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Bedrängte Christen

„Kunst ist ein Werkzeug zur Erkenntnis“

Zielstrebig: Schon als Kind mischte Faiza Khan aus Kleber und Gewürzen Farben. © privat

In ihren Bildern setzt sich Faiza Khan mit Themen wie Ehrenmord, Gewalt gegen Frauen oder Kinderarbeit auseinander – einige der größten Probleme in ihrer Heimat Pakistan. Sie will sichtbar machen, was hinter der Oberfläche liegt, Denkweisen verändern und zum Dialog anregen. „Kunst ist eine Waffe, um blinde Überzeugungen zu bekämpfen“, sagt die 39-Jährige. Für missio hat sie den Kunstkalender 2015 gestaltet.

Frau Khan, was bedeutet Malerei für Sie?

Für mich ist Malen eine Sprache. Farben, Linien, Strukturen, ihr Rhythmus und ihre Einheit sind für mich eine Welt, in der die Zeit stillsteht. Für mich ist es eine Sprache der Freiheit, der Liebe, des Friedens und der Ruhe. Kunst ist ein Werkzeug, das mir die Dimensionen des Lebens zeigt.

Was ist Ihre Motivation?

Die treibende Kraft ist das Gefühl, allem im Universum verbunden und zugleich von allem um mich herum losgelöst zu sein. Manchmal male ich, weil ich meine Stimme erheben will gegen all die Heuchelei, manchmal wird Kunst zum Werkzeug, um soziale Unge rechtigkeit zu bekämpfen, und manchmal möchte ich nur die Schönheit der Natur und der Liebe würdigen.

Gibt es Themen oder Motive, die immer wieder in Ihren Bildern auftauchen?

Als Frau bin ich sehr sensibel für Frauen- und Kinderthemen. Aber mein Herz schlägt für all das Leid in der Gesellschaft, zum Beispiel für Minderheiten und für die Opfer der kapitalistischen Wirtschaft. Ich kann nicht schweigen, wenn ich sehe, dass Frauen und Kinder in einer Gesellschaft missbraucht werden. Ich habe mich auf Themen wie zum Beispiel Ehrenmord, Polygamie, Kinderehe, Vergewaltigung in der Ehe, Gewalt gegen Ehefrauen, Kinderarbeit konzentriert, weil das die Hauptprobleme sind, die ich in der pakistanischen Gesellschaft sehe.

Welche Rolle spielen Religion und Spiritualität in Ihren Bildern?

Für mich sind Religion und Spiritualität zwei völlig verschiedene Dinge. Spiritualität kommt von innen, während Religion das ist, was mir andere sagen. Da ich in einer muslimischen Familie geboren bin, wurde mir zu Hause und in der Schule von Anfang an gesagt, ich sei denjenigen überlegen, die keine Muslime sind. Denn Gott habe mich auserwählt, um mich mit der Wahrheit zu segnen. Aber ich konnte das nie akzeptieren.

Buntes Farbenspiel: „Schöpfung“ und „Veränderung“ heißen die Motive für Januar und Februar. © missio

Wie kommt Ihre Kunst in Pakistan an?

Meine Kunst wird in Pakistan von vielen geschätzt – obwohl auch viele sie ablehnen. Die Leute hier würden lieber Bilder mit unumstrittenen Themen oder Naturabbildungen kaufen. Die Mehrheit mag islamische Kalligraphie, die ich nie gerne gemacht habe und nicht einmal als kreative Malerei betrachte. Manche sind mit der Definition von Menschenrechten und sozialer Gerechtigkeit in meiner Kunst nicht einverstanden.

Was sind Pakistans größte Probleme? Kann Kunst dazu beitragen, sie zu lösen?

Das größte ist der Terrorismus. Terroristen werden hier ausgebildet, trainiert und von hier aus in viele Teile der Welt geschickt. Mein Anliegen ist es, Wege zu finden, diesen Terrorismus und die Denkweise, die zu ihm führt, auszurotten. Durch die Kunst können wir den Dialog anstoßen und unsere Stimme friedlich erheben. Kunst wird ein Werkzeug zur Erkenntnis und eine Waffe, um blinde Überzeugungen zu bekämpfen.

Hat Kunst die Kraft, Dinge zu verändern?

Ich hatte immer die Hoffnung, dass die Neigung zum Guten Dinge zum Besseren wenden kann. Wenn ein Kunstwerk nur eine einzige Person zum Nachdenken bringt, kann es der Auslöser sein, um das gesamte Denken zu verändern.

Interview: Beatrix Gramlich

Linktipps:
Länderübersicht Pakistan
Den missio-Kunstkalender 2015 hier bestellen!

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