnen an, besuchte ihren Konvent und half bei allem, was es zu tun gab“, erinnert sie sich. Dabei lernte Diana einige jüngere Schwestern näher kennen. Sie erzählte ihnen von ihrem Wunsch, eine von ihnen zu werden. Heute bereitet sich Diana bei den Herz-Jesu-Schwestern in Vunapope nahe Rabaul auf ein Leben im Orden vor. „Ich möchte mich gerne in der Pastoralarbeit engagieren. Menschen besuchen, Müttern und Jugendlichen helfen“, erklärt die 26-Jährige.

Mehr und mehr Einheimische bereiten sich heute darauf vor, kirchliche Ämter zu übernehmen. Auch wenn noch eine Reihe kirchlicher Kräfte aus dem Ausland stammen, ist absehbar, dass die Kirche Papua-Neuguineas eines Tages zur einheimischen Kirche wird. Dianas Wunsch, Ordensschwester zu werden, festigte sich noch durch ein dramatisches Erlebnis. Als Mädchen überlebte sie ein Schiffsunglück. Mit anderen Kindern und Jugendlichen war sie auf dem Weg zu ihrer Schule, als das Schiff kenterte. Doch sie hatten Glück. Sie konnten das Ufer aus eigener Kraft erreichen. „Wenn Gott nicht gewesen wäre, ich wäre vielleicht gestorben“, sagt Diana rückblickend. „Aber weil er einen Plan für mich hatte, rettete er mich vor dem Tod.“

Bettina Tiburzy

Mehr über Diana Sefo erfahren Sie in der kontinente-Internet-Dokumentation „Um Gottes willen“ sowie in unserer Reihe "Glaubenszeugen".

Den Ortskirchen Zukunft schenken

Den Kirchen in den Ländern des Südens helfen, auf eigenen Beinen zu stehen: Das ist das Ziel, an dem wir bei missio gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort arbeiten. Deshalb legen wir so großen Wert auf die Ausbildung von einheimischem Personal. Denn wer in Menschen investiert, investiert in die Zukunft.

So abwegig es klingen mag: Auch der Letzte Wille eines Menschen verweist auf die Zukunft – auf das, was über das iridische Leben hinaus wichtig ist. Viele Projekte in den Kirchen Afrikas, Asiens und Ozeaniens konnte missio schon durch Testamentsspenden fördern, vielen jungen Leuten wie der Novizin Diana Sefo eine Ausbildung ermöglichen. Wenn Sie mehr über diese Form der Hilfe wissen wollen: Marion Havenith ist Ansprechpartnerin bei allen Fragen der Testamentsgestaltung zugunsten missios.

Informieren Sie sich hier über unser Angebot zu "Testamente und Nachlässe".

Monat der Weltmission 2012

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