Subnavigation und Schnelleinstieg

Ihr Kontakt zu missio

Unsere Servicezeiten ,
Mo.-Do. 8-17 Uhr Fr. 8-13 Uhr

Goethestr. 43 , 52064 Aachen

Tel.:
0800 / 38 38 393
Kontaktformular:
zum Kontaktformular
Wir bauen ein Haus für Alle Solidarität mit bedrängten Christen Glauben teilen. Weltweit. Aktion Schutzengel - Für Familien in Not. Weltweit.

Projektauswahl

Filterkriterien
.
missio im Web 2.0: Facebook, Twitter, Google+, Youtube, Instagram, Blog » Twitter » Instagram » Youtube » Blog » Google+ » Facebook

Inhalt

Reportage

Gemeinsam die Schulbank drücken

Im Zentrum „Mater Christi“ im westafrikanischen Burkina Faso werden zukünftige Novizenmeister und kirchliche Laien ausgebildet. Sie kommen aus unterschiedlichen Ländern und Gemeinschaften. Beste Voraussetzungen also für Offenheit und Dialogbereitschaft während der gemeinsamen Studien. Nicht nur die Ordensleute, sondern auch die ihnen Anvertrauten profitieren vom interkulturellen Lernen.

Anregend: Das gemeinsame Lernen über Gemeinschafts- und Landesgrenzen hinweg ist inspirierend und eine gute Investition in die Zukunft.
Anregend: Das gemeinsame Lernen über Gemeinschafts- und Landesgrenzen hinweg ist inspirierend und eine gute Investition in die Zukunft.

Von allen Wohn- und Arbeitsräumen des Ausbildungszentrums „Mater Christi“ aus ist die zentral gelegene Kapelle zu sehen. „Das ist natürlich kein Zufall“, sagt die Leiterin Schwester Marie Claver Some. „Die Architektur drückt aus, worum es uns geht. Wir sind unterschiedliche Glieder der Kirche, sind aber auf die Mitte, auf Jesus Christus hin, ausgerichtet und finden in ihm zusammen.“ Sternförmig sind deshalb die kleinen Häuser, die derzeit von 36 Auszubildenden bewohnt werden, um die fünfeckige Kapelle herum angeordnet. Ein Unterrichtstrakt mit Bibliothek sowie eine Küche mit Speiseraum vervollständigen das Bild. Am Rande von Burkina Fasos zweitgrößter Stadt Bobo-Dioulasso auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs gelegen, bietet das Ausbildungszentrum die nötige Ruhe für konzentrierte Studien. Gleichzeitig fördert die Nähe zur Stadt den lebendigen Kontakt zur Lokalkirche.

Wegweiser: Die Wohneinheiten tragen Namen.

Die Kräfte bündeln

Ein Zentrum wie „Mater Christi“ ist bisher einmalig in Westafrika. Zwar gab es auch schon vor der offiziellen Eröffnung im Jahr 2002 immer wieder zeitlich begrenzte, gemeinschaftsübergreifende Unterrichtseinheiten für Ordensleute, aber nun bietet die feste Einrichtung eine andere Qualität für die Ausbildung des Ordenspersonals. Bereits in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts kam bei den Verantwortlichen der Gemeinschaften der Wunsch auf, den Ordensnachwuchs in der Heimat ausbilden zu können. Davor hatten die ausländischen Orden die jungen Afrikaner meist in ihre europäischen Noviziate mitgenommen. Eine Ausbildung im heimischen, westafrikanischen Kontext aber komme der Seelsorge vor Ort später zugute, meinten die 68 Gemein schaften, die sich im Projekt „Mater Christi“ zusammengefunden haben. Solidarisch leisten sie alle einen Beitrag zur Finanzierung. Zehn Jahre lang haben auch missio-Spenden beim Aufbau geholfen. Mittlerweile aber können die einheimischen Orden das Zentrum alleine tragen. Für die neun monatige Ausbildung zukünftiger Novizenmeister ist ein elfköpfiges Team aus elf unterschiedlichen Gemeinschaften zuständig. Neben klassischen theologischen Studien stehen heute auch Themen wie Konfliktmanagement, Gruppenführung, Berufungspastoral oder Fragestellungen rund um die Herausforderungen des Ordenslebens auf dem Stundenplan.

Mittagspause: Das weitläufige Gelände lädt zum Spazierengehen ein.

Eine Erfahrung fürs Leben

Nicht nur im Unterricht lernen die jungen Ordensleute, sondern auch im alltäglichen Umgang miteinander. „Sie machen hier eine wirklich umfassende Lebenserfahrung“, sagt Schwester Marie Claver. Derzeit leben die 36 Männer und Frauen aus 35 unterschiedlichen Gemein schaften und elf Ländern Westafrikas in gemischten Wohngruppen zusammen (siehe Infokasten rechts oben). Mehrmals täglich beten und essen sie gemeinsam. Neben dem Unterrichtsprogramm gibt es Sport- und kulturelle Veranstaltungen. Beim Besuch in umliegenden Gemeinden haben die Schwestern und Brüder Gelegenheit, in das Leben der Ortskirche hineinzuschnuppern und neue pastorale Konzepte kennenzulernen. Seit Beginn sind im Zentrum „Mater Christi“ bisher insgesamt 381 junge Ordensfrauen und -männer zu Novizenmeisterinnen und -meistern ausgebildet worden.

Unterstützer: Der Erzbischof von Koupela kommt zu Besuch.

Um die Qualität der Ausbildung zu überprüfen und für die Zukunft sicherzustellen, treffen sich die Ordensverantwortlichen alle drei Jahre in Bobo-Dioulasso. Dabei nehmen sie auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen in den Blick. Im zurückliegenden Jahr fand die vierte Generalversammlung statt, diesmal überschattet von den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nachbarland Mali, deren Auswirkungen auch in Burkina Faso zu spüren waren.

Übrigens: Das Leben im Zentrum „Mater Christi“ folgt einem Zwei-Jahres-Rhythmus. In „geraden“ Jahren findet die Novizenmeisterausbildung statt, in „ungeraden“ gibt es Fortbildungsveranstaltungen für pastorale Mitarbeiter der Diözesen. So strahlt das Zentrum aus, in Burkina Faso und weit darüber hinaus.

Eva-Maria Werner

© 2009-2017 missio Aachen