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Standpunkt: "Riss durch die Welt"

Prälat Dr. Klaus Krämer

7. Dezember 2012

Wer schon einmal die Adventswochen in einem anderen Land, einer fremden Kultur erlebt hat, kennt das Gefühl. Ohne die vertrauten Formen, ohne Kerzenschein und Plätzchenduft, will sich die adventliche Stimmung nicht so recht einstellen. Gerade darin liegt aber auch die Chance, die Verheißungen und Hoffnungsbilder der Adventszeit ganz neu zu entdecken. Die jungen Menschen, die als Missionare auf Zeit Erfahrungen in einer anderen Kultur machen, berichten immer wieder davon. Nun kann und will nicht jeder in die Ferne ziehen, um dem Stress und der Hektik des kommerziellen Vorweihnachtstrubels zu entgehen. Und eigentlich möchten wir den wärmenden Kerzenschein im Advent auch gar nicht missen. Doch ein Perspektivwechsel kann vielleicht auch hier dazu beitragen, der Bedeutung der Adventszeit im Hier und Heute des eigenen Lebens näher zu kommen. „O Heiland, reiß die Himmel auf“, singen wir im Advent und bitten Gott, dass er in unsere Welt komme und den grauen Alltag heilsam durchbreche. „O Heiland, reiß die Himmel auf“, ist auch der Titel eines Bildes, das die Künstlerin Beate Heinen vor vielen Jahren gemalt hat. Es ist ein dunkles, ja düsteres Bild. Menschen strömen in ein und dieselbe Richtung, voller Eile, wie von einer unsichtbaren Kraft getrieben, ohne erkennbare Gesichter, ohne erkennbares Ziel. Menschen auf der Flucht. Die Situation von Menschen auf der Flucht hat uns bei missio in dem zu Ende gehenden Jahr stark beschäftigt. Millionen Menschen fliehen weltweit vor Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, vor Trockenheit, Katastrophen und Hunger. Das Leid derer, die von heute auf morgen ihre Heimat verlassen müssen, erreicht uns in den Berichten unserer Projektpartner, in den Hilferufen der kirchlichen Mitarbeiter vor Ort, deren Mittel nicht mehr reichen, um den unterernährten und traumatisierten Menschen zu helfen.

Auf Beate Heinens Bild geht ein Riss durch die Dunkelheit. Der Himmel reißt auf, warmes Licht schimmert durch das Grau der Menschenmenge und fällt auf drei Menschen: Josef, Maria, das Kind auf dem Arm seiner Mutter. Der schmale Riss geht mitten durch die Wirklichkeit – durch unsere eigene, aber auch durch die Wirklichkeit der Menschen, die im Ostkongo vor der furchtbaren Gewalt des Bürgerkriegs fliehen und alles zurücklassen müssen. Durch die Wirklichkeit von Millionen Menschen, die in Syrien ihr Dach über dem Kopf verloren haben und als Flüchtlinge in Zeltlagern, Notquartieren oder öffentlichen Parks hausen. Durch die Wirklichkeit von Zehntausenden Christen, die aus Angst vor Anschlägen und Übergriffen aus ihrer Heimat in Nordnigeria in den Süden des Landes fliehen. Das ist die Welt, in die Jesus hineingeboren wird und in der wir noch immer leben. Advent heißt: sich nicht abfinden mit der Finsternis. Jeder Advent ist einmal mehr die Einladung aufzubrechen, um zur Krippe zu gehen, zu dem Kind, das klein und hilflos in diese Welt gekommen ist, damit unsere Wirklichkeit aufreißt und Licht strömt in das Leben aller Menschen.

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