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Kurzinterview

Nicht Besserwisserei, sondern Bescheidenheit

Notker Wolf, 74, ist als Abtprimas der Benediktiner weltweit für 7500 Mönche und 16500 Ordensfrauen verantwortlich. © KNA-Bild

Was bedeutet es für Christen, ihren Glauben weltweit zu teilen?

Christen müssen wissen, wer sie sind, und ihr Leben aus dem Glauben gestalten. Nur glaubwürdige Christen können ihren Glauben teilen. Sie teilen ihn in den Zeichen der Solidarität, der Liebe zu anderen Menschen. Sie teilen ihn im Dialog mit Gläubigen anderer Religionen, wenn sie mit ihnen reden und an deren Leben teilnehmen. Vor allem hören sie auf den andern, seine Traditionen, seine Werte, und der andere wird auch unsere Werte wahrnehmen und schätzen lernen. Der Geist Gottes wird das bewirken, was in seinem Sinne ist.

Welche Chancen bietet diese Erfahrung angesichts einer „Religionsmüdigkeit“, wie wir sie zunehmend in Europa erleben?

Wir lernen, was anderen ihre Religion bedeutet, wie tief gläubig sie sind und zu welchen Opfern in der Lebensgestaltung sie bereit sind. Es ist nicht so sehr eine hohe Theologie, sondern das praktische Glaubens leben. Die Muslime haben ihre relativ wenigen Grundverpflichtungen, die ihnen aber unumstößlich sind; ein thailändischer Touristenführer zählte mir an einer Hand die buddhistischen Lebensgrundsätze auf und wollte mich bekehren – genauso wie ein junger muslimischer Taxifahrer in Oslo. Aber es gibt auch die anderen Begegnungen: mit Theologen im Iran oder mit Zenbuddhistischen Mönchen in Japan, die uns eine hohe Achtung vor deren spiritueller Dimension abnötigen, die ihrerseits aber auch etwas vom Reichtum unseres Glaubens erfahren wollen. Das bringt uns zum Nachdenken über unser eigenes religiöses Verhalten und unseren Glauben. Wir haben angesichts der Festigkeit der anderen keinen Grund zur Scheu, auch unseren Glauben darzulegen. Das ist eine gesunde Herausforderung.

Welche Erfahrungen haben Sie selber mit weltkirchlicher Spiritualität gemacht?

Zum einen ist es die frohe Erfahrung, dass unser Glaube uns über alle Grenzen hinweg verbindet, und wir den andern etwas von der barmherzigen Liebe Gottes zu uns Menschen vermitteln können. Auf die Frage japanischer Mönche, warum wir christlichen Mönche so frohe Menschen seien, habe ich geantwortet: Weil wir über uns und bei uns einen Gott wissen, der uns Menschen annimmt und liebt.

Wie können diejenigen, die in Kontakt zu Partnern der Weltkirche stehen, anderen einen Zugang zur weltweiten Dimension von Glauben und Kirche vermitteln?

Die globale Dimension unseres Glaubens und unserer Kirche sollte heute nicht mehr unbekannt sein. Wir kennen auch die kirchichen Hilfswerke. Am besten wäre es, an kleinen Projekten viele mit zu beteiligen. Die persönliche Begegnung und das Tun öffnen die Augen, vor allem wenn es nicht in Besserwisserei, sondern in Bescheidenheit und Hinhören geschieht.

Interview: Beatrix Gramlich

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